Avsnitt
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Stellen Sie sich vor: Es ist der Winter im Jahr 1946. In Österreich wirken die Jahre der NS-Zeit und des Zweiten Weltkriegs noch nach. Trotzdem knirscht an manchen der weißen Berghänge im Salzburger Land Schnee unter den Brettln, die für manche die Welt bedeuten. Und das, obwohl nach der Befreiung vom Nationalsozialismus für die meisten Menschen an Freizeit und Urlaub zunächst nicht zu denken war. Aber der Schnee fiel trotzdem. Und mit ihm kam der Wintertourismus nach Salzburg.
Herzlich willkommen bei Museum am Sofa, dem Podcast des Salzburg Museum. Mein Name ist Josef Kirchner und wir begeben uns auch heute wieder gemeinsam in die Geschichte Salzburgs. -
Vom sogenannten „Erholungsgau“ zum „Lazarettgau“: Für den Salzburger Tourismus war die Zwischenkriegszeit geprägt von einem Auf und Ab. Mit viel Licht, wie der Gründung der Salzburger Festspiele, aber auch mit vielen Schattenseiten, wie dem früh einsetzenden touristischen Antisemitismus.
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„Sei bescheiden in deinen Ansprüchen, denn je weniger du begehrst, desto zufriedener bist du.“ – Die Salzburger Chronik veröffentlichte vor 130 Jahren 10 Gebote für die Sommerfrischler*innen. Nach der bereits gehörten Nummer 6 kam Gebot Nummer 7 [Zitat] „Spotte nicht über Einfalt und Natürlichkeit der Landleute, du kannst von ihnen lernen.“
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Was haben das österreichische Parlament in Wien und die ehemalige Reichskanzlei der Nationalsozialisten in Berlin gemeinsam? Ich stelle Ihnen heute eine Gemeinsamkeit vor, die Ihnen vielleicht nicht sofort in den Sinn kommt: In beiden Gebäuden ist beziehungsweise war ein Material verbaut, das aus Salzburg stammt.
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Ich weiß: Reden ist Silber, Schweigen ist Gold. Dennoch rede ich heute über Silber und Gold, jene beiden Edelmetalle, die sich in Redewendungen, aber auch in den begehrtesten Medaillen wiederfinden – und die generell die begehrtesten Edelmetalle der Menschheitsgeschichte sind. Genauer gesagt, besprechen wir heute die kurze, aber sehr ergiebige Erfolgsgeschichte des Gold- und Silberbergbaus in Salzburg .
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Hall, Hallein, Hallstadt, Salz-burg, Salz-ach – das weiße Gold hat nicht nur für Jahrhunderte, sondern seit Jahrtausenden die Region geprägt. Ob als Konservierungsmittel, als Geschmacksverstärker oder als heilende Substanz im Thermalwesen: Damals wie heute stellt das Salz ein viel gefragtes Handelsgut dar. Wir begeben uns heute auf Spurensuche: Wo hat man einst Salz gewonnen? Wie funktionierte das in der Praxis? Und was hat es mit dem Salzburger Salzkrieg auf sich?
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Und? Sind Sie auch ein Bücherwurm? Diese eigentlich charmante Bezeichnung für Leseratten und Büchernarren und -närrinnen klingt in den Ohren von Restaurator*innen nicht so schmeichelhaft wie für andere Menschen. Warum dem so ist, erzählt uns heute eine Expertin, die sich immer wieder mal mit Bücherwürmern und all den anderen Gefahren für Bücher herumschlägt.
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„Durch geöffnete Türen gehen Kenntnisse nicht nur hinaus, sondern fließen auch hinein.“ – so poetisch hat es der Salzburger Zukunftsforscher Robert Jungk formuliert. Er hat dieses Zitat sicherlich nicht nur auf die von ihm gestiftete Bibliothek bezogen, sondern ganz allgemein auf die Öffnung von Wissenseinrichtungen. Über hundert öffentlich zugängliche Bibliotheken gibt es aktuell im Bundesland Salzburg – seit vielen Jahrhunderten versorgen sie die Menschen mit Wissen und Unterhaltung. Wir sehen uns um: Seit wann gibt es in Salzburg Bibliotheken? Welche ist die größte? Und wie viele Bücher werden dort ausgeliehen?
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Haben Sie heute schon ein Buch aufgeschlagen? Eine Tätigkeit, die für uns seit unserer Kindheit ganz selbstverständlich ist. So selbstverständlich, dass wir nicht über das Aufschlagen nachdenken müssen, sondern eher, was uns dann in dem Buch erwartet. Aber wie kommt es überhaupt dazu, dass wir heute ganz selbstverständlich gedruckte Bücher haben?
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Was ist das „größte Jahr in der Geschichte Salzburgs“? Wenn es nach dem 1981 verstorbenen Karl Springenschmid geht, dann war es 1526, das zweite Jahr der Aufstände im Salzburger Fürsterzbistum. Das verwundert nicht, huldigte der Autor doch in zahlreichen Werken der Landbevölkerung. Mit der Erinnerung an 1525/26 reiht er sich ein in eine Glorifizierung der Aufständischen während der Zeit des Nationalsozialismus.
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Historische Aufarbeitung, künstlerisches Interesse oder als Propagandamittel – es gab und gibt sehr unterschiedliche Gründe, sich mit dem Bauernkrieg der Jahre 1525 und 1526 zu beschäftigen. In der Gastspielausstellung des Salzburg Museum, „Heroisch und verklärt – der Bauernkrieg im Spiegel von Kunst und Diktatur“ wird ein Teil der vielfältigen Rezeptionsgeschichte präsentiert. In dieser Folge stelle ich Ihnen ein paar der in der Ausstellung gezeigten Werke und ihre Geschichten vor.
Herzlich willkommen bei Museum am Sofa, dem Podcast des Salzburg Museum. -
Vor fünfhundert Jahren eskalierten in weiten Teilen des deutschsprachigen Raums die Konflikte zwischen Herrschenden und der Bevölkerung. Meist nennt man diese komplexen und vielschichtigen Aufstände einfach „Bauernkrieg“. Sie gelten als die größten Aufstände gegen die Herrschenden vor der Französischen Revolution. Etwas später als an anderen Orten in Europa begannen auch die Menschen in Salzburg gegen die Herrschaft des Fürsterzbischofs zu protestieren.
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Denken Sie kurz an Ihre Kindheit zurück. Ich bin fast überzeugt, zu einem bestimmten Zeitpunkt haben sie Abziehbilder gesammelt. Seien es Blumen, Tiere oder elaborierte Sammelalben: Seit vielen Jahrzehnten ist das Sammeln von Abziehbildern insbesondere bei Kindern beliebt. Auch Sie kennen vermutlich die Panini-Fußballbilder. Bereits im 19. Jahrhundert verbreitete die Firma Stollwerck Bilder zum Sammeln. Es verwundert folglich nicht, dass auch die nationalsozialistische Propaganda das Sammeln von Bildern für sich entdeckt hatte.
Herzlich willkommen zu Museum am Sofa, dem Podcast des Salzburg Museum. Mein Name ist Josef Kirchner und wir begeben uns heute knapp über die Grenze ins benachbarte Bayern – genauer gesagt auf den Obersalzberg. -
Wie gestaltet man heute eine Ausstellung zum Nationalsozialismus an einem historisch maximal aufgeladenen Ort? Vor diese Frage waren die Historiker*innen der Dokumentation Obersalzberg vor wenigen Jahren gestellt. Das bisherige Museum platzte aufgrund des hohen Interesses aus allen Nähten. Es war folglich an der Zeit, in aufwändiger Arbeit eine neue Dauerausstellung zu konzipieren. Eine der Herausforderungen hierbei: zahlreiche interessante Objekte so auszustellen, dass sie die Propaganda des Nationalsozialismus nicht reproduzieren.
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Adolf Hitler auf der Terrasse des Berghofs. Neben ihm wahlweise seine Schäferhündin Blondie, seine Partnerin Eva Braun sowie nationale oder internationale Politiker. Es sind Propagandabilder wie diese, die sich in das kollektive Gedächtnis zum Obersalzberg eingeschrieben haben. Doch was hat es mit der Region oberhalb von Berchtesgaden wirklich auf sich? Und was geschah nach dem Zweiten Weltkrieg mit dem Areal?
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Wenn man heute durch die Salzburger Altstadt spaziert oder ins Berchtesgadener Land fährt, sieht man fast überall Postkartenmotive: prachtvolle Barockarchitektur, glitzernde Seen und hoch erhobene Berglandschaften. Aber, hinter dieser pittoresken Kulisse verbergen sich auch Spuren der dunkelsten Jahre des 20. Jahrhunderts. Örtlichkeiten, die in der Zeit des Nationalsozialismus ideologisch aufgeladen, für Propagandazwecke inszeniert oder zu Orten der Verfolgung und des Terrors wurden.
Wie wird aber nun seither an die Verbrechen der NS-Terrorherrschaft vor dieser Postkartenkulisse erinnert? Welche Konflikte und Brüche zeigen sich in der Erinnerungskultur seit Kriegsende? Und ist es überhaupt möglich, von DER Erinnerungskultur zu reden oder sind es vielmehr Erinnerungskulturen?
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Stellen Sie sich zu Beginn bitte mehrere private Kunstsammlungen vor, jede davon so umfangreich und kostbar, dass sie in Fachkreisen als einzigartig gelten: Sie beinhalteten unter anderem Gemälde, wie „das Porträt eines Mannes“ des niederländischen Malers Frans Hals, verschiedene Skulpturen sowie Waffen – darunter ein kostbarer Rundschild aus dem 16. Jahrhundert. Im März 1938 wurden sie ihren Besitzer*innen geraubt und sind zum Teil knapp neunzig Jahre später immer noch nicht bei ihren Eigentümer*innen, sondern in den Depots verschiedener Museen zu finden – unter anderem im Salzburg Museum. Wobei: Das ist gar nicht so sicher. Eventuell sind die Objekte, von denen ich Ihnen heute erzähle, zum Zeitpunkt, an dem Sie den Podcast hören, bereits restituiert.
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Was erzählen uns Objekte in unserer Umgebung? Manche erscheinen uns vielleicht banal und alltäglich, ja vielleicht sogar unbedeutend – und doch verbergen sie eventuell viele Schichten Geschichte in sich; Spuren von verschiedenen Orten und unterschiedlichen Menschen, die über Jahre, Jahrzehnte oder sogar Jahrtausende hinweg interagiert haben. Die Kulturwissenschaftlerin Aleida Assmann bringt es wie folgt auf den Punkt: „Die Gegenstände, mit denen wir umgehen und die uns ans Herz gewachsen sind, sind keine toten Objekte, sondern die ebenso intime wie lebendig pulsierende Peripherie unserer Person.“
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Wem gehört ein Kunstwerk? Sind alle Objekte, die sich im Besitz von Museen befinden, tatsächlich rechtmäßig dort gelandet? Und wie kam das „Porträt eines jungen Mannes“ von Raffael eigentlich an die Wand hinter Ihnen? Bei der Beantwortung dieser Fragen kommen Museen, Institutionen und private Sammler*innen hin und wieder in Erklärungsnot. Vor allem, wenn die Werke in der Zeit des Nationalsozialismus in ihren Besitz gelangt sind.
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„Kaum ein Salzburger hat nicht zumindest ein Stück Tracht in seinem Besitz.“ – das behauptet zumindest die Salzburger Land Tourismus. Und weiter: „[…] bei der Tracht hat jede Region ihre eigene Ausprägung in Farbe, Stickerei oder Schnitt. Doch Tracht und Brauchtum verbindet und schafft Zusammenhalt zwischen den Regionen, denn der Tradition wird im gesamten Salzburger Land die Treue gehalten.“ Wir begeben uns heute zurück zu den Ursprüngen der Salzburger Trachten – und dafür müssen wir in der Geschichte gar nicht so weit zurückgehen.
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