Avsnitt

  • In dieser Spezial-Folge von „Ganz offen gesagt“ aus der Reihe "Was lernen wir durch Trump?" fĂŒhrt Host Michel Reimon durch ein GesprĂ€ch mit Julia Ebner und Barbara Haas ĂŒber den Rechtsruck in den USA und seine Übertragung nach Europa, insbesondere ĂŒber Netzwerke rund um Donald Trump, Peter Thiel und christlich-fundamentalistische Akteure. Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass extrem konservative Narrative – von „Remigration“ ĂŒber den „großen Austausch“ bis zu antifeministischen Familienbildern – aus Online-Randzonen in den gesellschaftlichen Mainstream wandern. Julia Ebner schildert, wie sie undercover in rechtsextremen und islamistischen Gruppen recherchiert hat und wie sehr Verschwörungsmythen inzwischen in hohe politische Ebenen vorgedrungen sind. Barbara Haas erklĂ€rt, wie Treadwives-Influencerinnen und konservative „Bullshit mit BlĂŒmchenkleid“-Ästhetik traditionelle Rollenbilder als persönlichen Lifestyle und vermeintliche SelbstermĂ€chtigung verkaufen, wĂ€hrend sie politisch Frauenrechte unterminieren. Die Runde analysiert den Boom christlicher Influencer:innen im deutschsprachigen Raum, die Unterordnung der Frau als „gutes Christinnentum“ framen und von Social-Media-Algorithmen verstĂ€rkt werden, sowie die strategische Öffnung von FPÖ und AfD gegenĂŒber religiöser Rhetorik. Ein zentrales Thema ist die Krise der MĂ€nnlichkeit: von Luxmaxing, Fitnesskult und aggressiven MĂ€nnlichkeitsmythen bis zur politischen Instrumentalisierung von Mixed Martial Arts und KĂ€figkĂ€mpfen im Umfeld von Donald Trump. Reimon, Ebner und Haas diskutieren, wie wahrgenommene Statusverluste, ökonomischer Druck, Krisenerfahrungen und KI-Angst junge MĂ€nner fĂŒr autoritĂ€re und misogyne Ideologien anfĂ€llig machen. Am Ende steht die Frage, was Europa von der Entwicklung in den USA lernen kann: etwa besser auf die Sorgen junger MĂ€nner zu reagieren, soziale Sicherungssysteme als demokratischen Schutzschild zu stĂ€rken und feministische, liberale Antworten schneller und attraktiver zu kommunizieren, bevor sich autoritĂ€re Bewegungen verfestigen.

    Links zur Folge:

    Buch "Massenradikalisierung" von Julia Ebner (Suhrkamp)

    Buch "Bullshit mit BlĂŒmchenkleid" von Barbara Haas (Ueberreuter)

    Ganz offen gesagt #19 2026 Was lernen wir von Trump Teil 1

    Ganz offen gesagt #40 2026 Was lernen wir von Trump Teil 2

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  • NGO's sind aus dem öffentlichen Leben derzeit kaum wegzudenken. Sie betreiben Pflegeeinrichtungen, leisten Katastrophenhilfe, engagieren sich im Umweltschutz, organisieren Sportveranstaltungen oder vertreten gesellschaftliche Interessen. Und das ĂŒber ganz Österreich verteilt und darĂŒber hinaus. In den letzten Jahren ist der Begriff NGO aber immer wieder in den Diskurs geraten. Woran das liegt, bespricht Felix Keiser mit der Nonprofit-Expertin Michaela Neumayr. Es geht darum, was NGO's und NPO's eigentlich sind, wie sie sich finanzieren und welche Rolle sie in Österreichs Gesellschaft und Wirtschaft spielen. Es ist ein GesprĂ€ch ĂŒber die Zusammenarbeit zwischen Staat und Zivilgesellschaft.

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  • Die Fußball-WM findet erstmals mit 48 Teams statt und wird in den USA, Kanada und Mexiko ausgetragen. Doch wie groß ist die Begeisterung tatsĂ€chlich? Wie blickt Amerika auf die grĂ¶ĂŸte Sportveranstaltung der Welt? Gemeinsam mit Andreas Hagenauer, Sportjournalist beim Standard, spricht Saskia Jungnikl-Gossy ĂŒber die AtmosphĂ€re vor Ort, die Entwicklung des Fußballs in Österreich und erfolgreiche Nachwuchsarbeit.

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  • In dieser Folge aus der Serie "SPEZIAL Was lernen wir durch Trump?" widmet sich Gast-Host Michel Reimon dem MilliardĂ€r Peter Thiel, der Strömung der „dunklen AufklĂ€rung“ und ihrer Rolle im politischen Projekt von Donald Trump – mit Blick auf Auswirkungen auf Europa und Österreich. Der Theologe Wolfgang Palaver schildert seine dreißigjĂ€hrige GesprĂ€chsbeziehung zu Thiel und verteidigt die Idee, Thiel öffentlich kritisch zu befragen, um WidersprĂŒche und Gefahren seiner antidemokratischen Positionen sichtbar zu machen, statt ihn symbolisch „auszuladen“. Claudia Zettel hĂ€lt dem entgegen, dass Thiels Ablehnung von Demokratie, Frauenwahlrecht und Gleichberechtigung lĂ€ngst offen dokumentiert sei und öffentliche BĂŒhnen ihn eher normalisieren als entlarven. Im Zentrum steht die Ideologie der „dunklen AufklĂ€rung“, die Gleichwertigkeit und Demokratie verwirft, technokratische CEO-Herrschaft und radikale technologische Beschleunigung propagiert und in libertĂ€ren wie rechtsautoritĂ€ren Netzwerken verankert ist. Die Runde diskutiert, wie Tech-Eliten wie Thiel, Elon Musk und andere Silicon-Valley-Akteure rechtspopulistische Bewegungen in den USA und Europa fnanzieren oder instrumentalisieren und damit Regulierungen, insbesondere der EU, zu unterlaufen versuchen. Aus europĂ€ischer Perspektive werden VersĂ€umnisse bei Digitalisierung, KI, Plattformregulierung und strategischer SouverĂ€nitĂ€t thematisiert, von der AbhĂ€ngigkeit von US-Techkonzernen ĂŒber RĂŒstungspolitik bis hin zur verschleppten Energiewende. Palaver und Zettel sprechen darĂŒber, wie sich Europas Demokratien zwischen Effzienzversprechen des Marktes und dem politischen Anspruch auf Gleichheit und SolidaritĂ€t behaupten können, ohne in nationalstaatlichem Kleinklein stecken zu bleiben. Am Ende verweist Palaver auf sein Buch „Medienmassen“ im Karl-Auer-Verlag zur technologisch-medialen Revolution und der DunkelaufklĂ€rung und die Notwendigkeit, dem ideologischen Projekt der Tech-Eliten eine selbstbewusste, europĂ€ische demokratische Antwort entgegenzusetzen.

    Links zur Folge:

    Buch "Survival of the Richest" von Douglas Rushkoff (Morawa)

    Buch "Magnifica Humanitas" von Papst Leo XVI (Morawa)

    Buch "Medienmassen" von Michel Reimon (Carl-Auer-Verlag)

    Ganz offen gesagt #70 2025 „Trump, wie ein König – mit Ralph JanĂ­k"

    Ganz offen gesagt #2 2026 „Über Trump, Venezuela und die Folgen – mit Martin Weiss“

    Ganz offen gesagt #19 2026 „Was lernen wir durch Trump? – Teil 1“

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  • Stefan Lassnig spricht mit dem Wiener Psychiater und Satiriker „Blauer Elefant“ ĂŒber sein satirisches Handbuch „Zum Diktator in 30 Tagen“ und die „Rezeptur“ des modernen Rechtspopulismus. Die beiden diskutieren, wie autoritĂ€re Persönlichkeiten in Zeiten von Kontrollverlust und Dauerkrisen mit einfachen Antworten, starken Bildern und klaren Freund‑Feind‑Narrativen punkten. AusfĂŒhrlich geht es um die Rolle von Social Media, Boulevard und parteinahen Paramedien, deren Algorithmen und Mechanismen (Verknappung, Emotionalisierung, Polarisierung) rechtspopulistischen Akteuren enorme Reichweiten ermöglichen. „Blauer Elefant“ erklĂ€rt, warum Nationalismus, Personenkult und die Konstruktion von Feindbildern – vom „Schrödingers AuslĂ€nder“ bis zur „LĂŒgenpresse“ – Kernbestandteile dieses Playbooks sind. Zum Abschluss wird die Frage gestellt, warum etablierte Parteien Emotionen wie Angst, Wut und Ohnmacht zu wenig adressieren und damit jenen das Feld ĂŒberlassen, die mit einfachen ErzĂ€hlungen komplexe Probleme ausnutzen.

    Links zur Folge:

    Buch "Zum Diktator in 30 Tagen" (Morawa)

    Podcast "Braune Kinderzimmer" (Stern)

    Ganz offen gesagt Folge #15 2025 Über Allahs mĂ€chtige Influencer

    Podcastempfehlung der Woche:

    Die Open-AI Story (ARD)

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  • In dieser Folge spricht Anna-Lisa Bier mit Dr. Christiane Druml, Juristin und Vorsitzende der österreichischen Bioethikkommission. Die Kommission berĂ€t das Bundeskanzleramt in bioethischen Fragen und bringt Expertise aus Humanmedizin, Recht, Philosophie und weiteren Fachbereichen zusammen. Gemeinsam sprechen sie ĂŒber die Rolle der Bioethikkommission im politischen Entscheidungsprozess, ĂŒber ethische Konflikte in Medizin und Forschung, den Einfluss gesellschaftlicher Debatten und Wissenschaftsskepsis sowie ĂŒber die Herausforderungen, die neue Technologien fĂŒr Politik und Gesellschaft mit sich bringen. Außerdem geht es um die Bedeutung ethischer Bildung, internationale Unterschiede im Umgang mit bioethischen Fragen und einen Ausblick auf die bioethischen Herausforderungen der Zukunft.

    WeiterfĂŒhrende Links:

    Mehr Informationen zur Bioethikkommission

    Festschrift zu 20 Jahren Bioethikkommission (2021)

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  • In dieser Folge von „Ganz offen gesagt“ erlĂ€utert Erich Prem, warum der Digitale Humanismus als Bewegung den Menschen, seine WĂŒrde und die Demokratie ins Zentrum technologischer Entwicklung stellen will – und warum das eher posthumanistisch als technikfeindlich zu verstehen ist. Anhand konkreter Beispiele – vom simplen Online-Formular ĂŒber Smart-Home-Lösungen und Elektroautos bis hin zu Social-Media-Plattformen und KI‑Systemen – zeigt er, wie Designentscheidungen Werte einschreiben, Macht konzentrieren und im Extremfall Leib, Leben und Freiheit gefĂ€hrden können. Prem beschreibt, wie Plattformen durch Datensammlung, algorithmische Selektion und Intransparenz unsere InformationsrĂ€ume fragmentieren, demokratische Öffentlichkeit unter Druck setzen und geopolitische Machtinstrumente werden. Ausgangspunkt der Diskussion sind die fĂŒnf Prinzipien des Digitalen Humanismus: Demokratie und Rechtsstaat schĂŒtzen, MenschenwĂŒrde und Grundrechte sichern, gesellschaftliche Teilhabe fördern, verantwortliche Innovation und Regulierung gestalten sowie Bildung, KritikfĂ€higkeit und offene Kulturen stĂ€rken. Besonders ausfĂŒhrlich sprechen Lassnig und Prem darĂŒber, wie Regulierung – etwa auf EU‑Ebene mit Instrumenten wie dem AI Act – Innovation nicht verhindern, sondern bei konsequenter Durchsetzung ein „Level playing field“ schaffen und digitale SouverĂ€nitĂ€t Europas stĂ€rken kann. Im Bildungsbereich plĂ€diert Prem dafĂŒr, KI als Chance und Risiko zugleich zu begreifen: Sie kann etwa das Sprachenlernen revolutionieren, birgt aber die Gefahr, dass grundlegende FĂ€higkeiten, Urteilsvermögen und PlausibilitĂ€tschecks verloren gehen, wenn man sich zu sehr auf Chatbots verlĂ€sst. Auf individueller Ebene rĂ€t er zu mehr Bewusstsein bei der Nutzung digitaler Dienste – etwa bei Datenfreigaben, Smart Devices und Gesundheits‑Apps – und warnt vor der leichtfertigen Abgabe von Autonomie an Systeme, die uns normierendes Verhalten aufzwingen. Politisch engagiert er sich u. a. ĂŒber den Verein fĂŒr Digitalen Humanismus, das EU‑Projekt EUDHIT, das open‑access Buch „Introduction to Digital Humanism“ und eine internationale Konferenz in Wien, um Debatte, Vernetzung und konkrete HandlungsvorschlĂ€ge fĂŒr eine menschengerechte digitale Zukunft voranzutreiben.

    Links zur Folge:

    Introduction to Digital Humanism

    Digital Humanism Conference in Wien

    Wiener Manifest fĂŒr Digitalen Humanismus

    EUDHIT (European Digital Humanism Initiative)

    Podcastempfehlung der Woche:

    Reclaim: Tic Tac Toe

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  • Was wĂŒrde passieren, wenn es in den Jahren nach einem ukrainischen Waffenstillstand zu einem Krieg zwischen Russland und der NATO kĂ€me – und wie wĂ€re Österreich davon betroffen? Der MilitĂ€ranalyst Franz-Stefan Gady hat genau dieses Szenario in seinem neuen Buch „Überfall. Wenn der Krieg zu uns kommt" durchgespielt: mit Raketenangriffen auf österreichische Verkehrsknoten, russischen Saboteuren am Boden und einer NeutralitĂ€t, die im Ernstfall mehr Probleme schafft als löst. Georg Renner spricht mit ihm darĂŒber, warum gerade Österreich als „Transversale" fĂŒr NATO-Nachschub ins Baltikum ein militĂ€risch logisches Ziel wĂ€re, woher seine Annahmen kommen – und was Politik und Bundesheer jetzt tun mĂŒssten.

    Transparenzhinweis: Georg Renner hat das Buch verlagsseitig als Lektor begleitet.

    Weiterhören: Empfohlen sei die GOG-Folge mit Außenministerin Beate Meinl-Reisinger zur EU-Verteidigungsarchitektur und Österreichs Rolle darin: https://podcastradio.at/c-dialoge/wie-sich-die-eu-aendern-muss-und-wo-oesterreich-dabei-bleibt-mit-beate-meinl-reisinger_a1384

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  • In einer Welt, die sich nach Einfachheit, StabilitĂ€t und Orientierung sehnt, lockt der Tradwife-Trend mit Bildern von heimeligen Haushalten, selbstgebackenem Brot und scheinbar perfekten Familienleben. Auf Social Media wird traditionelle Care-Arbeit zunehmend als Ă€sthetischer Lifestyle inszeniert. Doch was verbirgt sich wirklich hinter den perfekt kuratierten Fassaden? Gemeinsam mit Host Anna-Lisa Bier spricht die Journalistin und Autorin Barbara Haas ĂŒber die komplexen gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Dimensionen des Tradwife-PhĂ€nomens. Ausgangspunkt ist ihr Buch Bullshit mit PĂŒnktchenkleid, in dem sie zeigt, warum die Sehnsucht nach den „guten alten Zeiten“ weit mehr ist als nur ein harmloser Internettrend. Im GesprĂ€ch geht es um romantisierte Rollenbilder, finanzielle AbhĂ€ngigkeiten, den Druck moderner Leistungsgesellschaften und die Frage, warum konservative Bewegungen und politische Akteure genau diese Bilder fĂŒr ihre eigenen Narrative nutzen.

    WeiterfĂŒhrende Links:
    Buch: „Bullshit mit BlĂŒmchenkleid“ von Barbara Haas
    Trailer zur Netflix Doku: "Inside Manosphere"
    ZDFinfo Dokumentation ĂŒber Tradwives und die Organisation Turning Point USA

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  • Anfang Mai hat Außenministerin und NEOS-Chefin Beate Meinl-Reisinger im Wiener Museumsquartier eine programmatische Rede zur Zukunft der EU gehalten und einen Neun-Punkte-Plan vorgelegt. Georg Renner hat mit ihr ĂŒber zwei der zentralen VorschlĂ€ge gesprochen: Wie soll die EU-Erweiterung – speziell am Westbalkan – beschleunigt werden? Und warum will die Außenministerin in der Gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik (GASP) verstĂ€rkt von der Einstimmigkeit abgehen? Außerdem: Wie ehrlich war die österreichische Debatte zum EU-Beitritt 1995 wirklich – und was bedeutet die Beistandsverpflichtung nach Artikel 42(7) heute konkret fĂŒr Österreich?

    Die Europa-Rede von Beate Meinl-Reisinger im Museumsquartier:
    https://www.bmeia.gv.at/ministerium/presse/aktuelles/alle/musterjahr/05-1-1-1-1/rede-von-bundesministerin-beate-meinl-reisinger-zum-europatag-2026 Weitere Folgen aus der Sachpolitik-Reihe von "Ganz Offen Gesagt":
    Barbara Eibinger-Miedl https://ganzoffengesagt.simplecast.com/episodes/29-2026-wie-man-zu-dritt-ein-budget-verhandelt-mit-barbara-eibinger-miedl
    Markus Marterbauer https://ganzoffengesagt.simplecast.com/episodes/57-2025-wie-stehts-mit-der-konsolidierung-mit-markus-marterbauer
    Elisabeth Zehetner https://ganzoffengesagt.simplecast.com/episodes/43-uber-das-stomnetz-der-zukunft-mit-staatssekretarin-elisabeth-zehetner
    Claudia Plakolm https://ganzoffengesagt.simplecast.com/episodes/29-2025-kopftuchverbot-mit-claudia-plakolm
    Christoph Wiederkehr https://ganzoffengesagt.simplecast.com/episodes/34-2025-wozu-orientierungsklassen-mit-christoph-wiederkehr-m
    Korinna Schumann https://ganzoffengesagt.simplecast.com/episodes/41-2025-pension-und-arbeit-im-alter-mit-sozialministerin-korinna-schumann
    Eva-Maria Holzleitner https://ganzoffengesagt.simplecast.com/episodes/27-2025-uber-das-dick-pic-verbot-mit-eva-maria-holzleitner

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  • Die Medienforscherinnen Jana Koch Alexandra Borchardt haben fĂŒr die "Wiener Zeitung" untersucht, wie junge Erwachsene zwischen 18 und 30 Jahren in Österreich Nachrichtenmedien konsumieren. In 27 Interviews mit jungen Menschen und 18 GesprĂ€chen mit Medienschaffenden sowie internationalen Experten zeichnet sich ein differenziertes Bild ab. Entgegen gĂ€ngiger Klischees wĂŒnschen sich junge Erwachsene klassische journalistische QualitĂ€tsmerkmale wie ObjektivitĂ€t, Perspektivenvielfalt, Transparenz und finanzielle UnabhĂ€ngigkeit. Die Studie zeigt auch, dass junge Menschen sowohl etablierten Medienmarken als auch einzelnen Medienschaffenden vertrauen, wĂ€hrend die Abgrenzung zwischen Journalismus und Content Creation zunehmend schwerfĂ€llt. Bei der Zahlungsbereitschaft herrscht Ambivalenz: Die HĂ€lfte der Befragten sieht prinzipiell den Wert von Journalismus, setzt dies aber nicht in Handlungen um, oft weil passende Angebote fehlen oder unbekannt sind. Die grĂ¶ĂŸten Probleme der Medienbranche liegen in mangelnder NĂ€he zur Zielgruppe, homogenen Redaktionsstrukturen und fehlendem Mut zur Innovation. Koch und Borchardt plĂ€dieren fĂŒr AuthentizitĂ€t statt Anbiedern, den Aufbau mehrerer Personenmarken und einen selbstbewussten Journalismus, der seine demokratische Funktion offensiv vertritt. Als zentrale Botschaft gilt: Junge Menschen sind keine homogene Masse, sondern erwarten ernst genommen zu werden mit hochwertigem, verstĂ€ndlichem Journalismus auf Augenhöhe.

    Links zur Folge:

    Studie "Knapp daneben ist auch vorbei"

    Dunkelkammer-Podcast

    Ganz offen gesagt Folge #25 2026 Über die Wahl in Ungarn

    Ganz offen gesagt Folge #32 2026 Über Feminismus (Live in der Urania)

    LAOLA1 live in der Kulisse am 28.05.2026

    Podcastempfehlung der Woche:

    This Is America - Free Luigi

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  • In ihrem neuen Buch Funkenschwestern beschreibt die Autorin Barbara Blaha das Patriarchat nicht als abstrakte Idee, sondern als System, das sich durch alle Lebensbereiche zieht – von der Kindheit ĂŒber Bildung und Arbeitsmarkt bis hin zu Medizin und Politik. Im GesprĂ€ch mit Saskia Jungnikl-Gossy spricht sie darĂŒber, wie frĂŒh Geschlechterrollen wirken, warum Frauen systematisch weniger zugetraut wird und welche Rolle unbewusste Vorurteile dabei spielen. Es geht um persönliche Erfahrungen, strukturelle Ungleichheit und die Frage, warum Fortschritt oft langsamer ist, als wir glauben – und was sich Ă€ndern mĂŒsste.

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  • Host Stefan Kaltenbrunner begrĂŒĂŸt Reinhold Gmeinbauer, frĂŒherer GeschĂ€ftsfĂŒhrer der Tageszeitung „Die Presse“, heute Agentur‑ und Medienunternehmer („Daumen hoch“): Gmeinbauer schildert, wie er vom "Campus Tivoli" (Parteiakademie ÖVP) angesprochen wurde, ein Papier zur Medienförderung zu erarbeiten, betont aber, dass er das Papier unentgeltlich und in vollstĂ€ndiger inhaltlicher UnabhĂ€ngigkeit verfasst hat. Er versteht sein Papier nicht als „Gegenpapier“ zur vom Medienministerium beauftragten Kaltenbrunner‑Studie, sondern als anderen Zugang mit Systemwechsel‑Anspruch: Weg vom historisch gewachsenen Flickwerk aus Presse‑, Digital‑ und Vertriebsförderungen hin zu einem einheitlichen Modell fĂŒr alle privaten Medien.

    HerzstĂŒck ist der vorgeschlagene Medienleistungsfonds von 350 Millionen Euro, der öffentliche Medienförderung und staatliche Kommunikationsausgaben (Regierungsinserate, Spots etc.) bĂŒndeln und als Gegenleistungsfonds organisiert werden soll, bei dem geförderte Medien im Gegenzug definierten Werberaum fĂŒr staatliche Kommunikation bereitstellen. Die zentrale Idee beruht auf zwei Parametern: „Marktakzeptanz“ (gesamter Umsatz eines Medienunternehmens als Ausdruck seiner wirtschaftlichen Relevanz) und „journalistische Dichte“ (Anteil dieses Umsatzes, der nachweislich in journalistische Arbeit und redaktionelle Infrastruktur fließt). Aus den Branchen‑GrundgrĂ¶ĂŸen – Gesamtumsatz aller privaten Medien und Gesamtzahl der dort beschĂ€ftigten Journalist:innen – wird eine Basiskennzahl berechnet, anhand derer jedes Medium ĂŒber eine Formel automatisch seine Fördersumme ermittelt; zusĂ€tzlich gibt es einen Förderdeckel von 10 Prozent der Gesamtsumme, um Überförderung einzelner Platzhirsche wie der „Kronen Zeitung“ zu verhindern und Mittel fĂŒr Start‑ups und Innovation freizuspielen.

    Der Fonds ersetzt alle bisherigen Förderschienen, soll ĂŒber die RTR/KommAustria technisch abgewickelt werden und setzt auf Transparenz, Zahlenlogik und möglichst geringe politische Eingriffsmöglichkeiten, anstatt auf eine QualitĂ€tskommission, wie sie im Kaltenbrunner‑Modell vorgesehen ist. Zugangsvoraussetzungen wĂ€ren unter anderem eine eigenstĂ€ndige Redaktion mit Redaktionsstatut, klare Trennung von Werbung und Redaktion, journalistischer Kernauftrag, BeschĂ€ftigung qualifizierter Journalist:innen (inklusive Kollektivvertrag), Offenlegung von EigentumsverhĂ€ltnissen, UmsĂ€tzen und Strukturen sowie Einhaltung medienrechtlicher und journalistischer Standards; parteinahe Medien und politische Organe wĂ€ren ausgeschlossen. Problematische oder unsorgfĂ€ltige Medien könnten bei groben VerstĂ¶ĂŸen gegen journalistische Sorgfaltspflicht bis hin zum Förderentzug sanktioniert werden, wobei Gmeinbauer eher an eine Rolle der RTR (gegebenenfalls ergĂ€nzt um ein Schiedsgericht) als an den Presserat denkt.

    Im Unterschied zur Kaltenbrunner‑Studie, die QualitĂ€tsmechanismen und unabhĂ€ngige Kommissionen stĂ€rker betont, will Gmeinbauer QualitĂ€tsfragen nicht in ein „QualitĂ€tsministerium“ auslagern, sondern sie indirekt ĂŒber Marktakzeptanz und Höhe der Investitionen in Journalismus abbilden; er argumentiert, dass Leser:innen, Hörer:innen und Werbekunden letztlich die QualitĂ€t entscheiden. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die von ihm empfundene Schieflage zwischen ORF‑Finanzierung (ĂŒber 700 Millionen Euro Haushaltsabgabe) und derzeitiger UnterstĂŒtzung privater Medien (rund 100–140 Millionen Euro), die er mit einem deutlich höheren, etwa halb so großen Volumen fĂŒr den privaten Sektor korrigieren will. FĂŒr journalistische Start‑ups und Innovationen sollen 30 bis 40 Millionen Euro innerhalb des Fonds reserviert werden, wĂ€hrend reine Ein‑Personen‑Projekte ohne redaktionelle Struktur – etwa einzelne Podcasts – keinen Anspruch hĂ€tten, um professionelle Strukturen zu stĂ€rken. Gmeinbauer versteht seinen Vorschlag als Beitrag zur Absicherung unabhĂ€ngigen Journalismus als „kritische Infrastruktur“ einer liberalen Demokratie und hofft, dass Politik, VerbĂ€nde und Branche sein Modell ernsthaft in die weitere Debatte ĂŒber eine zukunftsfĂ€hige Medienförderung einbeziehen.

    Links zur Folge:

    Download ÖVP-Papier

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  • Ausgehend von der vielbeachteten Studie, die Medienforscher Andy Kaltenbrunner fĂŒr das Medienministerium erstellt hat, beschreibt er bei Host Stefan Lassnig eine „Branche am Abgrund“: Werbegelder fließen mehrheitlich zu internationalen Plattformen, Social Media löst klassische Medien als Nachrichtenquelle ab und journalistische ArbeitsplĂ€tze sind seit 2006 um rund ein Drittel zurĂŒckgegangen. Anhand des Bildes vom „Wasserfall“ und internationalen Vergleichen (USA, andere europĂ€ische LĂ€nder) macht er deutlich, wie schnell sich die Erosion der GeschĂ€ftsmodelle und der publizistischen Infrastruktur nun auch in Österreich beschleunigt. Zugleich betont er, dass eine geschwĂ€chte Medienlandschaft demokratiepolitische Folgen hat – wo Journalismus in Schwierigkeiten ist, gerĂ€t auch die Demokratie in Gefahr, wie Beispiele aus Ungarn, den USA oder Brasilien zeigen.

    Ein wichtiger Strang des GesprĂ€chs ist die bisherige, teils intransparente Rolle öffentlicher Inserate als faktische Medienförderung und deren jĂŒngste drastische KĂŒrzung, die den Reformdruck zusĂ€tzlich erhöht. Kaltenbrunner kritisiert, dass bestehende Förderinstrumente Oligopole eher stĂŒtzen als Vielfalt und Markteintritt neuer Angebote. Die vorgeschlagene Neuausrichtung hin zu einer echten Journalismusförderung umfasst einen Kern von 110 Millionen Euro, der zu jeweils 30 Millionen in journalistische ArbeitsplĂ€tze und redaktionelle Infrastruktur fließen soll, ergĂ€nzt um Digital‑Abo‑Förderung, Innovations‑ und Start‑up‑Töpfe, thematische Calls sowie Mittel fĂŒr QualitĂ€tssicherung, Aus‑ und Weiterbildung und Medienkompetenz. Zugangsvoraussetzungen wĂ€ren unter anderem öffentlicher Informationszweck, vollstĂ€ndige EigentĂŒmer‑ und Erlöstransparenz, professionelle redaktionelle Strukturen, angemessene Bezahlung, Redaktionsstatuten sowie die Unterwerfung unter ethische Kodizes und eine gestĂ€rkte Selbstkontrolle (z.B. ausgebaute PresserĂ€te).

    Besonders ausfĂŒhrlich diskutieren Lassnig und Kaltenbrunner den Vorschlag einer strikt politikfernen, unabhĂ€ngigen Förderkommission unter höchstrichterlichem Vorsitz, in der neben einem KommAustria‑Mitglied auch internationale Expertinnen und Experten vertreten sein sollen, um das „Arm’s‑length‑Principle“ gegenĂŒber der Tagespolitik sicherzustellen.

    Kaltenbrunner unterstreicht die Dringlichkeit: Angesichts des Kipppunktes bei Werbegeldern, der wachsenden Plattformdominanz und EU‑beihilferechtlicher Vorlaufzeiten brauche es rasch klare politische Entscheidungen, die auf der nun vorliegenden, im Parlament beauftragten Studie und ihren umfangreichen Brancheninterviews aufbauen. Am Ende plĂ€diert er dafĂŒr, die Medien‑ und Journalismusförderung als Infrastruktur fĂŒr demokratische Öffentlichkeit zu begreifen – nicht als bloßes wirtschaftliches Rettungspaket – und hofft, dass der nun angestoßene Diskurs an vielen Stellen konstruktiv weitergefĂŒhrt wird.

    Links zur Folge:

    Studie zum Download

    Die Dunkelkammer #91 Grell, rasant, gefĂ€hrlich: Über Tiktok und den Fall Mois

    Österreichischer Presserat

    Podcastempfehlung der Woche:

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  • Georg Renner trifft StaatssekretĂ€rin Barbara Eibinger-Miedl (ÖVP) im Finanzministerium – am Morgen nach der Einigung ĂŒber die GrundzĂŒge des Doppelbudgets fĂŒr 2027 und 2028. Auf dem Tisch: ein Gesamtpaket von rund 5 Milliarden Euro, das sich je zur HĂ€lfte auf Budgetkonsolidierung und Offensivmaßnahmen aufteilt. Im Zentrum steht die seit Jahren geforderte Senkung der Lohnnebenkosten um einen Prozentpunkt – allein das kostet 2 Milliarden Euro. Eibinger-Miedl erklĂ€rt, wie ein Drei-Parteien-Budget verhandelt wird, warum die Regierung den Zeitdruck vor dem Sommer bewusst gewĂ€hlt hat, was sich beim Familienbonus tatsĂ€chlich Ă€ndert und ob Österreich es bis 2028 schafft, aus dem EU-Defizitverfahren herauszukommen. Außerdem: Warum eine Vermögens- und Erbschaftssteuer trotz SPÖ-Forderungen nicht auf der Agenda steht – und was Landtagswahlen mit dem Timing eines Doppelbudgets zu tun haben könnten.

    Mehr zum Thema:

    Unser GesprĂ€ch mit Finanzminister Markus Marterbauer (SPÖ) vom Oktober:
    https://ganzoffengesagt.simplecast.com/episodes/57-2025-wie-stehts-mit-der-konsolidierung-mit-markus-marterbauer

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  • Christoph Chorherr gestaltet die vierte Folge der Sonderserie zur „Zukunft der Demokratie“ mit einem GesprĂ€ch ĂŒber das neue Buch von Götz Aly „Wie konnte das geschehen?“, das den Untergang der Weimarer Demokratie und die Entstehung des Nationalsozialismus aus der Perspektive der Mehrheitsgesellschaft beleuchtet. Aly schildert biografisch, wie er als Nachkriegskind ĂŒber NS‑Prozesse, Filme ĂŒber Konzentrationslager und das Schweigen der Eltern zur Auseinandersetzung mit Nationalsozialismus und Shoah kam und warum er darin weniger ein Staats- als ein Gesellschaftsversagen erkennt. Er kritisiert das gĂ€ngige GedenkstĂ€ttenkonzept, das TĂ€ter als „SS‑Monster“ auslagert und die Identifikation mit Opfern erleichtert, wĂ€hrend die Beteiligung der „halbwegs normalen“ Deutschen und Österreicher an Arisierung, Zwangsarbeit und Deportationen weitgehend ausgeblendet bleibt. AusfĂŒhrlich erklĂ€rt Aly, wodurch die NS‑Regierung bis 1938 so populĂ€r wurde: durch radikale soziale Maßnahmen zugunsten von Mietern, Bauern, Arbeitslosen und Kriegsversehrten, finanziert durch Schulden, höhere Steuern fĂŒr Vermögende und Unternehmen sowie eine Politik der materiellen „Bestechung“ breiter Schichten. Ebenso zeigt er, wie moderne Massenmedien – vor allem Radio, Kino-Wochenschau und Unterhaltungsfilme – mit 85 Prozent Unterhaltung und wohldosierter Propaganda kombinierte, um Zustimmung zu Hitler, zur AufrĂŒstung und spĂ€ter zum Krieg emotional abzusichern. Am Beispiel der „Euthanasie“-Morde an psychisch Kranken und Behinderten und der spĂ€teren Judendeportationen beschreibt Aly, wie Verwaltung, medizinische Profession, Nachbarschaften und Familien stufenweise in ein System des Mitwissens, Mitprofitierens und opportunistischen Schweigens hineingezogen wurden. In einem zweiten Schwerpunkt vergleicht er die Endphase der Weimarer Republik mit heutigen Demokratien: Die damalige Zersplitterung und Selbstblockade der Parteien der Mitte, das Ausweichen in Symbolpolitik und die Angst, WĂ€hlerinnen und WĂ€hlern unangenehme Wahrheiten zu zumuten, erkennt er in abgeschwĂ€chter Form auch in Berlin, Wien, Paris und Washington. Aly warnt jedoch vor inflationĂ€ren Faschismus‑Vergleichen, plĂ€diert dafĂŒr, von Nationalsozialismus bzw. „Hitlerismus“ zu sprechen und die konkreten sozialen und politischen Mechanismen von Stabilisierung und Radikalisierung genau zu analysieren, statt alles mit einem Schimpfwort zu ĂŒberdecken. Abschließend reflektiert er seine eigene 68er‑Biografie („Unser Kampf“), zeigt die langen Schatten elterlicher NS‑Biografien und formuliert einen Satz, den er auf ein großes Plakat am Potsdamer Platz schreiben wĂŒrde: „Bildet euch nicht ein, ihr wĂŒrdet auf der besseren Seite der Geschichte stehen.“

    Links zur Folge:

    Götz Aly auf Wikipedia

    Buch "Wie konnte das geschehen?" (S. Fischer Verlag)

    Buch "Unser Kampf" (S. Fischer Verlag)

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  • Stefan Lassnig spricht mit der Politikwissenschafterin Gabriela Greilinger (University of Georgia) ĂŒber politische Entwicklungen in den USA und in Ungarn. Sie beschreibt, wie der Irankrieg, steigende Spritpreise und eine turbulente Personalpolitik im Trump-Kabinett die Stimmung im Land verschlechtern und Trumps Zustimmungswerte drĂŒcken. Ein Schwerpunkt liegt auf der extremen Polarisierung zwischen Republikanern und Demokraten, der geringen WĂ€hlerwanderung und der vergleichsweise niedrigen Wahlbeteiligung in den USA, die Wahlen zu reinen Mobilisierungsschlachten machen. Greilinger erlĂ€utert, wie der geplante Safe America Act und bestehende Praktiken wie Voter ID, Gerrymandering und HĂŒrden bei der Registrierung die Wahlen zwar nicht abschaffen, aber immer unfairer machen und die USA in Richtung „competitive authoritarianism“ schieben. Im GesprĂ€ch geht es auch um Trumps erratische Kommunikation, Verschwörungsnarrative rund um die Epstein-Files und die Normalisierung seines Politikstils bei einer jungen Generation, die kaum andere PrĂ€sidenten erlebt hat. Anhand von Beispielen wie Turning Point USA und den „MAGA-Hats“ am Campus zeigt Greilinger, wie rechte Organisationen gezielt an UniversitĂ€ten Stimmung machen und Trumps Politik im Mainstream verankern. Im zweiten Teil analysiert sie den ĂŒberraschend klaren Wahlsieg der konservativen Oppositionspartei Tisza und ihres Spitzenkandidaten PĂ©ter Magyar in Ungarn, der OrbĂĄns Fidesz-Regime nach 16 Jahren und trotz auf sie zugeschnittenem Wahlsystem und Medienkontrolle abgelöst hat. Sie betont, dass der ungarische Machtwechsel vor allem mit Korruption, ökonomischem Missmanagement und einer breiten Mobilisierung bis in entlegene lĂ€ndliche Regionen zu tun hatte, nicht aber mit einem Bruch mit rechtskonservativer Politik. Abschließend erklĂ€rt Greilinger, welche Reformen Magyar nun fĂŒr Rechtsstaatlichkeit, Medien und den Zugang zu EU-Geldern anstoßen könnte und weshalb die Abwahl OrbĂĄns eher eine ungarische Besonderheit als der Beginn einer breiten Entzauberung des europĂ€ischen Rechtspopulismus ist.

    Links zur Folge:

    Über die Wahl in Ungarn - (Ganz offen gesagt Folge #25 2026)

    "Was lernen wir durch Trump" - Teil 1 (Ganz offen gesagt Folge #19 2026)

    Podcastempfehlung der Woche:

    Safe! Stories ĂŒbers Investieren (Wiener Börse)

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  • Frauen mit Behinderungen werden in Österreich und Deutschland hĂ€ufiger sterilisiert als Frauen ohne Behinderungen. Das inklusive Magazin andererseits hat monatelang recherchiert und zeigt, warum es noch immer vorkommt, dass Menschen mit Behinderungen sterilisiert werden, ohne selbst darĂŒber entschieden zu haben. FĂŒr die Reportage haben die Journalistinnen mit ĂŒber 100 Menschen gesprochen und Einblicke in ein System mit einer Vielzahl an Barrieren, fehlender AufklĂ€rung und strukturellem Druck gewonnen.

    Im GesprĂ€ch erzĂ€hlen die Journalistinnen Luise JĂ€ger und Ramona Arzberger, warum Entscheidungen ĂŒber den Körper von Betroffenen oft ĂŒber ihre Köpfe hinweg getroffen werden und welche Rolle Angehörige, Ärzt*innen und Einrichtungen dabei spielen. Sie sprechen auch ĂŒber fehlendes Wissen in der Medizin, komplizierte Sprache und Fachbegriffe und darĂŒber, wie wenig ĂŒber SexualitĂ€t von Menschen mit Behinderungen gesprochen wird. Außerdem geht es um Gewalt, VerhĂŒtung und die Frage, warum Selbstbestimmung in der Praxis oft nicht umgesetzt wird – obwohl sie im Gesetz verankert ist.

    WeiterfĂŒhrende Links:
    Hier geht es zu der besprochenen Reportage von andererseits: Hauptsache, du kriegst kein Kind!
    Weitere Informationen ĂŒber andererseits und UnterstĂŒtzungsmöglichkeiten

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  • Ungarn steht vor richtungsweisenden Wahlen. Seit Jahren prĂ€gt Viktor OrbĂĄn das Land, mit einem politischen System, das demokratische Strukturen formal aufrechterhĂ€lt, wĂ€hrend Macht zunehmend konzentriert wird. Die Österreich- und Ostmitteleuropa-Korrespondentin der „Neuen ZĂŒrcher Zeitung“ Meret Baumann spricht mit Saskia Jungnikl-Gossy ĂŒber OrbĂĄns System, ĂŒber seinen Herausforderer PĂ©ter Magyar, ĂŒber Korruption und die Frage, wie frei Wahlen in einem solchen Umfeld sind.

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  • Elisalex Henckel-Donnersmarck erzĂ€hlt, wie aus einer lang gehegten Idee der Podcast „Kniefall: Die Radikalisierung der Karin Kneissl“ wurde und warum gerade diese Biografie fĂŒr sie exemplarisch fĂŒr österreichische Russland-NĂ€he ist. Mit Host Stefan Lassnig und Journalistenkollegen Paul Koren rekonstruiert Henckel-Donnersmarck Kneissls Werdegang von der Kindheit im Nahen Osten ĂŒber die ENA in Paris und frĂŒhe Kontakte zu einem mutmaßlichen KGB-Offizier bis zu ihrer Rolle als außenpolitische Expertin und Autorin. Immer wiederkehrende Motive sind KrĂ€nkung, Stolz, finanzielle Existenzsorgen und das Auseinanderklaffen von Selbst- und Fremdbild, die sich auch in Konflikten mit Institutionen und Kollegen zeigen. Detailliert diskutiert werden Kneissls AnnĂ€herung an die FPÖ, ihre Ernennung zur Außenministerin, die Rolle von Margot Klestil-Löffler und PlĂ€ne fĂŒr einen russlandaffinen „Schattengeheimdienst“ im Außenministerium. Ein Schwerpunkt liegt auf dem Jahr 2018 – von der BVT-Razzia ĂŒber den Nowitschok-Anschlag, Putins Wien-Besuch und den verlĂ€ngerten Gasvertrag bis zur Hochzeit in Gamlitz, bei der der berĂŒhmte Kniefall stattfand. Nach Ibiza, Amtsverlust und Pandemie verschĂ€rfen sich Kneissls persönliche Krisen, wĂ€hrend die attraktivsten Angebote zunehmend aus dem russischen Umfeld kommen – von RT ĂŒber UniversitĂ€ten bis zur GrĂŒndung des Instituts GORKI in Russland. Heute tritt sie in zentralen russischen Propagandasendungen auf, zeichnet Europa als „lawless space“ und bestĂ€tigt das Kreml-Narrativ eines vom Westen bedrohten Russland, was die Autor:innen als Teil koordinierter Einflussoperationen („active measures“) deuten.

    Links zur Folge:

    Kniefall - die Radikalisierung der Karin Kneissl

    Podcastempfehlung der Woche:

    Zwarakonferenz von LAOLA1

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