Avsnitt

  • Heute gilt Reiten oft als typischer Frauensport. Doch der Weg dorthin war alles andere als selbstverständlich. Denn lange war Reiten ein Männerprivileg. Und Frauen mussten auf dem Rücken der Pferdes viele Hürden überwinden, um an Turnieren mitstreiten zu können.

    Gemeinsam mit der Historikerin Noemi Steuerwald sprechen wir über die Geschichte des Reitsports und darüber, wie eng Pferde, Geschlechterrollen, körperliche Betätigung und gesellschaftliche Machtvorstellungen miteinander verbunden waren. Warum ritten Frauen jahrhundertelang im Damensattel? Weshalb wurde über Reithosen so heftig gestritten? Und was haben medizinische Debatten, Vorstellungen von Weiblichkeit und sportliche Regeln miteinander zu tun?

    Eine Folge über Pferde und Sport – aber auch über die Geschichte von Teilhabe, Chancengleichheit und den Grenzen, die Gesellschaften zwischen den Geschlechtern gezogen haben.

    Mehr dazu auch im Blogbeitrag von Noemi Steuerwald für das Nationalmuseum.

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  • In dieser ersten Fernzeitreise reisen wir in die Karibik und beschäftigen uns mit einem Ereignis, das die moderne Welt nachhaltig verändert hat: der Haitianischen Revolution von 1791 bis 1804.

    Dabei geht es nicht nur um Haiti. Die Geschichte der Revolution zeigt, wie eng Europa mit anderen Weltteilen verflochten war – und bis heute ist. Sie wirft Fragen auf, die weit über die Karibik hinausreichen: Woher stammen unsere Vorstellungen von Freiheit, Gleichheit und Menschenrechten? Wer wird in unseren Geschichtserzählungen sichtbar – und wer nicht?

    Gemeinsam verfolgen wir die Entstehung der französischen Kolonie Saint-Domingue, den Aufstand der versklavten Menschen, die Rolle von Figuren wie Toussaint Louverture und Jean-Jacques Dessalines sowie die Gründung des unabhängigen Haiti. Gleichzeitig diskutieren wir, weshalb die Haitianische Revolution lange Zeit weit weniger Aufmerksamkeit erhielt als andere Revolutionen des späten 18. Jahrhunderts.

    Eine Folge über Kolonialismus, Sklaverei, Revolution – und darüber, weshalb manche Geschichten erst dann verständlich werden, wenn wir den Blick über Europa hinaus richten.

    Wir freuen uns über Rückmeldungen – insbesondere auch zu unserem neuen Format der Fernzeitreisen, mit dem wir künftig verstärkt Geschichten aus anderen Weltregionen in den Blick nehmen möchten.

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  • Die Brust ist überall: in Museen, auf Werbeplakaten, in Gerichtssälen und in politischen Debatten. Und doch ist sie bis heute Gegenstand von Tabus, Skandalen und hitzigen Diskussionen.

    Warum eigentlich?

    Warum wurde die Brust einmal als heilig verehrt, dann als Zeichen von Anstand kontrolliert und später als Symbol sexueller Freiheit vermarktet? Weshalb konnten Männer ihre nackten Oberkörper erst in den 1930er Jahren durchsetzen, während die weibliche Brust bis heute Gegenstand von Verboten, Protesten und Gerichtsverfahren sind?

    In dieser Folge reisen wir von mittelalterlichen Madonnenbildern zu Hollywood-Stars, von kolonialen Machtverhältnissen zu Schweizer Schwimmbädern und weltweiten Oben-ohne-Protesten, von Stilldebatten zu Instagram-Richtlinien. Dabei wird deutlich: Die Geschichte der Brust erzählt nicht nur von Körpern, sondern von den Vorstellungen, Ängsten und Idealen einer Gesellschaft.

    Eine überraschende Reise durch die Geschichte eines Körperteils, das selten einfach nur ein Körperteil war.

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  • Ausgehend von der aktuellen Schweizer Debatte um eine Bevölkerungsbegrenzung fragen wir in dieser Folge, wie Menschen historisch zu einer zählbaren, vergleichbaren und politisch steuerbaren Grösse wurden. Denn Bevölkerung war und ist immer mehr als eine Zahl. Sie beinhaltet auch Vorstellungen davon, wer dazugehört, wer als nützlich gilt und wer als Problem markiert wird.

    Unsere «Zeitreise» führt zu ersten Kirchenbuch-Auswertungen und zu Malthus mit seiner Angst vor Überbevölkerung. Wir sprechen über Auswanderungen in vermeintlich «leere» Kolonien und von Abwehrbewegungen gegen Migration nach Europa, über Sozialdarwinismus und Eugenik und welche Rolle ökologische Überlegungen dabei seit einigen Jahrzehnten spielen.

    Es ist eine Reise in unschöne Kapitel unserer Geschichte, die aber auch zeigt, dass immer wieder komplexe Probleme auf scheinbar einfache Bevölkerungsfragen reduziert wurden – und dass gerade deshalb auch bei aktuellen Debatten aufmerksam hingeschaut werden muss.

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  • Roboterstimmen, Raketenlärm und Zukunft aus dem Lautsprecher: In dieser Folge tauchen wir in die Science-Fiction-Hörspiele des Deutschschweizer Radios der 1950er bis 1980er Jahre ein. Lange bevor Videocalls, künstliche Intelligenz oder Space Travel Realität wurden, entstanden futuristische Klangwelten – nur mit Stimmen, Geräuschen und Fantasie.

    Gemeinsam mit dem Historiker Felix Wirth sprechen wir darüber, wie Zukunft während des Kalten Krieges akustisch erfunden wurde – und warum diese Hörspiele oft mehr über die Ängste, Hoffnungen und Fantasien ihrer Gegenwart erzählen als über das Morgen selbst.

    Zum Buch von Felix Wirth: https://www.transcript-verlag.de/author/wirth-felix-143899/

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  • Die Frauenfigur auf den Schweizer Münzen – wer oder was ist sie eigentlich?

    In der neuen Folge von «Zeitreise» fragen wir nach: Wann und warum entstand die Helvetia, wie fand sie ihren Weg auf Münzen, Marken und in die Köpfe der Schweizer:innen? Was hat sie mit ihren «Schwestern» in anderen Ländern gemeinsam, zum Beispiel mit der deutschen Germania und der französischen Marianne? Und warum sind das immer Frauenfiguren, welche die Nation symbolisieren sollen?

    Eine «Zeitreise», in der wir zwischen der Schweiz, Deutschland und Frankreich hin und her pendeln – von Münzen zu Monumenten, von Statuen zu Bildern und von nationalen Selbstbildern zu geschlechterpolitischen Ordnungen.

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  • Eine Zeitreise vom Mittelalter zum Müesli

    Wir reisen entlang den Spuren einer Mahlzeit und zeigen auf, warum sich ein genauerer Blick auf das Frühstück lohnt. Denn Kaffee, Tee, Kakao, Zucker, Cornflakes oder Ovomaltine erzählen nicht nur Konsumgeschichte – sie verweisen auf Plantagenwirtschaft, koloniale Gewalt, Industrialisierung, Ernährungspolitik, Körperbilder und die Macht der Werbung.

    Warum galt Frühstück der Kirche zeitweise als moralisch fragwürdig?
    Wie wurde Kaffee vom kolonialen Genuss- und Heilmittel zum Treibstoff der Arbeitsgesellschaft?
    Welche Rolle spielten Werbung und Wissenschaft bei der Erfindung des „gesunden Starts in den Tag“?
    Und weshalb führt die Geschichte der Ovomaltine nicht nur in die Schweiz, sondern auch ins British Empire?

    Link zum Artikel von Thomas Fenner: Ovomaltine – Nationalsymbol und Weltprodukt. https://www.bezg.ch/img/publikation/21_2/fenner.pdf

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  • Was wir heute als „Hygiene“ verstehen, hat eine Geschichte – und die führt mitten hinein in Mission, Moral und Kolonialismus. In dieser Folge schauen wir genauer hin: Wie wurde Sauberkeit zum Massstab für „Zivilisation“? Wer hat entschieden, was als rein gilt – und warum?

    Im Zentrum steht die Forschung von Linda Ratschiller. Gemeinsam verfolgen wir die Spuren der Basler Missionsärzte in Westafrika und tauchen ein in eine Welt zwischen Medizin, Religion und Macht.

    Es geht um mehr als nur Waschen:
    um Sauberkeit als Herrschaftsinstrument,
    um Tropenpyjamas und Kolonialkochbücher,
    um Missionare in lokalen Kleidern –
    und um Wissen, das zwischen Kontinenten wandert und sich dabei verändert.

    Zum Buch von Linda Ratschiller "Medical Missionaries and Colonial Knowledge in West Africa and Europe, 1885-1914"

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  • Der 1. Mai – «Tag der Arbeit»

    In dieser Folge reisen wir zurück zu den Ursprüngen dieses Feiertags und folgen seiner Entwicklung bis heute. Wir machen Station in Chicago, Paris, in Bremen und in der Schweiz und zeigen auf, dass dieses Datum von unterschiedlichster Seite verwendet, instrumentalisiert und entsprechend den eigenen Zielsetzungen gedeutet wurde. Es ist eine Geschichte von Kämpfen und Konflikten, aber auch von Frühlingsblumen und Spaziergängen im Park.

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  • Vom Militär über Alpenpässe bis in die Mitte von Protest und Stadtpolitik: Am Velo wurden Kontrolle, Macht und urbane Ordnung verhandelt. In diesem zweiten Teil der Doppelfolge zum Fahrrad sprechen wir über seine Rolle in der Schweizer Armee, blicken auf seine Bedeutung in der Dekolonisation – und wir verfolgen seine Geschichte in Verkehrsplanung, sozialen Bewegungen und aktuellen Klimadebatten. Es wird deutlich: Wer über das Velo spricht, spricht immer auch über Macht.

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  • Das Velo brachte mehr in Bewegung als nur Menschen.

    Von Anfang an war es ein politisch und kulturell aufgeladenes Objekt: Symbol für Fortschritt, Mobilität und Beschleunigung – und ein Auslöser dafür, wie über Körper, Geschlecht, Klasse und öffentliche Räume neu nachgedacht wurde.

    In dieser ersten Folge erzählen wir die Entwicklungsgeschichte des Velos – und zeigen, warum gerade an ihm Fragen von Freiheit, Frauenrollen und gesellschaftlichem Wandel verhandelt wurden.

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  • Sexarbeit als Arbeit polarisiert, in Vergangenheit und Gegenwart. Aber warum eigentlich? Gemeinsam mit der Historikerin Sarah Baumann sprechen wir über ihre Geschichte in der Schweiz: über Registrierung, Sittenpolizei, Internierung und Stigmatisierung, aber auch über Handlungsmacht, Aushandlungsprozesse und feministische Perspektiven. Ein Gespräch darüber, weshalb Sexarbeit bis heute so kontrovers verhandelt wird.

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    Zum Buch «Prekäre Liberalisierung. Sexuelle Arbeit von Frauen in der Schweiz (1950-1990)» von Sarah Baumann

  • Die Kartoffel ist weit mehr als nur Beilage. In dieser ersten Folge unseres Podcasts reisen wir mit ihr durch die Zeit und von den Anden nach Europa. Wir sprechen darüber, weshalb der Knolle zunächst mit grossem Misstrauen begegnet wurde, wie sie sich dennoch zum Massenprodukt entwickelte – und wie die Abhängigkeit von ihr in Irland während der grossen Hungersnot ein dramatisches Kapitel von Armut, Krankheit, Migration und Tod schrieb. Wir blicken aber auch auf die Rösti, darauf, wie der Härdöpfel die Schweiz im Zweiten Weltkrieg zusammenhalten sollte, wie er zur Fastfood-Ikone wurde und was die Kartoffel heute mit Hightech und Raumfahrt zu tun hat. Eine Knolle, erstaunlich viel Weltgeschichte.

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    Hier zum Wochenschau-Beitrag: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/013783/2021-01-07/

  • Kaum ein Raum bündelt Sommer, Erinnerung und gesellschaftliches Leben so stark wie das Freibad. In dieser Folge schauen wir auf seine Geschichte – vor allem auf jene des Marzilis, laut Stadt Bern das grösste und meistbesuchte Flussbad der Schweiz. Wir sprechen über das erste Baden in der Aare, über Hygienevorstellungen, Schwimmunterricht und Volksgesundheit sowie über Geschlechterordnung, Badebekleidung und öffentliche Moral. Es geht um Seife im Wasser, getrennte Badebereiche, konservative Empörung über Gemeinschaftsbäder, oben-ohne-Debatten und demokratische Badeideale – und darum, weshalb die Badi zugleich Freiraum, Konfliktzone und Spiegel gesellschaftlicher Veränderungen ist. Oder anders gesagt: Im Freibad wird nicht nur gebadet – dort wird seit Jahrhunderten auch verhandelt, wer wie sichtbar sein darf.

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  • Geschichte, die vermeintlich jenseits des Spektakulären liegt. Drei Historikerinnen reisen durchs 20. Jahrhundert und blicken insbesondere auf Unerzähltes und Stimmen, die sonst oft überhört werden. Gerade in diesen Geschichten steckt das Potenzial, unser Verständnis der Gegenwart zu verändern und neue Sichtweisen zu eröffnen.