Avsnitt
-
»Meinen Garten betrachte ich als Freund, das ist ein Geben und Nehmen«,
sagt Horst Mager im Podcast »Frisch an die Arbeit«. Als ausgebildeter
Landschaftsgärtner und Biologe kümmert er sich seit Jahrzehnten um
Pflanzen. Schon in seiner Kindheit pflegte er mit seiner spanischen
Mutter und seinem deutschen Vater im Garten der Familie die Blumen und
das Gemüse. Mittlerweile gärtnert er vor allem in seinem Berliner
Schrebergarten. Dort wird auch die Fernsehsendung »Gartenzeit« gedreht,
die Mager für den Rbb moderiert.
Mager, 62, machte nach seinem Biologiestudium ein Volontariat bei einem
Fernsehsender. Mit 58 Jahren eröffnete er unter »Horst sein
Schrebergarten« Accounts bei Instagram und YouTube. Für einen schönen
Garten oder Balkon sei es entscheidend, die passende Pflanze für den
Standort auszuwählen. »Wie lange scheint dort die Sonne? Will ich das
oft gießen? Kommt da sowieso Regen hin? Das sind wichtige Punkte«, sagt
Mager. Für jeden Platz gebe es ein Gewächs. »Auf einem Balkon ist es
wichtig, nicht fünf kleine Blumentöpfe zu haben, die dauernd
austrocknen, sondern einen großen.«
Wie ein Garten aussehen soll, habe sich in den vergangenen Jahren sehr
geändert, sagt Mager. Während früher ein gepflegter Rasen, ein Rosenbeet
und ein Rhododendron gewünscht war, sei heute vieles entspannter. »Es
gibt viele Menschen, die jetzt anders gärtnern und die Natur
einbeziehen«, sagt Mager. Besonders traurig sei es, wenn Hausbesitzer
ihren Garten zubetonieren oder die Pflanzen zum falschen Zeitpunkt
zurückschneiden. »Man sieht am Garten, wie die Menschen funktionieren.«
Mindestens zwei Tage in der Woche verbringt Mager in seinem
Schrebergarten, einsam fühlt er sich dabei nie. »Ich rede ganz viel mit
meinen Pflanzen, es sind sehr entspannte Unterhaltungen. Ich glaube, sie
sprechen auch mit mir.«
Im Podcast erzählt Mager von seinem langen Berufsweg, den hässlichsten
Vorgärten und warum es ihm Schmerzen bereitet, wenn er
schlecht gepflegte Bäume und Blumen sieht.
»Frisch an die Arbeit« wird jeden zweiten Dienstag veröffentlicht. Es
moderieren im Wechsel Daniel Erk, Hannah Scherkamp und Elise Landschek.
Das Team erreichen Sie unter [email protected].
[ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner
finden Sie HIER.
[ANZEIGE] Mehr hören? Dann testen Sie unser Podcast-Abo mit Zugriff auf
alle Dokupodcasts und unser Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos
testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten,
testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot. -
»Eine gute Trauerfeier pendelt zwischen Lachen und Weinen«, sagt Danny
Klein im Podcast »Frisch an die Arbeit«. Seit 2018 arbeitet die
56-Jährige als freie Trauerrednerin in Berlin und begleitet Menschen
dabei, Abschied von Freunden oder Familienangehörigen zu nehmen. »Eine
Trauerrede zu beauftragen, ist ja auch ein riesiger Vertrauensakt«, sagt
sie.
Klein wurde in Hannover geboren, wuchs in England auf und studierte
Theologie und Portugiesisch. Später arbeitete sie unter anderem als
Fotografin, in der Kulturvermittlung und als Bestatterin. Heute ist sie
neben ihrer Arbeit als Trauerrednerin auch Rettungssanitäterin im
Krankenhaus. Die unterschiedlichen Stationen verbindet ein gemeinsames
Interesse, wie Klein erzählt: »Ich suche intensive Begegnungen.«
Wenn sie von einer Familie beauftragt wird, besucht sie diese meist zu
Hause oder an einem Ort, der für den verstorbenen Menschen wichtig war.
Fotos, Erinnerungsstücke und vertraute Räume helfen ihr dabei, mit den
Angehörigen ins Gespräch zu kommen. »Ich möchte Geschichten hören, die
ihnen wichtig sind«, sagt sie. Aus vielen einzelnen Erinnerungen
entsteht Schritt für Schritt ein Bild über den Verstorbenen, das später
die Grundlage ihrer Rede bildet.
Dabei geht es ihr ausdrücklich nicht darum, einen Menschen zu
idealisieren. »Man kann sich nicht von einem falschen Bild
verabschieden«, sagt Klein. Auch Konflikte, schwierige Erfahrungen oder
Widersprüche dürfe man erwähnen, solange man sie nicht bewerte. Für
Klein ist die Trauerrede deshalb »ein Moment der Wahrheit«, in dem ein
Mensch noch einmal in seiner ganzen Vielschichtigkeit spürbar wird.
»Für mich ist das Schreiben einer solchen Rede ein künstlerischer
Prozess«, sagt sie. Dafür führt Klein mehrere Gespräche, macht
handschriftliche Notizen und arbeitet oft bis kurz vor der Trauerfeier
an ihren Formulierungen. Mehr als eine Rede pro Monat übernimmt sie
bewusst nicht.
Die fertige Rede versteht sie nicht als bloßen Text. Rhythmus, Pausen
und Blickkontakt seien genauso wichtig wie die Worte selbst. »Bevor ich
eine Trauerrede halte, lese ich sie meiner Partnerin und meiner Mutter
vor, um sicherzugehen, dass alle Zuhörenden gut durch den Text geführt
werden.«
Im Podcast erzählt Danny Klein außerdem, weshalb sie glaubt, dass gerade
die Erinnerungen an Großzügigkeit, Offenheit und gemeinsam erlebte
Momente das sind, was von einem Menschen bleibt. Und warum sie ihre
Trauerreden nie mit dem Satz »Liebe Trauergemeinde« beginnt.
[ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner
finden Sie HIER.
[ANZEIGE] Mehr hören? Dann testen Sie unser Podcast-Abo mit Zugriff auf
alle Dokupodcasts und unser Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos
testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten,
testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot. -
Saknas det avsnitt?
-
»Die Ursache von fast allen größeren gesellschaftlichen Problemen liegt
darin, wie wir Vermögen verteilen«, sagt Sebastian Klein im Podcast
»Frisch an die Arbeit«. Der 44-jährige Unternehmer hat 2012 zusammen mit
Freunden die App Blinkist gegründet, die Sachbücher in kurzen Texten
zusammenfasst. »Mein größter Wunsch war damals, möglichst schnell
möglichst viel Geld zu verdienen.«
Mit dem Verkauf der App wurde Klein im Jahr 2023 zum Multimillionär. Der
plötzliche Reichtum habe ihn verändert, sagt er. »Ich wollte immer mehr.
Plötzlich hatte ich das Gefühl, ich entferne mich dadurch von Menschen
und einfachen Freuden, die eigentlich viel wichtiger sind im Leben.«
Klein gründete die Investmentfirma Karma Capital und gab 90 Prozent
seines Vermögens an kleine, gemeinwohlorientierte Initiativen, die nicht
profitorientiert sind.
Für Antje von Dewitz ist Profit hingegen »überlebenswichtig«, wie sie im
Podcast sagt. »Ich bin auf Profit angewiesen, er erlaubt mir, nachhaltig
zu wirtschaften und nicht auf Ausbeutung zu setzen, wie andere
Unternehmen.« Sie hat das Familienunternehmen Vaude im Jahr 2009 von
ihrem Vater übernommen – eine Firma, die Outdoor- und Bergsportartikel
verkauft. Von Dewitz richtete die Firma auf Nachhaltigkeit aus, nach
eigenen Angaben achtet sie auf faire Arbeitsbedingungen und transparente
Lieferketten.
Im Podcast spricht die 53-Jährige darüber, wie schwierig es am Anfang
war, ihre Ideen zur Nachhaltigkeit im Unternehmen durchzusetzen. Auch
berichtet sie über ihre Erfahrungen als Frau in einer Führungsposition.
Am Anfang sei die Belegschaft skeptisch gewesen, erzählt sie. Da seien
Fragen gekommen wie: Weiß dein Vater, was du da machst? Doch die soziale
Verantwortung des Unternehmens sei ihr immer wichtig gewesen. Für ihr
Engagement bekam sie zahlreiche Auszeichnungen, unter anderem 2024 das
Bundesverdienstkreuz am Bande.
Die aktuelle Podcastfolge von »Frisch an die Arbeit« wurde live bei der
Führungskräftemesse Future Leader Summit im Congress Center Hamburg
(CCH) aufgezeichnet. Rund eine Stunde sprach Host Elise Landschek auf
dem Podium mit ihren Gästen Antje von Dewitz und Sebastian Klein zum
Thema »Führen mit Verantwortung: Perspektiven auf Macht, Geld und
Gesellschaft«. Dieser Podcast ist die gekürzte Fassung der
Veranstaltung.
[ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner
finden Sie HIER.
[ANZEIGE] Mehr hören? Dann testen Sie unser Podcast-Abo mit Zugriff auf
alle Dokupodcasts und unser Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos
testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten,
testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot. -
»Wenn ich morgens aufwache und den Berg sehe, sind diese 30 Sekunden
alle Anstrengungen wert«, sagt Anna Kuisle im Podcast »Frisch an die
Arbeit«. Die 33-Jährige arbeitet seit fünf Jahren jeden Sommer als
Wirtin der Hildesheimer Hütte in den Stubaier Alpen und versorgt dort
mit ihrem Team bis zu 70 Gäste.
Die Hildesheimer Hütte liegt auf 2.899 Metern Höhe in Tirol und befindet
sich zwischen dem Ötztal mit dem Wintersportort Sölden und dem
Stubaital. Die hochalpine Lage in der Nähe mehrerer Gletscher macht die
Hütte zu einem beliebten Ausgangspunkt für Wanderungen.
Bevor die Saison beginnt, erzählt Kuisle, muss sie das Team rekrutieren,
zusammenstellen und Dienstpläne schreiben, Lebensmittelbestellungen
planen und Helikopterflüge organisieren. »Über die Saison müssen
ungefähr zehn Tonnen an Lebensmitteln bewegt werden. Mit dem Helikopter
kann man pro Flug rund 700 Kilo hochbringen«, erzählt sie.
Kuisle ist eigentlich studierte Bauingenieurin und arbeitet im Winter
auch als Verkehrsplanerin im österreichischen Innsbruck. Nach einigen
Jahren im Büro aber fragte sie sich: »War es das jetzt, oder gibt es
vielleicht noch was anderes?« Sie entschied sich, noch einmal auf einer
Berghütte zu arbeiten, und blieb. »Ich habe es noch nie bereut«, sagt
sie.
Zu Kuisles Arbeitsalltag gehören neben der Gastronomie auch
Stromausfälle, kaputte Materialseilbahnen und viele Fragen der Gäste zu
Wetter, Gletschern und zur Tourenplanung. Gerade auch als junge deutsche
Frau habe sie sich ihren Platz unter den Einheimischen und in den Alpen
erarbeiten müssen. »Da wird man schon erst mal schief angeschaut«,
erzählt sie.
Gerade im hochalpinen Gelände beobachtet sie Veränderungen. »Es wird
schon anspruchsvoller und gefährlicher«, sagt sie mit Blick auf
schmelzende Gletscher und den auftauenden Permafrost. Gleichzeitig
erlebt sie einen Wandel bei den Gästen. »Ich glaube, die Menschen werden
jünger, weiblicher und essen häufiger vegetarisch oder vegan«, sagt
Kuisle. Auch der Alkoholkonsum nehme ab.
Die Arbeit auf der Hütte, sagt Kuisle, sei für sie anstrengend, aber
auch erfüllend. »Die drei Monate auf der Hütte sind einfach fast
ausschließlich Arbeit«, erzählt sie. »Aber ich merke dort so richtig,
dass das einfach mein Platz ist.«
Im Podcast erzählt Anna Kuisle außerdem, warum die Stimmung auf der
Hütte besser wird, wenn der Handyempfang weg ist, was sie tut, wenn sie
selbst einmal einen »Hüttenkoller« bekommt und warum sie auch im Winter
regelmäßig zu ihrer Hütte wandert.
[ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner
finden Sie HIER.
[ANZEIGE] Mehr hören? Dann testen Sie unser Podcast-Abo mit Zugriff auf
alle Dokupodcasts und unser Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos
testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten,
testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot. -
»Die Arbeitsbelastung in meinem Beruf ist sehr hoch, ich schaffe es nur,
weil er mir so viel Freude macht«, sagt Victoria Lieftüchter im Podcast
»Frisch an die Arbeit«. Als Kinderärztin arbeitet sie nicht nur auf der
Intensivstation des LMU-Klinikums in München, sondern ist auch
regelmäßig als Kindernotärztin mit einem Team der Rettungsstelle im
Einsatz.
Lieftüchter, 40, muss häufig am Wochenende oder nachts arbeiten.
Obendrauf kommen mindestens 24 Arbeitsstunden im Monat für den
Kindernotdienst. »Ich liebe diesen Job. Denn ich kann Kindern helfen,
die für mich das Wertvollste sind, was wir haben«, sagt Lieftüchter. Oft
wird sie als Kindernotärztin zu schweren Unfällen gerufen.
Manchmal reagieren die Eltern aber auch über und wählen grundlos den
Notruf. »Genervt bin ich trotzdem nie, denn die Eltern haben uns ja
nicht aus Spaß angerufen, sondern weil sie sich Sorgen gemacht haben«,
sagt Lieftüchter. Dennoch glaubt sie, dass sich viele Eltern von
Chatbots oder Google verunsichern lassen und zu Hause falsche Diagnosen
stellen.
Lieftüchter ist Mutter einer achtjährigen Tochter und arbeitet Vollzeit.
»Natürlich habe ich oft zurückgesteckt. Ich musste Geburtstage von
Freunden absagen oder konnte selten das ganze Wochenende mit meinem Kind
verbringen«, sagt Lieftüchter.
Ihr oberstes Ziel motiviert sie: Kinder an allen Kliniken sollen von
Spezialisten behandelt werden können, auch über den Notruf. Dafür setzt
sie sich auch als Vorstandsmitglied in der Fachgesellschaft für
Neonatologie und pädiatrische Intensivmedizin ein. In vielen
Bundesländern ist das bislang nicht so.
Im Podcast erzählt Lieftüchter, wie ein Einsatz als Kindernotärztin
abläuft, womit sie ihre Resilienz stärkt und mit welchen Argumenten sie
junge Kollegen für den Job begeistert.
[ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner
finden Sie HIER.
[ANZEIGE] Mehr hören? Dann testen Sie unser Podcast-Abo mit Zugriff auf
alle Dokupodcasts und unser Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos
testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten,
testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot. -
»Ich wollte keinen einfachen Job – das hat funktioniert«, sagt Stephanie
Pfalzer im Podcast »Frisch an die Arbeit«. Sie ist stellvertretende
Leiterin der Justizvollzugsanstalt München und verantwortet unter
anderem eine Therapieabteilung für Sexualstraftäter.
Pfalzer, 50, studierte Rechtswissenschaften und Rechtsphilosophie in
Augsburg und Edinburgh. Seit 2011 gehört sie zum Leitungsteam der JVA
München. In ihrer Einrichtung sind vor allem Menschen in
Untersuchungshaft untergebracht.
Anders als in einer JVA mit langen Haftstrafen sei es hier noch möglich,
Perspektiven für die Inhaftierten zu entwickeln. »Bei uns haben die
meisten Gefangenen noch Hoffnung und blicken nach vorne«, sagt Pfalzer.
Viele glaubten, ihre Unschuld beweisen zu können oder mit einem milderen
Urteil davonzukommen.
Wenn neue Inhaftierte ankommen, geht es oft zuerst um praktische Fragen.
»Manchmal ist das nur die zurückgelassene Katze, um die sich jemand
kümmern muss«, sagt Pfalzer. Viele würden direkt aus ihrem Alltag heraus
verhaftet. Ab und zu führt das zu absurden Situationen, etwa wenn ein
Inhaftierter seinen Verwandten sein plötzliches Verschwinden erklären
will. »Ein Gefangener hat seinen Kindern etwa erzählt, er arbeite auf
einer Ölbohrplattform und könne deshalb nicht nach Hause kommen«, sagt
Pfalzer. Er habe gewollt, dass einer unserer Mitarbeiter das bestätigt.
»Aber an Lügen beteiligen wir uns natürlich nicht«, sagt Pfalzer.
Der Alltag in einer Justizvollzugsanstalt ist streng organisiert. Handys
sind nicht zugelassen, weil die Kommunikation kontrolliert werden muss.
Brillen oder Hörgeräte sind nach einer Kontrolle erlaubt, Eheringe nur
bis zu einem bestimmten Wert.
»Ich habe aber nie das Gefühl, dass ich nur Regeln umsetze – ich kann
auch viel von meinen Überzeugungen einfließen lassen«, sagt Pfalzer. Mit
den Jahren habe sich ihr Blick auf Täter verändert. »Straffällig werden
Menschen außerhalb der Mauern, nicht hinter Gittern.« Lebensumstände
seien oft entscheidend, gerade auch Suchterkrankungen, auch wenn jede
Tat eine eigene Entscheidung bleibe.
Im Podcast erzählt Stephanie Pfalzer außerdem, warum die JVA für manche
Gefangene auch eine Rettung ist, weshalb Ausbrüche selten geworden sind
und wie Angehörige und Freunde mit Gefangenen umgehen sollten.
[ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner
finden Sie HIER.
[ANZEIGE] Mehr hören? Dann testen Sie unser Podcast-Abo mit Zugriff auf
alle Dokupodcasts und unser Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos
testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten,
testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot. -
"Mein Job kann körperlich sehr anstrengend sein", sagt Michael Leopold
im Podcast Frisch an die Arbeit. Er ist Schlagzeuger bei den Münchner
Philharmonikern und braucht für das Spielen von Trommeln, Becken,
Donnerblechen oder Gongs viel Kraft und muss oft lange stehen. "Dafür
ist es auf der anderen Seite auch ganz entspannt", fügt er hinzu. Zum
Beispiel, wenn bei der 7. Sinfonie von Bruckner nur ein einziger Schlag
im ganzen Stück anstehe. Den dürfe man dann allerdings auf keinen Fall
verpassen, "das wäre sonst sehr peinlich".
Seit fast zehn Jahren spielt der 35-Jährige verschiedene
Perkussionsinstrumente bei den Philharmonikern. Oft sitzen bei den
Konzerten mehr als 100 seiner Musikerkollegen auf der Bühne. Die
Hierarchien seien dabei klar geregelt. "Die Chefs sind die ersten Geiger
und der Dirigent, bei den Rhythmusinstrumenten hinten gibt auch der
Paukist den Ton an", sagt Leopold. Mit den Bläsern kämen Schlagzeuger
wie
er besonders gut klar, "denn die haben oft denselben Hintergrund. Die
meisten haben wie wir in kleinen Blaskapellen auf dem Land angefangen
und sind dann erst zur klassischen Musik gewechselt."
Er selbst habe erst gar nicht gewusst, dass er die Musik zum Beruf
machen wollte, fast wäre er Profi-Fußballer geworden. Aber dann verlief
sein Weg recht geradlinig über sein Studium an der Musikhochschule
München und viele Stationen an Theatern, Orchestern und der
renommierten Akademie der Philharmoniker. "Ich bin sehr dankbar, dass
ich so ein Glück hatte", sagt Leopold.
Von allen Stücken möge er die Sinfonien von Gustav Mahler am liebsten,
da er als Schlagzeuger da viel zum Einsatz komme. Auch an eher
unscheinbaren Instrumenten. "Es macht einen Unterschied, wie man zum
Beispiel Triangel spielt", sagt er. "Man kann schon eine kleine
Wissenschaft daraus machen: Wo klingt dieses Dreieck am schönsten, wo
sind die Obertöne am klarsten."
Im Podcast erzählt Leopold, welche Pannen er auf der Bühne schon mal
erlebt hat, warum er nebenbei immer noch sehr gerne in
Oktoberfest-Kapellen spielt und wie er junge Leute für klassische Musik
begeistern will.
[ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner
finden Sie HIER.
[ANZEIGE] Mehr hören? Dann testen Sie unser Podcast-Abo mit Zugriff auf
alle Dokupodcasts und unser Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos
testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten,
testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot. -
"Seit 2003 ist die Zahl der Einrichtungen, die Schwangerschaftsabbrüche
durchführen, fast auf die Hälfte zurückgegangen“, sagt die Gynäkologin
Alicia Baier im Podcast Frisch an die Arbeit. Dabei gebe es
grundsätzlich genug medizinische Infrastruktur. "Aber zu viele Praxen
und Krankenhäuser entziehen sich der Versorgung.“
Baier, 34, stammt aus Heidelberg und hat ihr Medizinstudium ursprünglich
begonnen, um Psychiaterin zu werden. Wegen der politischen Debatte um
das deutsche Abtreibungsrecht entschied sie sich aber für die
Gynäkologie als Fachgebiet.
Dass viele Ärztinnen keine Schwangerschaftsabbrüche mehr anbieten, hat
aus Baiers Sicht mehrere Gründe: "Es ist ein stigmatisiertes Thema und
der Schwangerschaftsabbruch ist der einzige medizinische Eingriff, der
im Strafgesetzbuch steht“, sagt sie. Für Ärztinnen könne das
weitreichende Folgen haben: "Wenn man Fehler macht, droht im schlimmsten
Fall nicht nur ein Berufsverfahren, sondern eine Haftstrafe.“
Medizinisch sei ein Schwangerschaftsabbruch wenig kompliziert. "Das ist
ein sehr sicherer und einfach durchzuführender Eingriff“, sagt Baier.
Um die Versorgungslage in Deutschland zu verbessern, gründete Baier
schon während des Studiums eine studentische NGO, die sich für das Recht
auf einen sicheren und legalen Schwangerschaftsabbruch einsetzt. Heute
ist Baier Vorsitzende der Gruppe Doctors for Choice.
Dieses Engagement habe allerdings auch persönliche Konsequenzen, erzählt
sie. "Ich habe oft Anfeindungen erlebt“, sagt Baier. Im Internet gebe es
Seiten, auf denen Ärztinnen, die Schwangerschaftsabbrüche vornehmen,
öffentlich angegriffen würden. "Da werden Bilder mit blutigen Händen
verbreitet und man wird als Mörderin bezeichnet“, berichtet die Ärztin.
Sie sei auch schon mehrmals von radikalen, meist
fundamentalistisch-christlichen Aktivisten angezeigt worden.
Von ihren Patientinnen hört Baier hingegen einen Satz besonders oft.
"Danke, dass Sie so nett zu mir waren.” Baier findet es erschreckend,
dass sich Frauen dafür bedanken, anständig behandelt zu werden. "Im
medizinischen Alltag sollte das eigentlich selbstverständlich sein",
sagt sie.
Im Podcast erzählt Baier außerdem, wie viel liberaler
Schwangerschaftsabbrüche in den meisten anderen europäischen Ländern
geregelt sind, warum 80 Prozent der Menschen in Deutschland für ein
weniger restriktives Abtreibungsrecht sind und weshalb sich politisch
dennoch so wenig tut.
[ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner
finden Sie HIER.
[ANZEIGE] Mehr hören? Dann testen Sie unser Podcast-Abo mit Zugriff auf
alle Dokupodcasts und unser Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos
testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten,
testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot. -
"Man schafft diesen körperlich anstrengenden Job nur, wenn man dabei
lachen kann", sagt Jörg Möller im Podcast Frisch an die Arbeit. Als
Müllmann bei der Berliner Stadtreinigung fährt er vormittags mit seinen
Kollegen und einem Lkw durch die Hauptstadt und sammelt den Restmüll
ein.
Möller, 37, hat jahrelang als Handwerker gearbeitet, meistens musste er
Dächer reparieren. Mit Anfang 30 wechselte er zur Berliner
Stadtreinigung, wo er schon als Kind immer arbeiten wollte. Sein Vater
war auch schon Müllmann. "Er war immer mein Held, weil er ein großes,
oranges Auto fahren durfte", sagt Möller. Auch sein Bruder arbeitet als
Müllmann, manchmal fährt Möller mit ihm auf einer Tour, dann holen sie
gemeinsam die Tonnen aus den Hinterhöfen.
Möller gehe jeden Morgen gerne zur Frühschicht, erzählt er. Die meisten
Menschen würden sich für seine Arbeit bedanken, wenn sie ihm in seiner
Schutzkleidung begegnen. "Viele lächeln mich einfach nur an. Auch das
hilft mir schon dabei, den Job jeden Tag durchzuziehen." Wütend mache
ihn nur, wenn Autofahrer laut hupen, weil der Müllwagen kurz die Straße
blockiert oder ihn fast umfahren. "Ich ärgere mich dann kurz, weil ich
mal wieder drei Minuten meiner Lebenszeit an jemanden verschwendet habe,
der einfach nicht versteht, dass ich nur meine Arbeit mache."
Im Podcast erzählt Möller auch über Ratten, die aus den Mülltonnen
springen, warum Teddybären an seinem Lkw hängen und wie er sich von
seiner anstrengenden Arbeit erholt.
[ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner
finden Sie HIER.
[ANZEIGE] Mehr hören? Dann testen Sie unser Podcast-Abo mit Zugriff auf
alle Dokupodcasts und unser Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos
testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten,
testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot. -
"Veganes Essen gibt es schon seit Tausenden von Jahren, es wurde nur nie
so genannt", sagt der Kochbuchautor Julius Fiedler im Podcast "Frisch an
die Arbeit". "Fleisch, Fisch und Milch waren schließlich schon immer
teuer."
Fiedler, 31, wuchs in der Nähe von Düsseldorf auf und studierte Film in
London. Für seine Abschlussarbeit filmte er eine Dokumentation über
Cheddar in einer englischen Käserei und begegnete dort zufällig dem
Filmteam von Jamie Oliver. Eine Begegnung, die seine Karriere verändern
sollte, denn kurze Zeit später begann er als Produktionsassistent bei
Jamie Olivers Produktionsfirma.
Selbst bekannt wurde Fiedler dann unter dem Alias @herrmann während der
Coronapandemie mit Sauerteig-Backkursen und Rezeptvideos. Seitdem
verfolgen 2,5 Millionen Menschen auf Instagram und nochmals jeweils eine
Million auf TikTok und YouTube, wie er vegane Gerichte aus aller Welt
ausprobiert.
"Ich wollte mich vegan ernähren, ohne auf hoch verarbeitete Produkte
zurückzugreifen oder mich ausschließlich von Soja zu ernähren", erzählt
Fiedler. Dabei stieß er zunächst auf ein altes Rezept aus Myanmar, für
eine Art Tofu aus Kichererbsen. "Dabei fiel mir auf: Dort sagt keiner,
dass das vegan ist. Das ist einfach traditionelles Essen!"
Auch in anderen Ländern sammelte Fiedler solche überlieferten tierfreien
Gerichte. "Wenn man sich in Italien die Cucina povera anguckt, dann
findet man unglaublich vieles", erzählt er. Gerichte wie Ribollita, ein
Eintopf aus altem Brot, Bohnen und vorgekochtem Gemüse, seien günstig
und vegan zugleich. "Das war ein absolutes Armutsgericht und trotzdem
super nahrhaft."
Mittlerweile reist Fiedler in die Regionen, aus denen die Rezepte
stammen, und stellt auch die Menschen vor, die ihm erklären, wie diese
gekocht werden. "Mir war wichtig, Essen als Kulturgut zu begreifen",
sagt Fiedler. "Ich möchte verstehen, warum diese Gerichte sind, wie sie
sind, und warum die konkreten Zutaten wichtig sind."
Im Podcast erzählt Fiedler außerdem, warum er sich gerade besonders für
georgisches Essen begeistert, dass Gerichte in heißen Ländern oft und
notgedrungen tierfrei sind und was man vom schwäbischen Kartoffelsalat
über traditionell veganes Essen aus Deutschland lernen kann.
[ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner
finden Sie HIER.
[ANZEIGE] Mehr hören? Dann testen Sie unser Podcast-Abo mit Zugriff auf
alle Dokupodcasts und unser Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos
testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten,
testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot. -
"In das Fliegen bin ich eher so reingestolpert", sagt Julia Peukert im
Podcast Frisch an die Arbeit. Bis zum Abi hatte sie nie darüber
nachgedacht, Pilotin zu werden. Doch dann schenkten ihr Freunde zum
Geburtstag einen Fallschirmsprung. "Der Sprung war mir eigentlich egal,
aber das Fliegen in dem kleinen Flugzeug fand ich faszinierend".
Peukert beschloss, sich an einer Flugschule für die Ausbildung zur
Pilotin zu bewerben. "Man sollte gut in Mathe und Physik sein, eine
schnelle Auffassungsgabe haben und sehr stressresistent sein", erzählt
sie. Nach einem komplizierten Auswahlverfahren wurde Peukert im ersten
Anlauf genommen. Heute ist sie 44 Jahre alt und beschreibt ihren Beruf
als "absoluten Traumjob".
Seit 21 Jahren fliegt die Berlinerin quer über den Globus. Von ihrer
Basis in Frankfurt am Main aus steuert sie für die Lufthansa-Tochter
Discover Airlines mit großen Passagierflugzeugen die Bahamas, Las Vegas
oder Mombasa an. Sie mag vor allem Flughäfen, die unter Piloten als
anspruchsvoll gelten, weil sie zum Beispiel sehr kurze Landbahnen haben
oder in Bergregionen liegen.
"In Innsbruck erreichst du die Landebahn erst nach einer Art geführtem
Sturzflug", erzählt sie. Für solche Herausforderungen brauchen die
Pilotinnen und Piloten eine Weiterbildung, Peukert hat sie absolviert.
Zuerst sei Fliegen aber eine Teamleistung, sagt sie. Die
Flugbegleiterinnen, das Bodenpersonal, die Leute in der Technik, im
Tower und die Besatzung im Cockpit, das greife alles ineinander. "Man
muss schon ein besonderer Schlag Mensch sein für diesen Beruf, das
vereint uns alle", sagt sie. Feste Routinen wie jeden Tag Punkt 18 Uhr
Abendessen oder immer im gleichen Bett schlafen seien für die meisten
nicht drin.
Peukert ist manchmal mehrere Tage hintereinander unterwegs, dafür aber
auch mal eine ganze Woche bei ihrer Familie. Sie ist verheiratet und hat
zwei Kinder. Für sie funktioniert dieses Modell gut. Sie findet es
schade, dass sich nur so wenige Frauen auf den Pilotenjob bewerben, sagt
sie.
Im Podcast erzählt Julia Peukert, wie sie als Kapitänin im Cockpit mit
dummen Sprüchen umgeht. Ob Jetlags irgendwann zur Gewohnheit werden. Und
wie das Fliegen in Zukunft umweltfreundlicher werden könnte.
[ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner
finden Sie HIER.
[ANZEIGE] Mehr hören? Dann testen Sie unser Podcast-Abo mit Zugriff auf
alle Dokupodcasts und unser Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos
testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten,
testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot. -
"Ich muss meine Schreibzeit erobern, verteidigen und genießen", sagt die
Bestseller-Autorin Katja Brandis im Podcast Frisch an die Arbeit. Mit
der Woodwalker-Reihe hat sie mittlerweile über 3,5 Millionen Bücher
weltweit verkauft. Ein Drittel ihrer Arbeitszeit verbringe sie jetzt mit
Fanbetreuung, verrät sie.
Katja Brandis ist ein Künstlername, die Autorin heißt eigentlich Sylvia
Englert. Sie wurde 1970 geboren und zählt zu den erfolgreichsten
deutschen Jugendbuchautorinnen. Insgesamt hat sie mehr als 70 Romane
veröffentlicht, die mehr als 20 Woodwalker-Bände wurden in mehrere
Sprachen übersetzt. Außerdem kommt nun der Film Woodwalkers 2 in die
Kinos.
Ursprünglich plante Brandis einen Einzelroman für Jugendliche ab zwölf,
den ihr Verlag aber zunächst ablehnte. "Dann hat sich die Lektorin ein
Jahr später gemeldet und gesagt: Dieser Katzenjunge, der geht mir nicht
aus dem Kopf. Und gefragt, ob ich das vielleicht für Kinder ab zehn
Jahren machen könnte", erzählt sie. Daraufhin habe sie den Roman
umgeschrieben.
"Ich hatte schon das Gefühl, dass es den Kids wirklich gefallen könnte",
sagt Brandis über den ersten Band, "aber dieses Ausmaß hätte ich mir
wirklich nicht träumen lassen". Sie erzählt, dass sie mittlerweile
Leserbriefe aus Kasachstan, Finnland, Spanien oder Südamerika bekommt.
"Ich weiß, dass Leute auf das, was ich schreibe, warten. Es ist wirklich
grandios!"
Damit die Kinder immer weiter lesen wollen, optimierte Brandis ihre Art
zu schreiben. "Früher habe ich Kapitel immer inhaltlich abgeschlossen
und das ist eigentlich blöd", sagt sie. Heute weiß sie: "Man sollte ein
Kapitel genau dann abbrechen, wenn es am spannendsten ist – dann können
die Kinder die ganze Nacht unter der Bettdecke lesen."
Angefangen zu Schreiben hat Brandis schon als Jugendliche. "Schon mit 14
habe ich drei, vier Romane im Jahr geschrieben, aber die waren halt noch
nicht sonderlich gut." Über Testleser in ihrer Schule und Autorengruppen
habe sie sich weiterentwickelt.
"Beim Schreiben kann man sich wahnsinnig gut selber ausbremsen", sagt
sie. "Erste Fassungen dürfen schlecht sein." Sie habe "jeden nur
denkbaren Fehler schon mal gemacht, wirklich jeden".
Im Podcast erzählt Brandis außerdem, warum sie Recherchen in der
namibischen Wüste und im Regenwald für unverzichtbar hält, welche Fehler
in ihren Büchern sie fuchsig machen und was für eine Tierwandlerin sie
selbst wäre.
"Frisch an die Arbeit" wird jeden zweiten Dienstag veröffentlicht. Es
moderieren im Wechsel Daniel Erk, Hannah Scherkamp und Elise Landschek.
Das Team erreichen Sie unter [email protected].
[ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner
finden Sie HIER.
[ANZEIGE] Mehr hören? Dann testen Sie unser Podcast-Abo mit Zugriff auf
alle Dokupodcasts und unser Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos
testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten,
testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot. -
"Wie wir uns einrichten, liegt an unserem Sicherheitsbedürfnis. Man
wünscht sich Behaglichkeit, einen Schutzraum, der einen Puffer nach
außen bietet", sagt Fabian Freytag im Podcast Frisch an die Arbeit. Als
Interior Designer mit einem Büro in Berlin verändert er Grundrisse,
dekoriert Wohnungen und warnt Kunden und Kundinnen vor Fehlkäufen.
Freytag, 41, hat Architektur an der Universität der Künste
studiert. Noch in seiner Ausbildung bekam er den ersten Auftrag als
Innenarchitekt. Während der globalen Finanzkrise 2008 kauften viele
Menschen aus dem Ausland Wohnungen in Berlin als Investment – einige
beauftragten Freytag mit der Einrichtung. "Sie vertrauten auch Anfängern
wie mir. In keiner anderen Stadt hätte ich so schnell Aufträge
bekommen", sagt Freytag.
Seinen Kunden und Kundinnen rät Freytag zu bunten Wänden und großen
Teppichen. "Sogar das Bad soll eine gewisse Opulenz haben und
eingerichtet werden wie andere Räume", sagt er. Sein Tipp: Wer eine
Wohnung oder ein Haus einrichte, dürfe nicht das kaufen, was alle haben.
Stattdessen sei es wichtig, mit einigen Übungen herauszufinden, welche
Möbel, Farben und Stoffe einem wirklich gefallen. Freytag empfiehlt,
Onlineauktionshäuser oder Kleinanzeigen zu durchsuchen und dabei zu
notieren, aus welchen Jahrzehnten die Einrichtungsgegenstände stammen,
die einem gefallen. Außerdem könne man überlegen, in welchen Wohnungen
von Freunden, Restaurants oder Hotels man sich besonders wohlfühlt und
warum.
Im Podcast erzählt Freytag, wie künstliche Intelligenz seine Arbeit
verändert, warum er offene Regale in seinen Entwürfen vermeidet und
welche Hobbys ihn kreativ machen.
"Frisch an die Arbeit" wird jeden zweiten Dienstag veröffentlicht. Es
moderieren im Wechsel Daniel Erk, Hannah Scherkamp und Elise Landschek.
Das Team erreichen Sie unter [email protected].
[ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner
finden Sie HIER.
[ANZEIGE] Mehr hören? Dann testen Sie unser Podcast-Abo mit Zugriff auf
alle Dokupodcasts und unser Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos
testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten,
testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot. -
"Nachts ist die Einsamkeit am schärfsten, da kommt alles zusammen – die
Kontaktlosigkeit, die Dunkelheit und die Schlaflosigkeit", sagt Elke
Schilling, Gründerin und Vorsitzende des Senioren-Telefons Silbernetz,
im Podcast Frisch an die Arbeit. "Das kann einem gerade über die
Feiertage unglaublich auf die Seele fallen."
Schilling, selbst schon 82 Jahre alt, hat in der DDR Mathematik
studiert, zwischen 1969 und 1989 als Programmiererin gearbeitet, wurde
mit der Wiedervereinigung arbeitslos und begann eine Karriere in
Politik. Erst wurde sie Staatssekretärin für Frauenfragen in
Sachsen-Anhalt, dann Beraterin für Unternehmen und schließlich Gründerin
einer Telefonseelsorge. Der entscheidende Impuls für das sogenannte
Silbernetz kam Schilling durch ein persönliches Erlebnis: Ein älterer
Nachbar verschwand plötzlich aus ihrem Alltag, wochenlang brannte Licht
in seiner Wohnung, dann tauchten Fliegen auf. Als der Vermieter
schließlich die Tür öffnen ließ, stellten sie fest: Der Nachbar war seit
Wochen tot.
Im Gespräch sagt Schilling: "So einsam darf kein Mensch sein". Und doch
sind solche Todesfälle nicht selten, erzählt sie: "In jeder deutschen
Großstadt sterben jedes Jahr rund 300 Menschen auf diese Weise." 2015
gründete sie deshalb einen Verein und orientierte sich dabei an einer
Idee aus Großbritannien. Ursprünglich wollte sie eine Hotline für
einsame, ältere Menschen in Berlin erschaffen.
Heute gibt es zusätzlich zum Verein mit fast 350 Ehrenamtlichen ein
Sozialunternehmen mit mehr als 30 Mitarbeitenden. Das Angebot von
Silbernetz richtet sich an Menschen ab 60 Jahren, aber "meine älteste
Anruferin war 109 Jahre alt", erzählt Elke Schilling.
Über das Jahr ist das Telefon täglich zwischen 8 und 22 Uhr zu
erreichen, an Weihnachten aber, erzählt Schilling, sitzen die
Ehrenamtlichen der Hotline Tag und Nacht an den Apparaten. "Die
Weihnachtszeit ist unglaublich emotional aufgeladen", sagt Schilling.
"Eigentlich klingelt das Telefon dann die ganze Zeit. "Eine der
Zielgruppe des Silbernetz seien natürlich Menschen über 85, die
körperlich oft nicht mehr mobil seien und deren Gesprächskreis dadurch
verkleinere: "Je älter man wird und je mobiler man eingeschränkt ist,
desto weniger Kontakte hat man ich – und desto weniger neue kann man
knüpfen."
Aber auch pflegende Angehörige, erzählt Schilling, seien oft einsam.
"Ihr sozialer Kreis schrumpft durch die Pflege auf eine einzige Person",
sagt Schilling. Im Podcast erzählt Schilling außerdem, wie das
Silbernetz in der Pandemie stark wachsen konnte, warum Geld ihre größte
Sorge ist und welchen Tipp sie Menschen gibt, die sich vor dem Anruf bei
der Großtante drücken.
[ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner
finden Sie HIER.
[ANZEIGE] Mehr hören? Dann testen Sie unser Podcast-Abo mit Zugriff auf
alle Dokupodcasts und unser Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos
testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten,
testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot. -
"Wir sind noch nicht am Punkt, an dem Weizen verschwindet", sagt die
Agrarexpertin Sarah M. Schmidt im Podcast Frisch an die Arbeit. "Aber
wir sind in vielen Bereichen gefährlich abhängig von wenigen Sorten."
Schmidt studierte Biologie und promovierte über Pflanzenkrankheiten der
Gerste. Heute arbeitet sie als Beraterin der Gesellschaft für
internationale Zusammenarbeit mit dem Schwerpunkt auf
Ernährungssicherheit und ländliche Entwicklung. "Wir müssen unsere
Felder anders anlegen", sagt Schmidt. Sie sagt, Felder wie sie heute
existieren, seien für ein Klima gebaut worden, das es so nicht mehr
gibt.
"Wenn sich alle so ernähren wie wir in der westlichen Welt, kann das die
Menschheit nicht lange durchhalten", sagt Schmidt. Es gäbe dazu nicht
genug Wasser und zu viele Böden seien bereits kaputt.
"Insgesamt sind es eigentlich nur 20 Nutzpflanzen, die intensiv
gezüchtet werden", sagt sie. Ein Großteil der globalen Ernährung beruhe
auf Weizen, Mais und Reis. Dabei gibt es laut Schmidt weltweit bis zu
4.000 essbare Pflanzen.
Dadurch, dass viele der wichtigsten Nahrungspflanzen in Monokulturen
wachsen, gefährden etliche Pflanzenkrankheiten die Ernährung. Dazu kämen
Schädlinge. Und der Klimawandel verschärfe die Probleme.
In Indonesien etwa, wo Schmidt zu Bananen und ihren Krankheiten
forschte, seien in den Achtzigern und Neunzigern Mangrovenwälder
abgeholzt worden. "Heute werden dadurch ganze Felder vom Meer
überschwemmt und zerstört", sagt Schmidt.
Insgesamt überstrapaziere der Anbau von Obst und Gemüse die für die
Menschheit verfügbaren Anbauflächen. "Unsere Ernährungssysteme haben die
planetaren Grenzen bereits in mehreren Dimensionen überschritten", sagt
Schmidt.
Im Podcast erzählt Schmidt außerdem, weshalb Bananen besonders von
Pflanzenkrankheiten bedroht sind, warum Unkraut wie Amaranth und
Brennnesseln dringend ein wichtiger Teil der Ernährung werden sollten
und warum schleimig oder bitter schmeckende Pflanzen in vielen
Weltregionen besonders beliebt sind.
[ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner
finden Sie HIER.
[ANZEIGE] Mehr hören? Dann testen Sie unser Podcast-Abo mit Zugriff auf
alle Dokupodcasts und unser Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos
testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten,
testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot. -
"Viele zeigen sich nicht mehr gerne ihrem Partner, weil sie sich
schämen, wie sie aussehen. Und da kann man helfen", sagt Olaf Kauder im
Podcast Frisch an die Arbeit. Als Facharzt für plastische und
ästhetische Chirurgie mit eigener Praxis in Berlin strafft er
Gesichtshaut, verkleinert Brüste und saugt Fett ab. Viele seiner
Patientinnen und Patienten würden sich wünschen, wieder wie früher
auszusehen, sagt er. Er wäge dann immer ab, ob sie wirklich durch diesen
Eingriff profitieren würden.
Olaf Kauder hat Medizin an der Westfälischen Wilhelms-Universität in
Münster studiert und, nach seiner Ausbildung zum Facharzt, vor mehr als
20 Jahren seine Praxis in Berlin gegründet. In Vorgesprächen versucht
Kauder herauszufinden, warum seine Patienten und Patientinnen sich
behandeln und operieren lassen wollen. Dabei sei auch entscheidend, wer
sie begleitet. Ist der Partner dabei? Die Mutter? "Ich muss die
Motivation verstehen. Ob er oder sie das für sich macht oder durch
andere motiviert wird", sagt Kauder. Manchmal rät er nach dem
Vorgespräch von einer Behandlung ab.
"Ich glaube, dass viele ihren Körper falsch wahrnehmen, weil sie einem
enormen Druck von außen unterlegen sind", sagt Kauder. Einmal sei
beispielsweise ein junger Mann zu ihm gekommen, der seine Brustwarze
operieren wollte, weil sie ihm zu groß erschien. "Das war ein
Normalbefund, er war ein Opfer von Social Media und überhaupt dem
Schönheitswahn." Er sehe es deswegen als seine Verantwortung, gerade
jungen Menschen zu sagen, wenn sie eine Operation nicht benötigen.
Im Podcast erzählt er, wie er es schafft, sich stundenlang während einer
Operation zu konzentrieren, welche Behandlungen am meisten Spaß machen
und warum er in seiner Freizeit nicht über seinen Beruf sprechen will.
"Frisch an die Arbeit" wird jeden zweiten Dienstag veröffentlicht. Es
moderieren im Wechsel Daniel Erk, Hannah Scherkamp und Elise Landschek.
Das Team erreichen Sie unter [email protected].
[ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner
finden Sie HIER.
[ANZEIGE] Mehr hören? Dann testen Sie unser Podcast-Abo mit Zugriff auf
alle Dokupodcasts und unser Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos
testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten,
testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot. -
"Ich laufe mir den Stress ab", sagt Ines Schwerdtner, Vorsitzende der
Linkspartei und Abgeordnete im Bundestag im Podcast "Frisch an die
Arbeit". Wenn sie jogge, gehe sie jedes Mal die gleiche Route und höre
dieselbe Musik, weil sie über solche Dinge nachdenken wolle. "Ich
glaube, dass mich die Aufregung im Plenum immer ein paar Kalorien
kostet", sagt sie.
Schwerdtner, 1989 in Werdau in Sachsen geboren und in Hamburg
aufgewachsen, hat Englisch und Politik auf Lehramt studiert, dann einige
Jahre als Journalistin gearbeitet – unter anderem für die deutsche
Ausgabe des aus den USA stammenden linken Magazins "Jacobin", die sie
selbst gründete.
Seit Oktober 2024 ist Schwerdtner – gemeinsam mit Jan van Aken –
Vorsitzende der Partei Die Linke. Im Frühjahr 2025 gewann sie das
Direktmandat im Wahlkreis Berlin-Lichtenberg für ihre Partei, unter
anderem gegen Beatrix von Storch von der in Teilen rechtsextremen AfD.
Ihre Arbeitstage seien häufig sehr lang, sagt Schwerdtner. "Ich zähle
die Stunden ehrlich gesagt nicht, weil mich das in eine Depression
stürzen würde." Gerade in Sitzungswochen kämen schnell "12, 14 oder auch
mal 16 Stunden" am Tag zusammen.
Dass die Linke in Deutschland seit Schwerdtners Amtsantritt fast 70.000
neue Mitglieder gewinnen konnte, liegt ihr zufolge auch daran, dass sich
die Partei auf einige grundlegende Themen und Strategien fokussiert hat.
"Das Erfolgsrezept ist, an den Alltagssorgen der Menschen zu sein und
zuzuhören." Wichtig seien dabei vor allem die Themen
Lebenshaltungskosten und Mieten. "Wenn man einen Begriff wie
Mietendeckel selber nicht mehr hören kann, ist das der Moment, wo die
Strategie funktioniert", sagt sie.
Gleichzeitig betont sie, dass sich ihre Partei strukturell modernisieren
müsse. Kinderbetreuung während Sitzungen, flexiblere Arbeitszeiten und
weniger Abendveranstaltungen seien wichtige Schritte, um mehr Menschen
und vor allem Frauen mit Kindern auch aus der Arbeiterschicht für
politisches Engagement zu gewinnen. "Wir brauchen Menschen, die aus der
Pflege kommen, aus der Industrie, Friseurinnen und nicht nur solche mit
klassischen Politkarrieren."
Als Parteivorsitzende hat Schwerdtner gemeinsam mit ihrem
Co-Vorsitzenden Jan van Aken ihr eigenes Einkommen auf 2.850 Euro netto
pro Monat gedeckelt: ein Wert, der sich am durchschnittlichen Gehalt in
Deutschland orientiert. Auch wenn sie selbst sehr viel arbeite, sei sie
absolut überzeugt von dem Prinzip. Die Selbstbegrenzung erde sie: "Ich
weiß, wie die Supermarktpreise sind, weil ich selbst jede Woche
einkaufen gehe."
Für die Zeit nach der Parteiführung hat sie viele Ideen. Schwerdtner
sagt: "Ich finde die Perspektive schön, noch einmal etwas anderes machen
zu können." Sie könne sich vieles vorstellen – Drehbücher schreiben zum
Beispiel, oder doch noch als Lehrerin arbeiten. Aber noch sei das alles
für sie sehr weit weg: "Im Moment ist die Aufgabe, die ich habe, groß
genug."
Im Podcast erzählt Ines Schwerdtner außerdem, welche Lehren sie aus den
linken Erfolgen in New York zieht und wie ihre Partei mit den Themen
Gaza und Antisemitismus weiter umgehen will.
[ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner
finden Sie HIER.
[ANZEIGE] Mehr hören? Dann testen Sie unser Podcast-Abo mit Zugriff auf
alle Dokupodcasts und unser Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos
testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten,
testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot. -
"Ich bin Künstler, mich interessieren vor allem Geschichten, für das
Tätowieren selbst interessiere ich mich kaum", sagt Gabriel Wolff im
Podcast Frisch an die Arbeit. "Als Kalligraf ist alles, was ich mache,
immer Text: Das kann ein Gedicht sein, ein Bibelzitat oder eine Stelle
aus dem Talmud. Und diesen Text packe ich dann in Kunst."
Wolff, 43, ist in Dachau geboren, in München aufgewachsen und dann mit
seiner Mutter nach Israel ausgewandert. Er hat, wie er im Podcast
erzählt, schon als Kind immer viel gemalt und gezeichnet – und von
Anfang an meistens Buchstaben. "Ich habe in Jerusalem gelebt und dort
gibt es sehr viel islamische Kalligrafie, also arabische Buchstaben, die
künstlerisch umgesetzt werden. Das hat mich inspiriert", erzählt er.
Je mehr er gezeichnet habe, desto anspruchsvoller seien seine Entwürfe
geworden, sagt Wolff: "Ich habe die Buchstaben immer mehr in die Formen
reinwachsen lassen, nach einiger Zeit waren es nicht mehr Quadrate oder
Kreise, in denen ich die Buchstaben arrangierte, sondern Bäume."
Weil Wolff als Jugendlicher den obligatorischen Wehrdienst in Israel aus
Protest gegen die anhaltende Besetzung Palästinas verweigerte, musste er
mehrfach ins Militärgefängnis – und traf ausgerechnet dort auf einen
Mitgefangenen, der ihm riet, seine Zeichnungen als Tätowierungen
anzubieten. "Ich bin dann zwei Wochen in einem Tattoostudio in Jerusalem
rumgehangen, aber ganz ehrlich: Ich habe es nicht gemocht, das war
nichts für mich", erzählt Wolff. "Ich bin dann zu meinen Leinwänden und
Papieren zurückgekehrt."
Heute entwirft Wolff nur noch die Kalligrafien, die später tätowiert
werden. "Die meisten meiner Kunden leben in den Vereinigten Staaten und
Kanada", sagt Wolff. Mittlerweile beschäftigt er eine Mitarbeiterin, die
all die Vorgespräche führt und die Geschichten der Menschen
zusammenträgt.
"80 Prozent unserer gemeinsamen Arbeit ist zuzuhören, um die Geschichten
der Menschen zu verstehen, die ich später in meinen Bildern
zusammenfasse." In den 20 Jahren, in denen seine Kalligrafien tätowiert
wurden, schätzt Wolff, habe er schon für gut 3.000 Menschen gezeichnet.
Nicht nur für Wolff, sondern auch für seine Kunden war der 7. Oktober
2023, an dem Kämpfer der Hamas Israel überfielen und viele Menschen
töteten, vergewaltigten und entführten, ein tiefer Einschnitt. Zunächst,
erzählt er, seien die Entwürfe nach dem Massaker größer, sehr klar und
bekennend gewesen: Davidsterne, Löwen, israelische Symbole. "Aber
ungefähr ein halbes Jahr später, als die Leute den stärker werdenden
Antisemitismus bemerkt haben, hat es sich umgekehrt", sagt Wolff. "Die
Tätowierungen sind jetzt sehr viel dezenter, sehr viel zurückgezogener
und überhaupt kommen viel weniger Anfragen."
Im Podcast erzählt Wolff, weshalb er fast einmal Mitglied der
kommunistischen Partei Israels geworden wäre und warum er seine Arbeit
als sinnhaft erlebt – aber nicht als Glück.
[ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner
finden Sie HIER.
[ANZEIGE] Mehr hören? Dann testen Sie unser Podcast-Abo mit Zugriff auf
alle Dokupodcasts und unser Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos
testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten,
testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot. -
"Einen guten Musikgeschmack haben viele, aber das reicht nicht. Ich muss
mich einlassen auf den Film, einlassen auf die Szene", sagt Martin
Hossbach im Podcast "Frisch an die Arbeit". Hossbach arbeitet als Music
Supervisor und hat schon für Filme wie "Toni Erdmann" und "Sound of
Falling" die Musik ausgesucht.
Seit 2004 stellt Hossbach passende Lieder für Filme zusammen, beauftragt
Komponistinnen und Komponisten, einen sogenannten Score zu entwickeln,
also eigens komponierte, meist atmosphärische Stücke. Er verhandelt auch
mit Plattenfirmen und Verlagen über die Rechte an Kompositionen und
Aufnahmen – und sucht nach Alternativen, wenn Stücke entweder gar nicht
oder nur zu horrenden Preisen freigegeben werden.
"Ich bin oft der Kummerkasten für die Produktion, wenn sich
herausstellt, dass ein Song zu teuer ist und man eine Alternative finden
muss", erzählt Hossbach. Ursprünglich machte er eine Ausbildung als
Industriekaufmann bei einem Vorgänger der Plattenfirma Universal Music
und studierte an einer Berufsakademie BWL. Später war er Redakteur beim
Musikmagazin "Spex", veranstaltete Konzerte unter anderem im Berghain
und entwickelte das Berliner Musikfestival Pop-Kultur mit
Durch seine Ausbildung und sein gutes Netzwerk, erzählt er im Podcast,
habe er viele Leute in der Musikbranche kennengelernt und erfahren, wie
man Rechte an Liedern einholt. "Und: Ich kann gute E-Mails schreiben,
das ist vielleicht meine wichtigste Fähigkeit", sagt er.
Nach seinem ersten Film sei er dann "von Regisseurin zu Regisseurin"
weitergereicht worden, seit gut fünf Jahren arbeitet er nun
ausschließlich als "Music Supervisor", wie der Beruf in der Filmbranche
offiziell heißt. "Ich wusste nicht, dass es diesen Beruf gibt, als ich
ihn ergriffen habe."
Einer seiner kniffligsten Fälle, erzählt Hossbach, sei der Kinofilm
"Sehnsucht" gewesen. Ein Film mit sich selbst spielenden
Laiendarstellern in einem Dorf in Brandenburg. Dabei habe der
Hauptdarsteller für eine Szene bei einer Dorfdisco das Lied "Feel" von
Robbie Williams ausgesucht – und zu einem relativ späten Zeitpunkt
musste Hossbach noch eilig die Rechte an Komposition und Aufnahme
einholen.
"Die Plattenfirma und der Verlag hatten schon abgesagt", erzählt er.
Aber aus seiner Zeit als Musikjournalist hatte er einen Kontakt zum
Management der Pet Shop Boys. "Der hat mich direkt mit dem Manager von
Williams verbunden – und der hat das mit einer dreizeiligen Mail einfach
erlaubt."
Im Podcast erzählt Hossbach außerdem, wie er sich in finnischen Tango
und französischen Banlieue-Rap einarbeitet, warum ihm die besten Ideen
manchmal in der U-Bahn kommen und welche Soundtracks er selbst richtig
gut findet.
[ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner
finden Sie HIER.
[ANZEIGE] Mehr hören? Dann testen Sie unser Podcast-Abo mit Zugriff auf
alle Dokupodcasts und unser Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos
testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten,
testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot. -
"Straßenbahnfahrer bin ich eher aus Zufall geworden", sagt Michael Haase
im Podcast "Frisch an die Arbeit". 20 Jahre lang habe er als
freischaffender Fotodesigner gearbeitet, bis er kurz vor seinem 50.
Geburtstag spürte, dass er lieber einen sicheren Job haben will. "Ein
Freund hat mir dann eine Stellenausschreibung der Berliner
Verkehrsbetriebe gezeigt, gesucht wurden Straßenbahnfahrer, auch
Quereinsteiger." Die Umschulung dauerte nur wenige Monate, seit fünf
Jahren fährt Haase nun auf verschiedenen Straßenbahnlinien im Berliner
Norden.
Er liebe seinen neuen Beruf, sagt er, denn er fühle sich nun wie "ein
kleines Teil eines großen Getriebes". Von der Fahrerkabine habe er einen
freien Blick auf die Stadt, vor allem in den Morgenstunden sei das ein
schönes Gefühl.
Auf der anderen Seite sei Straßenbahnfahren auch sehr anstrengend,
"besonders für den Kopf", wie er sagt. Seine Umgebung müsse er ständig
im Blick behalten. Unaufmerksame Autofahrer oder Passanten seien eine
große Gefahr, vor allem für sich selbst. "So eine 50 Tonnen schwere
Straßenbahn hat einen sehr langen Bremsweg, vor allem bei Nässe",
erzählt er. Und sie könne nicht einfach ausweichen.
"Einmal ist ein Passant, ohne aufzuschauen, bei Rot knapp vor mir über
eine Fußgängerampel gegangen, ich musste eine Gefahrenbremsung machen."
Ausnahmsweise sei er damals ausgestiegen und habe den Passanten
angebrüllt, ob er denn lebensmüde sei, sagt Haase. Im Podcast erzählt
er, wie er mit schwierigen Fahrgästen umgeht, warum ihm beim Fahren der
immer gleichen Strecken nie langweilig wird und welche Geräusche einer
Straßenbahn er am liebsten mag.
[ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner
finden Sie HIER.
[ANZEIGE] Mehr hören? Dann testen Sie unser Podcast-Abo mit Zugriff auf
alle Dokupodcasts und unser Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos
testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten,
testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot. - Visa fler