Avsnitt

  • Weil Jochen und Anja sich diese Woche ausnahmsweise ihren individuellen Side-Hustles widmen müssen, fällt diese Folge absenzbedingt aus dem aktuellen Trash-TV-Geschehen. Bevor unsere beiden Hosts nächste Woche wieder ins laufende Elend tauchen wie muntere Seehunde, gibt es heute eine kleine Fluchthilfe für alle, denen das deutsche Reality-Personal gerade zu stark auf den Kreislauf schlägt: „Ladies of London: The New Reign“.


    Hier treffen wir endlich wieder Frauen, die einander voller Finesse beharken, mit köstlichem Wortwitz, Royal-Nähe, beiläufig eingestreuten Beatles-Düpierungen und einer spektakulären Hauselster, deren Pickregime Besucherinnen das Tragen von Schutzbrillen aufnötigt. What's not to like, fragt man sich da völlig zurecht. Das bekannte Freundinnen-mit-Feindinnenpotenzial-Prinzip wird dabei so britisch veredelt, dass selbst die üblichen kollateralen Kränkungen aussehen, als hätte sie jemand zuvor sehr sorgfältig in türkisfarbenes Seidenpapier von Fortnum & Mason eingewickelt. Denn das mindeste, was wir von den Reichen und Elitären erwarten dürfen, ist doch unbedingt, dass sie uns in ihrer Unhingedness gut unterhalten.


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    Sendepause Fehlanzeige ist ein Podcast von Ooohnscha und SchohSchoh


    Produktion und Hosts: Anja Rützel und Jochen Schropp

    Schnitt: Anne Kanzler

    Cover: Miguel Martin und Markus Gisin

    Jingle: Herwig Zamernik

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  • Manchmal kann man Schweine beneiden. Leider stellt sich dieses Gefühl nur sehr selten ein und betrifft jene vermutlich verschwindend kleine Minderheit, die ein wirklich schweinewürdiges Leben führen darf: Mit Auslauf, Würde und vor allem der Möglichkeit, sich bei Hitze komplett in den Schlamm zu werfen. Anja jedenfalls beobachtet solche Schweine aktuell täglich auf Instagram und findet, hier liegt eine unterschätze Date-Idee für den „Bachelor“. Warum nicht einmal gemeinsam in die romantische Suhle? Warum immer Helikopter, Rennstrecken und Smoothie-Verabredungen, bei denen zwei Menschen so tun müssen, als sei püriertes Obst ein Beziehungsbeschleuniger?

    Aber das nur als kleiner Sehnsuchtsausflug in eine bessere, matschigere Welt. Danach widmen sich Jochen und Anja wieder ihrem Lieblingsproblemfall „Prominent getrennt“, diesmal Folge sieben. Im Mittelpunkt stehen Tessa und Jakob, und Tessa meldet sich sogar selbst per Sprachnachricht, um ihre Sicht darauf zu teilen, warum sie in diesem Format so viel menschlicher gezeigt wird als sonst. Jochen und Anja freuen sich weiterhin sehr darüber, dass sie hier nicht als wandelndes, Mario-Barth-artig verzerrtes Veganer-Witzklischee durchs Bild geschoben wird, sondern als ziemlich vernünftiger Mensch mit Puls, Haltung und erstaunlicher Restgeduld.

    Mit wachsendem Befremden blicken die beiden allerdings auf Jakob, der sich unter dem Einfluss des Testo-Rudels immer weiter in eine bizarre „Daddy’s Home“-Version seiner selbst verwandelt und sich inzwischen allen Ernstes, vermutlich sogar ironiefrei, „Big J“ nennt. Überhaupt bleibt „Prominent getrennt“ ein eindrucksvolles Lehrstück darüber, was passieren kann, wenn man zu vielen Männern erlaubt, miteinander zu reden und dabei auch noch in einem Gazebo herumzulungern. Für den dringend nötigen komödiantischen Entlastungsmoment sorgt Aleks, der bei einem der wie immer sehr entlarvenden Paarspiele plötzlich zum Handtrockner mutiert – passenderweise allerdings zu einem Modell, das bereits aus dem letzten Loch pfeift.

    Und weil auch die ganz großen Sätze der kleinen Selbstdemontage nicht fehlen dürfen, liefert Gök noch eine der dümmsten denkbaren Erklärungen dafür, warum er unmöglich ein Sexist sein könne: Er habe ja schließlich auch eine eigene Mutter.

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  • Jochen und Anja hatten sich bei „Prominent getrennt“ so gemütlich eingerichtet in der Villa der Verflossenen, diesem Zwischenreich aus alten Verletzungen, neuen Allianzen und Menschen, die „ich bin halt so“ für eine Persönlichkeitsanalyse halten. Doch dann leistet sich das Format einen Fehlgriff, der so schlicht ist, dass ihn unsere Hosts als persönlichen Affront verstehen müssen: Eine Exit-Entscheidung mit echtem Gewicht – Yasin und Samira oder Tanina und Fabian, eines dieser Paare muss gehen – wird nicht im direkten Duell nicht durch Taktik, Geschick, Nervenstärke oder wenigstens durch das nervenzerfetzende Wettstapeln nasser Schwämme entschieden. Sondern durch Armdrücken. Genauer und schlimmer: Durch Armdrücken der Männer.


    Damit kippt „Prominent getrennt“ in dieser Folge in die ungünstigste Richtung, weg vom herrlich komplexen Beziehungsschrottplatz, hin zur Testosteron-Messehalle, Abteilung Unterarm. Ausgerechnet ein Format, das sonst so schön zeigt, wie brüchig männliche Selbstbilder schon beim Anblick einer zu keck formulierten Ex-WhatsApp werden können, lässt plötzlich den Bizeps entscheiden. Ein kleiner Triumph der Kraftmeierei über die Dramaturgie, ein schwarzer Tag für alle Freund*innen fairer Exit-Spiele.  


    Jochen und Anja sind entsprechend saui. Und weil die Sache dann auch noch exakt so endet, wie man es beim ersten Blick auf die beteiligten Oberarme befürchtet, bleibt ihnen für einen kurzen, aber aufrichtigen Moment nur eine Forderung: Justice for Fabi! Sehr viel länger hält diese Solidaritätsbewegung allerdings nicht, denn es gibt Dringenderes zu besprechen. Joshi-Josh entdeckt nämlich plötzlich Gefühle für Bianca, die Anja und Jochen sogleich als notdürftig getarnte Besitzstandswahrung enttarnen. 


    Außerdem wird in dieser Folge der kulturelle Bildungsauftrag selbstverständlich nicht vernachlässigt. Jochen und Anja gründen spontan einen Buchclub und empfehlen brandaktuelle Schmöker, außerdem widmen sie sich dem aktuellen Young-Adult-Hockey-Fieber rund um „Off Campus“. Auch wenn beide nicht mehr hundertprozentig zur Zielgruppe gehören, gilt (in schwankenden Zustimmungsgraden) schließlich auch für unsere Hosts wie für alle Hockeyverknallten: Der Preis ist Eis.


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  • Es gibt Abende, nach denen man sagen kann: Das war sehr schön. Und es gibt Abende, nach denen man sagen kann: Das war sehr schön, Ulrich Matthes war zu Gast, Jochen saß im Publikum, und irgendwann hatte Anja mehr als eine Willi-Schorle getrunken. Letztere war das Spezialgetränk beim jüngsten Trash-TV-Salon im Deutschen Theater, ein Wermut Tonic zu Ehren von „Vier gegen Willi“ mit Mike Krüger, jener Sendung, die ältere, frühfernsehende und als Kind etwas zu medienautonom aufgewachsene Menschen vielleicht noch kennen. Anja und Jochen lassen den Abend Revue passieren und sprechen über erste trash-ähnliche Elemente im einst so würdevoll scheinenden Unterhaltungsfernsehen der Damals-Zeit. 

     

    Anschließend wird Folge fünf von „Prominent getrennt“ besprochen, und damit öffnet sich wieder der große Sack der Männerfragen. Wieso sind sie so? Müssen sie so sein? Kann man sie, statt sie immer wieder zu erklären, nicht einfach mit einem kleinen Schälchen Wasser vor der Tür absetzen? Besonders Yasin sorgt dafür, dass der Wunsch nach einer freundlichen, artgerechten Auswilderung zeitweise übermächtig wird.


    Doch halt: Was ist das dort hinten, unter Efeu, Brombeerranken und bewohnt von einer inzwischen recht selbstbewusst auftretenden kleinen Eidechse? Es ist der Appreciation Corner! Lange nicht mehr gebraucht, nun aber feierlich freizulegen für: Tessa. Tessa! Die in diesem Format plötzlich mindestens zu den zwei vernünftigsten Menschen zählt und damit eine Frage aufwirft, die größer ist als jeder Dings-Didongs: Hat sie sich verändert – oder sehen wir sie gerade zum ersten Mal ohne die übliche tendenziöse Schnittbrille aus Krawall und Alarmflöte?


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  • Manche Jubiläen begeht man mit Champagner, manche mit einer Bilderstrecke aus früheren Frisuren. Jochen und Anja feiern ein Jahr „Sendepause Fehlanzeige“, indem sie kurz in ihre allererste Anmoderation hineinhören, um sich angemessen von sich selbst rühren zu lassen und eine wichtige Frage zu klären: Was ist „Sendepause Fehlanzeige" eigentlich, wenn „Podcast“ die Sache doch wirklich nur bedingt trifft? Die Antwort: ganz klar eine Mischung aus Besserungsanstalt und Pistazien-Croissant.

      

    Außerdem gibt es Erfolge zu feiern: Jochen hat die erste Staffel von „Promi Taste“ gewonnen, Anja den ESC – zumindest in der einzig relevanten Parallelwertung, nämlich der persönlichen. Dass ihr bulgarischer Herzensbeitrag „Bangaranga“ ihr offiziell womöglich nicht als Mit-Sieg gutgeschrieben wurde, ist eine bürokratische Spitzfindigkeit, die hier nicht weiter interessieren soll.


    Anschließend geht es in einen anderen bulgarischen Schauplatz, leider ganz ohne Bangaranga, dafür mit Maurice, dem Löwen, und dem derzeit nahezu schicksalhaft allüberall wiederkehrenden Serkan: In „The Hunt“ werden Reality-Promis in den Wald geschickt, um Fangen zu spielen. Das Ganze gehört zur derzeit grassierenden neuen Reality-Gattung „Hasch mich, ich bin der Trashling“: Menschen, die man aus Formaten kennt, in denen sie bereits auf Sofas, an Pools oder in Beziehungslabyrinthen gelitten haben, leiden nun eben auf der Flucht – und in diesem konkreten Fall zwischen Bäumen.


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  • Jochen und Anja widmen sich zunächst einer drängenden Körperkunst-Frage: Sind zwei neue Tattoos pro Woche eine bedenkliche Lifestyle-Choice? Anja zeigt sich überraschend milde gegenüber Jochens aktueller Tinten-Offensive, muss aber eines der neuen Motive unter verschärfte Beobachtung stellen: In letzter Instanz handelt es sich dabei um ein Partner-Tattoo mit einer Person aus dem Trash-TV-Kosmos, die in diesem Podcast bereits nicht ausschließlich liebevoll inventarisiert wurde.


    Danach geht es um Folge drei von "Prominent getrennt", einem Format, das bei unseren Hosts weiterhin ein Gefühl erzeugt, das zumindest entfernt an "Freude" erinnert. Denn alles an diesem Beziehungsschrott-Endlager ist extrem unangenehm, aber eben auch erschütternd aufschlussreich: Die soziologischen Befunde liegen mit klaffend geöffnetem Brustkorb obduktionsbereit vor uns. Ein Panoptikum der Unerfreulichkeiten, pädagogisch wertvoll wie ein Unfallbericht.


    Außerdem ziehen neue Paare ein, darunter Vanessa Brahimi, die sich in beeindruckender Geschwindigkeit vom "Sommerhaus der Normalos" ins Premium-Endstadiumsformat "Prominent getrennt" hochgearbeitet hat. Die Trash-TV-Version des amerikanischen Traums also: vom Tellerwäscher zum Tellerwerfer. Letzteres natürlich strikt metaphorisch – zumindest vorerst.


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  • Anja und Jochen sprechen über die zweite Folge von „Prominent getrennt“ und sind von dieser frischen Staffel weiterhin auf jene komplizierte Weise begeistert, bei der man gleichzeitig fasziniert zusieht und innerlich kleine Warnwesten verteilt. Auch Jochen, sonst eher allergisch gegen TV-Krawall als Selbstzweck, kann dieser kunstvollen Sozialstudie viel Bemerkenswertes entwringen, Anja hat sogar den seltenen Punkt erreicht, an dem sie dem Fernseher nicht nur zuschaut, sondern antwortet – meistens brüllend, aber sei’s drum.


    Besonders gefällt den beiden Hosts, wie präzise „Prominent getrennt“ seine Paare in vollendeten Gegenschnitten montiert und vor allem demontiert. Aus Interviewfragmenten, Seitenblicken und kleinen Selbstentlastungsversuchen entsteht eine Art forensische Collage der Paarlogik: Jeder erzählt seine Version, und der Schnitt hebt kurz die Augenbraue.


    Und weil keine Folge „Sendepause Fehlanzeige“ ohne ein paar beherzt eingeschlagene Seitenpfade auskommt, geht es außerdem um Jochens Erlebnisse bei der „Nachtcafé“-Aufzeichnung sowie um die Frage, ob „Rützelhole“ wirklich der ideale Titel für einen Podcast wäre, in dem Anja tief in ihre persönlichen Rabbitholes steigt


    Anjas Hutmacherin der Herzen findet Ihr hier: https://frolleinvonsofa.de/


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  • Eigentlich haben Jochen und Anja gar keine Zeit, Trash-TV zu schauen, das merkt man in dieser Folge wieder sehr deutlich. Jochen müsste dringend Aufklärungsarbeit zum Thema Jenseitskontakte leisten – da ist, was die öffentliche Skepsis gegenüber derlei Erfahrungen angeht, noch sehr viel zu tun, obwohl die Grundidee dahinter auch nicht wesentlich wilder ist als so mancher Glaubenssatz, auf dem zum Beispiel das Christentum fußt. Anja wiederum müsste sich endlich ihrer chemischen Forschungsarbeit widmen und die Tablette gegen die Liebe entwickeln. Oder für die Liebe, so genau ist das noch nicht entschieden, aber auch große Durchbrüche beginnen bekanntlich mit methodischer Unklarheit.


    Dankenswerterweise haben beide diese dringenden Projekte noch einmal vertagt, um sich der ersten Folge der neuen Staffel „Prominent getrennt“ zu widmen. Und die ist, leider muss man es sagen, schon wieder sehr vielversprechend. Obwohl Jochen und Anja eigentlich dachten, vom Elend der Ex-Beziehung zwischen Aleks Petrovic und Vanessa, König der Schmetterlinge, inzwischen ausreichend erschöpft zu sein, zeigt sich schnell: Dieses tote Beziehungspferd hat offenbar noch erstaunlich viel Erzählfleisch auf den Rippen.


    Dabei stellen sich einige dringende Fragen. Ist Bro-Culture wirklich eine vollständig unzerstörbare Ressource? Warum wird Aleks von den anderen Männern im Haus schon wieder wie ein absolut unproblemtischer Buddy behandelt, obwohl seine „Temptation Island VIP“-Performance zum Zeitpunkt der Dreharbeiten doch mutmaßlich längst bekannt war? Und wie können sich Jochen und Anja endlich an Dream, Vanessas Bruder, heranmachen, damit er nicht nur die mutmaßlich hochinteressanten Hintergründe dieser Beziehung ausplaudert, sondern endlich auch die wahren Vorgänge in Twenty4Tims "Lovehunter"-Villa, die er auf TikTok so glaubhaft anteast? Dream, falls du das liest oder hörst: Bitte melde dich. Jochen und Anja sind verhandlungsbereit.


    „Prominent getrennt“ jedenfalls erweist sich wieder einmal als handwerklicher Goldstandard des deutschen Reality-TV, zu beobachten an entlarvenden Gegenschnitten und der großen Kompositionskunst, kleine Salatgurken genau in dem Moment suggestiv zerteilen zu lassen, in dem Männer über ihre ungewollte Sexarmut sprechen. Anstrengend? Natürlich. Bleiben wir dran? Leider auch.


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  • Man soll die Feste feiern, wie sie fallen – oder sie zumindest bemerken, während sie passieren. Jochen und Anja haben es fast geschafft, ihr eigenes kleines Podcast-Jubiläum zu verbummeln, immerhin wurde ihnen der denkwürdige Tag noch nach der Aufnahme gewahr: 50 Folgen "Sendepause Fehlanzeige"! Silberhochzeit im Trash-Orbit! Halbzeit bis zur Hundert! Trööööt! Ein Anlass also, sich zumindest nachträglich ein wenig belobhudeln zu lassen. Darum: Her mit euren Grußworten! Schickt uns Sprachnachrichten, am liebsten über Instagram, damit wir sie in die nächste Folge schneiden können. Eure liebsten Momente, Glückwünsche, emotionale Ausnahmezustände, alles ist willkommen.


    Eigentlich könnte man meinen, das Trash-Universum hätte sich zur Feier des Tages besonders ins Zeug gelegt, aber nein. Niemand will Jochen und Anja etwas Gutes. Denn in dieser Jubiläumsfolge geht es um die erste Folge der "Realitystar Academy" auf ProSieben und Joyn, und die beiden sind, sagen wir: herzhaft underwhelmed.


    Das liegt allerdings nicht daran, dass auch Anja ja bekanntlich schon länger vom eigenen Ausbildungszentrum für angehendes Reality-Personal träumt, dem House of Rützel, einem Bootcamp für bessere Trash-Kompetenz. Nach dieser Sendung erweitert sie das Konzept allerdings um dringend nötige Nachschulungen für bereits tätige Realitystars. Denn was die Academy zum Auftakt liefert, wirkt auf unsere Hosts weniger wie eine verheißungsvolle Kaderschmiede als wie die nächste Zurichtungsanstalt sehr bekannter 08/15-Trash-Bauteile. Direktorin Désirée Nick geht erwartbar ganz in ihrer Kunstfigur auf, was zum Begriff „Reality“ ein eher kompliziertes Verhältnis erzeugt, während Assistent Gigi Birofio eine Reprise des tumpen, genitalfixierten Volkstheater-Deppen gibt, die man nun wirklich schon aus ausreichend vielen Bühnenstadeln kennt. Ob die Reality Star Academy im weiteren Verlauf doch noch die Kurve kriegt und Jochen und Anja diesem Format am Ende vielleicht sogar die Versetzung gestatten würden, bleibt nach dieser ersten Folge eher als fraglich.


    Außerdem im Programm: Eine Diskussion zum Thema Saufen versus Kiffen, und ein Bericht über den Zustand des deutschen Thrash-Metals, denn Anja war beim Konzert der deuschen Traditionsband Kreator. Ob sie selbst im Circle Pit die Nerven verloren hat? Hört halt selbst.

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  • Jochen und Anja sprechen über den Start der neuen "Kampf der Realitystars Allstars"-Staffel und sind davon durchaus angetan. Vielleicht auch, weil sie es diesmal nicht mit einem gemischten Raubtiergruppe aus einander bestens bekannten und gegenseitig herzlich verhassten Realitygestalten zu tun haben, deren Konflikte sonst oft in halbvergessenen, apokryphen Instagram-Storylines wurzeln, die kein Mensch mehr sauber rekonstruieren kann. Stattdessen liegt das Konfliktmaterial diesmal erfreulich offen zutage: in den früheren KDRS-Staffeln und den dort bereits dokumentierten Kränkungen, Feindschaften und Antipathien. Das ist nicht nur übersichtlicher, sondern verschafft einem in unseren oft beängstigend unübersichtlichen Zeiten fast schon ein ungewohnt tröstliches Gefühl.


    Wer nun glaubt, Jochen und Anja hätten sich ohne Abschweifungen direkt auf dieses Thema gestürzt, unterschätzt natürlich die innere Logik dieses Podcasts. Auf dem langen, verschlungenen Weg dorthin geht es außerdem um die neue "Euphoria"-Staffel, das "Kommissar Rex"-Revival, Aura-Lesungen, die Klassifikation italienisch geprägter Teiggerichte, problematische GNTM-Vorkommnisse, natürlich die neuesten Kapriolen aus dem Hause Twenty, das Mindset der Mächtigen, Eismanufakturen in Berlin-Mitte und beknackte Brillen. Macht was draus.

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  • In dieser Folge sprechen Jochen und Anja beinahe über alles, was die Welt, das Herz und den Kleintierbereich bewegt: Zuerst natürlich über das Finale von "Love Hunter", der Datingshow von Twenty4Tim, und über die bemerkenswerte Chuzpe, mit der das dort gefundene Glück (Anführungszeichen an dieser Stelle nach eigenem Belieben selbst verteilen) anschließend auf Instagram offenbar direkt in seinen Werbewert umgerechnet wurde. Es geht also zunächst um romantische Gefühle unter spätkapitalistischen Bedingungen – und dann zur seelischen Regeneration um Tiere. Genauer: Um Molche, Meerschweinchen und die beruhigende Erinnerung, dass es noch niedliche Lebewesen gibt, die nichts von Rabattcodes wissen. Dazu werden naturfilmerisch ambitionierte Eulengeräusche und Schweinegrunzer vorgeführt, irgendwo zwischen Tierdoku, Sekundärstufe-Biologieunterricht und sehr freier Kunst.


    Im Hauptteil geht es dann um den gerade gestarteten Kochwettbewerb "Promi Taste". Jochen berichtet von seinem eigenen Mitwirken, vom sichtbar aufreibenden Kochgeschehen und von den Tücken eines Formats, in dem auf einem Löffel nicht nur Speisen, sondern gleich ganze Nervenlagen angerichtet werden. Anja fragt sich mit der unermüdlichen Neugier eines wissbegierigen "1, 2 oder 3"-Kamerakinds durch alles hindurch, was man über das echte Leben hinter den Kulissen wissen will, und Jochen liefert allerlei sehr befriedigende Behind-the-Scenes-Einblicke. Außerdem geht es um den perfekten Kaiserschmarrn, Königsberger Klopse sowie Egos am Herd (und die Frage, warum diese so oft männlich sind), und am Ende bleibt vor allem ein großes, ungelöstes Mysterium der deutschen Zeitgeschichte: Warum war Angela Merkel bei Jenny Elvers zu Hause und hat sich von ihr bekochen lassen? Hinweise bitte an die üblichen Kanäle.


    Anjas abschließende Analyse über "Love Hunter" könnt ihr hier lesen (Spiegel+-Geschenklink, für die ersten 10 Leser:innen kostenlos): https://www.spiegel.de/kultur/twenty4tim-und-die-datingshow-love-hunter-so-fake-war-reality-fernsehen-noch-nie-a-e84b8d74-86b2-4705-a2f8-32217a12d450?giftToken=d0e6e2c9-849b-476b-9c51-928f1a0804f3

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  • Jochen und Anja hatten mit dem Datingfernsehen zuletzt eigentlich abgeschlossen. Zu viel kalkulierte Ödnis, zu viel influenzerige Selbstvermarktung und mancherlei Unannehmlichkeiten mehr hatten die beiden nachhaltig verhärmt. Spätestens Twenty4Tim, so das triste Fazit der beiden, hatte dem Genre endgültig den Todesstoß versetzt (jaja, Anja "Selbstlos" Rützel rapportiert auch dieses Mal die schlimmsten Lowlights der vergangenen Folgen, um Euch vor dem Eigenkonsum zu schützen).  


    Und dann wird da plötzlich ein Format angeschwemmt, dem etwas Seltenes gelingt: Es rettet das Datingshow-Wesen vielleicht nicht, aber es gibt ihm noch einmal kurz Puls. "Love Overboard", in Deutschland bei Disney+ zu sehen, ist eine erstaunlich stimmige Kreuzung aus "Love Island" und "Below Deck" und damit exakt so dumm, dass es schon wieder sehr klug ist (oder zumindest spektakulär dumm). Auf einer Yacht im Mittelmeer dürfen vier hastig zusammengewürfelte Paare das schöne Leben auf dem Sonnendeck führen, während die Singles im Maschinenbauch des Kahns schuften müssen und sich ihren Weg nach oben nur dadurch erarbeiten können, dass sie diese Paare auseinanderbringen. Wer Liebe zerstört, wird mit mehr Sonne belohnt – das Leben ist nicht fair, aber manchmal wenigstens unterhaltsam. Dazu kommt mit Host Gabby Windey auch noch eine Figur aus dem "Bachelor"-Universum, die diesem schwimmenden Klassenkampf die passende Mischung aus Glamour, Sassyness und perfekten One-Linern verleiht.


    Außerdem gibt es noch Kürzestbesprechungen der GNTM-Umstyling-Folge, eines gemeinsamen Abends in der Berliner Volksbühne und von Jochens letztem Date – ein Spaß für die ganze Familie.

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  • Jochen und Anja waren mal wieder getrennt in den Randzonen der Promiwelt unterwegs, allerdings in zwei ziemlich unterschiedlichen Unterhaltungsbiotopen. Jochen war weiter auf Interviewtour für seinen neuen Podcast „Happy Life“ und bringt von dort nicht nur Eindrücke, sondern auch eine echte Inspiration mit: eine patente Retro-Geschichte über Barbara Schöneberger und den beherzten Verzehr eines Käse-Baguettes. Außerdem war er natürlich wieder beim alljährlichen Badewannen-Award, bei dem schöne und berühmte Menschen so aussehen, als würden sie hauptberuflich nach Eukalyptus duften.


    Anja hingegen geriet in eine etwas andere Form von Glamour und war bei einem Konzert von Cruz Beckham, wo sie im Anschluss von ihm persönlich dazu aufgefordert wurde, an seinem Blüschen zu riechen, und ab einem gewissen Alter nimmt man ja, was man kriegt. Außerdem berichtet sie von ihren Eindrücken vom neuen „Zurück in die Zukunft“-Musical, wo sie an der erstaunlich beiläufigen, komödiantisch verpackten Romantisierung bedenklichen Männerverhaltens hängen blieb. Und damit landen Jochen und Anja dann natürlich auch beim Fall Christian Ulmen und vor allem den Reaktionen darauf. Wieder einmal zeigt sich, dass öffentliche Stellungnahmen von Männern selbst bei solchen Extremfällen zuverlässig ein Spektrum eröffnen, das von gespielter Begriffsstutzigkeit bis zu erstaunlich offensiver Bodenlosigkeit reicht.


    Sorgfältig analysiert wird dann die erste Folge der neuen Staffel von „Temptation Island“, einem Format, das dramaturgisch eigentlich seit Jahren vollumfänglich durchgenudelt ist, das dieses Mal aber durch eine faszinierende Neuerung frischen Wind bekommt: bekennende Christen im Sündenbetrieb! Anja ist entzückt von der moraltheologischen Zusatzschleife, mit der dort erstmal unter Verweis auf Luzifer, die generelle menschliche Sündernatur und persönliche Glaubensprüfung erklärt werden muss, warum man sich freiwillig in diesen erotischen Hexenkessel begibt. Kaum sind die Paare getrennt, wird schon wieder gelapdanced, was das Zeug hält. Das inspiriert Jochen dazu, von seinem persönlichen Bestripptwerden zu erzählen. Denn wie erschreckend oft gilt auch dieses Mal: Auch die absurdesten Reality-TV-Momente landen am Ende erstaunlich zuverlässig wieder bei einem selbst.

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  • Happy Release Day, SchohSchoh! Jochen hat einen neuen Podcast, "Happy Life", und Anja hat natürlich sofort reingehört – obwohl das Thema der ersten Folge sich um ein Phänomen dreht, mit dem sie selbst eher weniger zu schaffen hat. Oder, wie Anja es selbst formulieren würde: I’ve got 99 problems, but people pleasing ain’t one. Dennoch: etwas mitgenommen hat sie durchaus. Man soll ja nie zu selbstsicher in die eigene Unverbesserlichkeit gehen. Ihr könnt "Happy Life" überall anhören, wo ihr eure Podcasts hört, oder hier: https://podimo.de/happylife 


    Außerdem gibt es gute Nachrichten aus dem Hause Rützel: Juri geht es wieder besser. Nach überstandener Bisswunde und einer weiteren intensiven Woche im vermutlich meistbeanspruchten Wundenchat weltweit ist inzwischen Entwarnung angesagt. Unappetitlicher geht es in Twenty4Tims Datingformat „Love Hunter“ zu das Anja selbstverständlich weiterverfolgt hat, obwohl ihr Leben bereits hinreichend ruiniert ist. Kleiner Merksatz: Wenn in deiner eigenen Kuppelshow ein Liebesdreieck entsteht und du selbst kein Teil davon bist, dann bist du weniger Hauptfigur als verzichtbarer Freizeitjäger irgendwo im Hintergrund.


    Im Mittelpunkt der Folge steht dann das Netflix-Datingformat „Age of Attraction“, eine Art „Love Is Blind“ für Menschen, die finden, dass man das Ausblenden zentraler Lebensrealitäten im Fernsehen noch nicht weit genug getrieben hat. Das Konzept: Die Datenden dürfen sich sehen, miteinander sprechen, sich annähern – nur über ihr Alter dürfen sie bis zum offiziellen Commitment im sogenannten Promise Room nicht sprechen. Die romantische Leitidee dahinter lautet natürlich: Alter ist doch nur eine Zahl. Die weniger romantische Antwort von Jochen und Anja lautet: Ja, aber leider eine mitunter ziemlich aussagekräftige. Denn erstens ist das Alter vieler Menschen kein undurchdringliches Mysterium, nur weil es nicht ausgesprochen wird. Wer ein bisschen runzelgeschult ist oder wessen innerer OP-Radar fein genug justiert wurde, wird in vielen Fällen ungefähr ahnen, ob das Gegenüber Mitte zwanzig oder schon deutlich länger auf diesem Planeten unterwegs ist. Und zweitens steckt in dem ganzen „Es ist doch nur eine Zahl“-Pathos eben auch die sehr praktische Möglichkeit, Machtungleichgewichte, Abhängigkeiten und fragwürdige Dynamiken in Beziehungen mit großem Altersunterschied einfach wegzuromantisieren.

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  • Bei "Sendepause Fehlanzeige" herrscht festliche Stimmung, denn Anja hat Geburtstag. Das geht in dieser Folge allerdings womöglich ein wenig unter, weshalb sie es zur Sicherheit immer wieder erwähnt. Leider ist es der worst birthday ever, weil ihr Hund Juri schlimm gebissen wurde, weswegen Anja seinen abgängigen Ex-Tierarzt mit einem ausführlich bebilderten Wunden-Whatsapp-Chat bis in seine Auslandsresidenz verfolgt.


    Außerdem im bunt zusammengestellten Krisenstrauß dieser Folge: Berliner Ämter-Abenteuer, Jochens unfreiwilliger Ausdruckstanz beim Hautkrebs-Screening, Schlüsselbox-Scham und andere kleine Schrulligekeiten des Alltags. 


    Im Kerngeschäft dieses Podcasts sind Jochen und Anja dieses Mal aufrichtig begeistert. Anlass ist die erste Folge der zweiten Staffel von "The Boyfriend", dem zarten, japanischen Netflix-Datingformat, in dem mehrere Männer gemeinsam in einem Haus leben – und niemand schreit. Stattdessen: Empathie, Ästhetik, Ruhe, wohlige Farben, wertige Bilder und Menschen in Hausschuhen, die offenkundig nicht systematisch in den seelischen Ausnahmezustand produziert werden. Fast schon verstörend wholesome, wenn man vom deutschen Trash etwas abgestumpft ist.


    Jochen und Anja fragen sich, was dieses Format so besonders macht, bis sie auf eine für das Genre beinahe revolutionäre Antwort kommen: Die Produktion will offenbar, dass es ihren Protagonisten gut geht. Ein trauriges Alleinstellungsmerkmal, und eine echte Wohltat. Denn "The Boyfriend" interessiert sich nicht nur für mögliche Paare, sondern auch für Freundschaft und die Frage, wie Menschen miteinander umgehen, wenn nicht ständig jemand dramaturgisch angezündet wird.

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    Produktion und Hosts: Anja Rützel und Jochen Schropp

    Schnitt: Anne Kanzler

    Cover: Miguel Martin und Markus Gisin

    Jingle: Herwig Zamernik

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  • Diese Woche machen Jochen und Anja Urlaub vom deutschen Trash-Alltag und fahren gedanklich dorthin, wo das Reality-Fernsehen noch echte Überraschungen bereithält: nach Österreich. Während sich das hiesige Trash-Personal mit seinen immergleichen Kapriolen und ritualisierten Eskalationen inzwischen eher wie eine schlecht gelaunte Pflichtveranstaltung anfühlt, wartet in unserem südlichen Sehnsuchtsland noch echtes Ach-du-heiliger-Bimbam-Potenzial. Unsere beiden Hosts sind bereits nach einer Folge "Tinderdates" im Glück und finden: Solche Figuren kriegt die deutsche Trash-Industrie in dieser eigenwilligen Mischung aus Unberechenbarkeit, sonderbarem Charme und latentem Wahnsinn gar nicht mehr gegossen.


    Vorher wird allerdings, wie es sich für einen Servicepodcast gehört, zuverlässig das Nötigste und Unnötigste aus dem Leben der Hosts abgearbeitet: Es geht um die tomatenbeduftete Edelseife von Podcast-Maskottchen Gavin und um die Frage, ob grantige Imbisswirtinnen und miesepetrige Fitness-Coaches in Wahrheit nicht vielleicht das Rückgrat jeder zivilisierten Gesellschaft sind. Außerdem gibt es den pflichtschuldig absolvierten Newsblock zum deutschen Trashgeschehen: Anja arbeitet sich durchs Nachausstrahlungsdrama von "Make Love Fake Love" und wirft einen Blick auf den frischen Eklat bei "Promis unter Palmen". 


    Im Zentrum der Folge stehen dann aber die "Tinderreisen", ein österreichisches Format von seltener Verführungskraft, in dem junge Menschen aus der Alpenrepublik in europäische Fremdländer entsandt werden – angeblich, um dort die Liebe zu suchen, praktisch aber oft eher, um sich zügig in fremden Betten und dubiosen Dynamiken einzurichten. Es begegnen uns Gestalten wie Luis, Lev, Bella und Marry, also Leute, bei denen man sich gleichzeitig fragt, was genau da eigentlich gerade passiert, und warum man sofort sehr viel mehr davon sehen will. Jochen und Anja analysieren dreiste Pick-up-Routinen, impertinente Abschlepp-Boys, die richtige Kleiderwahl für Dates mit absehbar fluidem Ausgang und über die eigentümliche Sogwirkung eines Formats, das einen schon nach kurzer Zeit magnetisch in seine Kaninchenbauverästelungen hineinzieht. Österreich, so viel ist nach dieser Folge klar, ist nicht nur ein geografischer Ort, sondern ein Reality-Versprechen.

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    Produktion und Hosts: Anja Rützel und Jochen Schropp

    Schnitt: Anne Kanzler

    Cover: Miguel Martin und Markus Gisin

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  • Diese Folge ist wieder randvoll mit brisanten Themen, dass wir sie eigentlich mit einem Spanngurt sichern müssten. Jochen war bei den Podcast-Awards von Youtube und hat dort nicht nur berühmte Menschen getroffen, sondern auch vorzüglich gespeist. Anja erzählt von ihrem jüngsten Trash-TV-Salon im Deutschen Theater und berichtet vom absurden Looksmaxxing-Trend, bei dem sich bedenkliche Männer in Richtung „maskulinere Knochenstruktur“ optimieren – notfalls mit dem Hämmerchen.  


    Bevor sich unsere Hosts dann endgültig wieder tief in den Reality-Sumpf begeben, gibt’s einen ausführlichen Service-Block von Jochen: Empfehlungen von Bühne über Serien bis Musik, als kulturelles Gegenmittel, falls ihr merkt, dass euer inneres Gleichgewicht nach zu viel Trash-TV leise um Hilfe wimmert. Auch das Dschungelcamp wird noch einmal kurz final abgewickelt – das Nötigste zur Nachspiel-Show wird feste in Altpapier eingeschlagen und in die Verwertungsanstalt getragen. Deckel drauf, jetzt ist’s dann wirklich gut.


    Außerdem: Anja räumt ein paar Missverständnisse rund um die Idee, eine Reality-TV-Akademie als Fernsehformat zu bauen, aus dem Weg, und teilt ihre Gedanken zur designierten Rektorin Désirée Nick, die leider schon vor Akademie-Eröffnung öffentlich ein wenig die Contenance verloren hat.  


    Dann geht es ans Kerngeschäft: Jochen und Anja sprechen über die Netflix-Doku „Reality Check: Inside America’s Next Top Model“ und arbeiten sich service-mäßig durch die größten Aufreger der dreiteiligen Produktion. Sie diskutieren die Frage, warum diese Doku beim Zuschauen auf so vielen Ebenen Störgefühle auslöst: Zuerst natürlich wegen der oft extrem problematischen Produktionsentscheidungen, aber auch wegen des Elefanten im Raum: Tyra Banks stellt eine 25. Staffel in Aussicht. Ist das hier echte Aufarbeitung? Oder eher Alibi-Reue, damit man anschließend wieder halbwegs frisch lackiert einfach weitermachen kann?

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  • Diese Folge setzt neue Maßstäbe im Bereich Service-Podcast: Jochen und Anja liefern Euch heute eine Informations-Komplettladung mit Schleifchen dran. Jochen hat herausgearbeitet, was vom frisch gestarteten Jahr des Feuerpferdes eigentlich zu erwarten ist (für die Weltlage, für euch und natürlich für das Trash-Genre). Dann wird’s metaphysisch-konkret: Wenn Jochen und Anja eine Straße wären – welche Straße in welcher Stadt wären sie dann? Was haben wir von Ariel als Schweizer "Bachelorette" zu erwarten und könnte sie als Wut-Balzerin das Datingshow-Genre eventuell ganz neu definieren? Dazu gibt es Spoiler zum Finale von "Make Love Fake Love", die vielversprechende Castliste von "Villa der Versuchung", Staffel 2, eine persönliche Nachricht, die Jochen von Stephen Dürr ereilt hat, die wahre Geschichte des so gern als Symbol durchgenudelten Lorbeerkranzes, Musik- und Serientipps – und als besondere Dienstleistung am Publikum die spektakulärsten Best-of-Frauke-Ludowig-Momente aus dem Extended-RTL-Interview zum "Fall Gil Ofarim" (Spoiler: We love you, Frauke!).


    Ach so, und über die erste Folge der neuen Staffel "Promis unter Palmen" sprechen Anja und Jochen auch noch in der gebotenen Ausführlichkeit. Es ist also einiges geboten, beschweren kann man sich da eher weniger.

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  • Jochen und Anja heften diese desolate Dschungelcamp-Staffel endgültig ab und servieren ein thematisch reichhaltiges Katerfrühstück, um den kollektiven Kopfschmerz, den uns der neue Campregent verpasst hat, gemeinsam wegzuatmen. Anja erzählt vom Kollateralschaden im eigenen Postfach: von den absurdesten Anwürfen, Beschimpfungen und wütenden Nachrichten von Leuten, die ihre Dschungel-Texte erstaunlich persönlich nahmen. Jochen stellt das seelische Gleichgewicht wieder her – durch das empathische Darbieten einer Käsehymne.


    Danach gibt’s echten Service-Content. In einem freundlich gemeinten Erklärbär-Eckchen – auch, aber nicht nur – für Sonja Zietlow, die beim „Wiedersehen“ offenbar noch Fragen hatte, klären die beiden, warum Camper und Zuschauer*innen so unbefriedigt aus dieser Staffel gehen. Jochen erklärt aus eigener Erfahrung, wie man als Host und Moderator damit umgeht, wenn Einspielfilm und Bauchgefühl nicht dieselbe Tonart haben. Am Ende bleibt dieses albern klingende, aber echte Gefühl: Wenn man das Dschungelcamp einmal sehr geliebt hat, kann sich so eine Staffel ein bisschen wie Schlussmachen anfühlen.

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    Produktion und Hosts: Anja Rützel und Jochen Schropp

    Schnitt: Anne Kanzler

    Cover: Miguel Martin und Markus Gisin

    Jingle: Herwig Zamernik

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  • Wie emotional und nervlich aufreibend das Dschungelcamp in diesem Jahr ist, lässt sich überdeutlich an Juri, Anjas Hund, ablesen. Verlässt er sonst zuverlässig indigniert und auf dem schnellsten Weg das Wohnzimmer, wenn sie ein Trash-Format einschaltet, bleibt er dieses Mal bei jeder Dschungelfolge an ihrer Seite. Freiberuflicher Emotional Support Dog eben. Ein stilles Alarmzeichen, aber wenigstens goldig.


    Jochen und Anja versuchen in dieser Folge, das Elend dieser Staffel zu sortieren, lassen aber auch ein kleines Silver Lining der düsteren Wolken über dem Camp nicht unbeachtet. Es gibt darum eine für beide Hosts überraschende, fast rührende Hinwendung zu Ex-Camper Stephen Dürr, dem sie wertschätzend nachwinken. Außerdem: Anja hat ihren Zorn strukturiert und ein vierstufiges Wutmodell entwickelt, das sie mit Jochen einmal komplett durchstampft. Geboten werden juristische Sachkunde, Amphibienvergleiche und reichlich Spekulationen auf die Frage, warum ausgerechnet Gil Ofarim von der Produktion spürbar anders – man könnte sagen: zärtlicher – behandelt wird als andere Camper. Und am Ende bleibt eine Erkenntnis: Wir müssen da jetzt alle gemeinsam durch, wir haben jetzt nur noch uns.


    Das angesprochene Youtube-Video von Rechtsanwalt Alexander Boos zu möglichen Verletzungen von Gil Ofarims Unterlassungserklärung findet ihr hier: https://www.youtube.com/watch?v=EHsOcaR2HYQ

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