Avsnitt

  • Die Türkei und Erdoğan zeigen vor, wie man eine Demokratie nach und nach wie eine Salami zerstückelt. Eine Warnung für alle Demokraten im Rest der Welt. Cengiz Günay hat mir erklärt, wie Erdoğan vorgegangen ist und wie er die Türkei zur Autokratie umgemodelt hat. Und: Was ihm in der Türkei sehr viel Hoffnung macht.

    🙆 Cengiz Günay ist Direktor des Österreichischen Instituts für internationale Politik (oiip).

    Diese Bücher empfiehlt Cengiz:

    Die Welt von Gestern. Erinnerungen eines Europäers von Stefan Zweig, https://amzn.to/44DbrEE State, Power and Politics in the Making of the Modern Middle East von Roger Owen, https://amzn.to/4w8mdih Turkey: A Modern History von Erik J. Zürcher, https://amzn.to/4fIqVNU

    Was nehme ich mir mit?

    Die Demokratie wird heute mit den Mitteln der Demokratie abgeschafft. Das war in Ungarn so, dass war in Polen so und das ist gerade in den USA und in der Slowakei so. Die Türkei ist hier das Paradebeispiel. Wahlen werden gewonnen, es gibt sie auch weiterhin, aber sonst wird nach und nach das Spielfeld gekippt. Justiz, Medien und Behörden werden eingeschränkt oder unter die Kontrolle gebracht. Erdoğan ist ein begnadeter Populist. Je nachdem, was ihm gerade nützt, wo der Wind gerade weht, ist er mal pro EU oder dann wieder dagegen, macht liberale Reformen und schafft dann schrittweise die Demokratie ab. Die Gezi-Proteste und der Putschversuch in der Türkei waren Wendepunkte, die den Weg in die Autokratie beschleunigt haben. Warum machen Erdoğan und seine Leute das? Demokratie ist dazu da, dass alle Menschen halbwegs gleichberechtigt an Entscheidungen beteiligt werden. Wer die Demokratie abschafft, macht das auch immer deshalb, weil er für sich und seine Kumpel Vorteile rausholen möchte, Geld, Macht, Posten, Einfluss. Crony Capitalism, Kumpelkapitalismus, nennt man das. Darum sind wirtschaftliche Abschwünge ein Problem für diese Systeme, weil es dann weniger für die eigene Gruppe zu verteilen gibt, ohne dass es die anderen spüren.

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  • Robert Tatar war vier Jahre lang obdachlos. In dieser Folge von Erklär mir die Welt erzählt er seine Geschichte. Das Interview ist erstmals im Februar 2019 erschienen.

    Robert Tatar ist Produktmanager bei Shades Tours und war vier Jahre lang obdachlos.

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  • Wie baut man eigentlich einen Tunnel und wo kommt das ganze Zeug hin, dass man aus so einem Berg rausschafft? Das habe ich den Ingenieur Konrad Bergmeister gefragt. Ein faszinierendes Gespräch über Ingenieurskunst, den Menschen und sein Verhältnis zur Natur und was man von Tunneln über die Welt lernen kann.

    🙆 Konrad Bergmeister ist Ingenieur und Professor für Konstruktiven Ingenieurbau an der Boku in Wien. Er war führend in den Bau des Brenner-Basistunnels involviert.

    Diese Bücher empfiehlt Konrad:

    Enzyklika „Laudato Si“ von Papst Franziskus, https://amzn.to/4vko0PX Der Schwarze Schwan: Die Macht höchst unwahrscheinlicher Ereignisse von Nassim Nicholas Taleb, https://amzn.to/4pimnAT ... trotzdem Ja zum Leben sagen: Ein Psychologe erlebt das Konzentrationslager von Viktor Frankl, https://amzn.to/4vpQSX0

    Konrads Shoutout für Medien:

    DIE ZEIT, https://www.zeit.de/index Radio Swiss Classic, https://www.radioswissclassic.ch/en

    Was nehme ich mir mit?

    Tunnel sagen viel über das Verhältnis von Mensch und Natur. Man kann einen Tunnel nie gegen einen Berg bauen, sondern nur mit ihm. Das Gebirge selbst ist das tragende Bauwerk, der Beton veredelt quasi nur die Öffnung. Gleichzeitig haben Tunnel Milliarden Menschen näher zusammengebracht und sind Symbol des menschlichen Fortschritts. Die Logistik ist einfach nur Wahnsinn. Eine Tunnelbohrmaschine schafft heute über 60 Meter am Tag, dafür kostet sie auch viele, viele Millionen. Sie wird nach dem Bauprojekt zerlegt und wiederverwendet. Heute werden schon bis zu 40 Prozent des Materials, das man aus dem Berg schafft, recycelt. Der Rest kommt auf Deponien. Alleine schafft der Mensch kaum etwas. Wie fast alles im Leben sind Tunnel Teamarbeit. Es arbeiten Geologinnen mit Geotechnikern und Tunnelbauern, von denen ich heute gelernt habe, dass man sie Mineure nennt, Kreislaufwirtschaftsexpertinnen, Menschen, die diese riesigen Tunnelbohrmaschinen steuern können und noch viel, viel mehr Menschen zusammen, um so ein riesiges Bauwerk auch nur annähernd realisieren zu können. Das fasziniert mich.

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  • Woher kommt eigentlich der Fußball? Und wie wurde er zu dieser superkapitalistischen Entertainment-Maschine, die er heute ist? Der Germanist Klaus Zeyringer hat mir die Kulturgeschichte des Fußballs erklärt. Ein Gespräch für alle Fans und Kritiker:innen des Sports.

    🙆 Klaus Zeyringer war Professor für Germanistik in Westfrankreich. Er schrieb für den Standard, ist Autor mehrerer Bücher und bekennender Fußballfan und -analyst.

    Diese Bücher empfiehlt Klaus:

    Radetzkymarsch von Joseph Roth, https://amzn.to/4eXuVIL Einübung ins Schweben von Dževad Karahasan, https://amzn.to/3QYSWaj Tausend und ein Morgen von Ilija Trojanow, https://amzn.to/44adKin

    Was nehme ich mir mit?

    Fußball hat nicht nur eine schöne Geschichte. Neben Spiel, Spaß und Gemeinschaft ist der Fußball auch ein Instrument, um Arbeiter ruhig und fit zu halten. Viele autoritäre Politiker wussten den Fußball für sich zu nutzen, wie ewa Mussolini oder Pinochet. Und: Auf dem Fußballfeld werden auch alte Männerbilder zelebriert. Bis heute etwa ist Homo- oder Bi-Sexualität im Herren-Fußball kaum ein Thema. Spielermänner sind quasi inexistent. Trotzdem ist Fußball etwas Verbindendes. Jetzt gerade läuft ja die Herren-WM in den USA, Mexiko und Kanada und ich finde es wunderschön, dass Fans und Spieler aus so vielen verschiedenen Ländern friedlich gegeneinander im Wettbewerb stehen. Klaus schaut wenige Spiele, ich bin Pragmatiker und genieße den Sport trotzdem. Und ich finde Fußball auch wunderbar nutzlos. Es bläst einem beim Spielen und Schauen den Kopf durch. Die Wertigkeit des Fußballs. Das fand ich schon einen spannenden Punkt von Klaus: Wenn man sich anschaut, was ein Fußballstar verdient und was eine Bundeskanzlerin oder eine Person, die in der Pflege arbeitet, sagt das schon etwas über unsere Gesellschaft. Ich finde ja auch, dass zeigt sich an dem, wer berühmt ist und von allen verehrt wird. Sind dass die Menschen, die viel Macht haben, Geld oder die beste Leistung bringen, oder sind es Leute, die sich für andere engagieren, die Stimme erheben oder einfach herzallerlieb sind.

    Weiterführender Link:

    ANNO: Historische Zeitungen lesen in der Nationalbibliothek https://anno.onb.ac.at/

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  • Wir haben uns im Internet von einigen wenigen mächtigen Menschen abhängig gemacht. Die sind noch dazu nicht gerade die sympathischsten. Ich habe Leonhard Dobusch gefragt, wie eine Alternative aussehen könnte. Ein nerdiges und leidenschaftliches Gespräch über Macht und ein besseres Internet.

    🙆 Leonhard Dobusch ist Professor für Betriebswirtschaftslehre mit Schwerpunkt Organisation an der Universität Innsbruck. Außerdem ist er wissenschaftlicher Leiter des Momentum Instituts in Wien.

    Diese Bücher empfiehlt Leonhard:

    Enshittification: Wie Tech-Konzerne uns ausbeuten und was wir dagegen tun können von Cory Doctorow, https://amzn.to/4xZiuFe Engagement und Enttäuschung: Über das Schwanken der Bürger zwischen Privatwohl und Gemeinwohl von Albert O. Hirschman,
    https://amzn.to/4ePwEzI. Dazu die Empfehlung für die Netflix-Serie Transatlantic: https://de.wikipedia.org/wiki/Transatlantic_(Fernsehserie) Gender Trouble: Feminism and the Subversion of Identity von Judith Butler, https://amzn.to/3SyRPyF

    Leonhards Shoutout für Medien:

    Schnelle Online-Nachrichten: ORF.at und DerStandard.at Podcast »Cui Bono: WTF happened to Ken Jebsen?« https://www.radioeins.de/archiv/podcast/cui_bono/ Podcast »Kevin Kühnert und die SPD« in der ARD Mediathek https://www.ardmediathek.de/serie/kevin-kuehnert-und-die-spd/staffel-1/Y3JpZDovL25kci5kZS80NzI4/1 Blog von Cory Doctorow: https://pluralistic.net/ Stratchery von Ben Thompson: https://stratechery.com/ Krasse Links https://mspr0.de/


    Was nehme ich mir mit?

    Das Problem ist nicht Elon Musk.
    Also dass der reichste Mensch der Welt sich selbst auf seiner Plattform radikalisiert und rechtsextrem abgeboben ist, ist natürlich schon ein großes Problem. Aber das Ur-Problem ist, dass es überhaupt einen zentralen Akteur gibt, der so eine Plattform kaufen kann. In einem dezentralen System geht das nicht. Wir brauchen Filtersouveränität.
    Wir sollten uns selbst aussuchen können, was wir im Internet und auf Social Media sehen. Auf Bluesky oder Mastodon kann man sich etwa einen bestimmten Moderationsfilter aussuchen. Oder den Algorithmus. Wichtig ist auch, Social Media Plattformen gesetzlich dazu zu verpflichten, dass sie interoperabel sind. Heißt: Das man von einer Plattform zur anderen schreiben kann. Und dass man seine Follower und Inhalte nehmen und wo anders hingehen kann. Wie bei E-Mail eben auch. Das würde die Macht im Internet komplett verschieben. Das Fediverse ist kein europäisches Tiktok.
    Es ist eine dezentrale Infrastruktur auf der Basis offener Protokolle. Viele Server kommunizieren miteinander, ohne dass einer alles kontrolliert. Das Fediverse wird nie einfach explodieren, sondern Leonhard hält es für am wahrscheinlichsten, dass nach und nach bestehenden Communities dort hinwandern. Universitäten, öffentlich-rechtliche Mediatheken, Bibliotheken, NGOs oder Museen.

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  • Für die 400. Folge hat Valentina einige Freund:innen von Andreas gefragt: Wie war das damals, als Erklär mir die Welt entstanden ist?

    Wir machen uns auf die Spuren des Podcasts. Plus: Was euch im Herbst erwartet. Und: Wieder einige Tipps für Bücher, Serien & Dinge, die wir lieben.

    Weiterführende Links

    Die Offenlegung der Einnahmen von Andreas: a-sator.at/offenlegung Der Claude Code-Kurs, den Andreas gerade macht: https://www.youtube.com/watch?v=HR1lI4V0oKE& Die Fahrrad-Navi-App, die Valentina empfiehlt: https://www.bikecitizens.net Das Buch, das Andreas euch für den Sommer ans Herz legt: A More Exciting Life: A guide to greater freedom, spontaneity and enjoyment von The School of Life, https://www.amazon.com/More-Exciting-Life-spontaneity-enjoyment/dp/1912891255 Valentinas Tanz-Tipp, der Impulstanz Public Moves-Kalender: https://www.impulstanz.com/calendar/publicmoves/ The Pitt, die Krankenhausserie, die Andreas geschaut hat: https://www.imdb.com/de/title/tt31938062/ Zwei Autorinnen, die Andreas und Valentina cool finden: Liv Strömquist (https://de.wikipedia.org/wiki/Liv_Str%C3%B6mquist) und Chimamanda Ngozi Adichie (https://de.wikipedia.org/wiki/Chimamanda_Ngozi_Adichie)

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  • Als ich mich auf das Gespräch mit Mai Thi Nguyen-Kim vorbereitete, merkte ich: Ich weiß genau gar nichts mehr über Chemie aus der Schule. Was für ein Fehler! Es ist faszinierend, wie viel man über unsere Welt durch die Brille der Chemie verstehen kann, ob das Kochen, Kaffee oder warum Furze riechen. So eine coole Aufnahme.

    🙆 Mai Thi Nguyen-Kim ist Wissenschaftsjournalistin, Wissenschaftskommunikatorin und Chemikerin. Mai war auf Einladung der Österreichische Akademie der Wissenschaften (ÖAW) in Wien.

    Was nehme ich mir mit?

    Temperatur ist Bewegung.
    Je schneller sich Teilchen bewegen, desto heißer ist ein Stoff. Kälte bedeutet, dass sich die Teilchen langsam bewegen. Bei gut 270 Grad minus ist Schluss: Dann stehen alle Teilchen und es kann nicht mehr kälter werden. In einem Raum hat alles die selbe Temperatur. Außer unser Körper, der arbeitet dagegen. Wir bestehen aus Sternenstoff.
    Alle 118 Elemente entstanden in Sternen durch Kernfusion. Das ist eine chemische Tatsache und ein absolutes Wunder. Auch unsere Furzmoleküle, wo kleine Teilchen in die Nase unserer Sitznachbarn abhauen, sind aus Sternen entstanden. Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber ich finde das einfach nur geil. Nur weil etwas natürlich ist, ist es nicht gut.
    Es gibt künstliche Stoffe, die uns das Leben retten, und natürliche, die uns vergiften, wie etwa der Knollenblätterpilz. Wir müssen mit dieser komischen Unterscheidung aufhören. Vitamin C aus dem Labor ist genau dasselbe wie Vitamin C aus einer Orange.

    Folgt Mai Thi auf Instagram: @maithink

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  • Satire soll Dinge zum Vorschein, aber auch zum Lachen bringen. ORF-Satiriker Peter Klien erklärt sein Selbstverständnis – und ob Satire Grenzen gesetzt sind. Die Folge ist erstmals im Dezember 2018 erschienen.

    Peter Klien ist Satiriker und Host der ORF-Late-Night-Politsatire „Gute Nacht Österreich“.

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  • Wie kommunizieren Elefanten und Geparden? Damit beschäftigt sich die Zoologin Angela Stöger. Über koreanisch sprechende Elefanten, Begrüßungszeremonien und warum Geparden manchmal wie Vögel klingen. Plus: Wie wir durch KI Tiere immer besser verstehen.

    🙆 Angela Stöger ist Professorin für Zoo Conservation Science am Department für Verhaltens- und Kognitionsbiologie der Universität Wien. Sie beschäftigt sich unter anderem mit der Kommunikation von Elefanten und Geparden.

    Was nehme ich mir mit?

    Elefanten können imitieren.
    Das kennen wir sonst etwa nur von Papageien. Ein Elefant in Südkorea, der koreanische Wörter nachahmt, die Einheimische verstehen – wie cool ist das denn bitte. Elefanten wurden auch schon beobachtet, wie sie die Geräusche von LKWs nachgemacht haben. Wenn sich Elefanten treffen, gibt es Begrüßungszeremonien, wie bei uns Menschen. Absolut faszinierend. Elefanten haben die beste Nase im Tierreich.
    Sie haben bis zu 2.000 olfaktorische Gene. Ein guter Spürhund hat gerade einmal 800. Sie sehen dafür nicht besonders gut. Auf kurze Distanz geben sie sich visuelle Signale, etwa durch ihre Gestik oder das Anheben des Kopfes. Sonst kommunizieren sie über Rumbles, also Grollen. Das spüren wir, hören wir aber großteils nicht, weil es Infraschall ist. Künstliche Intelligenz hilft der Forschung.
    Angela und ihre Kolleg:innen haben viele tausend Elefantenlaute gesammelt. Die KI soll daraus Muster erkennen. Die KI liefert Hypothesen, die Forscher:innen probieren es dann und spielen die Leute Elefanten vor. Der technologische Fortschritt ist enorm und wir können immer besser verstehen, was Tiere sagen.

    Weiterführender Link:

    Den Geheimnissen der Tiersprachen auf der Spur, https://www.derstandard.at/story/2000133526364/den-geheimnissen-der-tiersprachen-auf-der-spur

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  • Wenn ein Mann in ein Kloster geht, lebt er im Schnitt fünf Jahre länger als ein Mann außerhalb. Woran liegt das? Das habe ich den Demografen Marc Luy gefragt. Er ist für seine Kloster-Studie berühmt geworden und weiß, warum Männer kürzer oder länger leben. Ein nerdiges Gespräch über Lebenserwartung, das ihr lieben werdet

  • Abnehmspritzen werden manchmal als Lifestyle-Produkt abgetan. Dabei sind sie nichts anderes als eine medizinische Revolution. Zum ersten Mal hat die moderne Medizin ein wirksames Mittel gegen Adipositas. Und Studien zeigen: Sie haben noch jede Menge anderer Vorteile. Es erklärt der Universitäts-Professor und Endokrinologe Florian Kiefer.

    🙆 Florian Kiefer ist Endokrinologe und Internist sowie assoziierter Professor an der Medizinischen Universität Wien mit Schwerpunkt auf Hormon-, Stoffwechsel- und Adipositaserkrankungen. Er leitet die endokrinologische Spezialambulanz, betreibt klinische und translationale Forschung zu Energie- und Fettstoffwechselprozessen und war in internationalen Fachgremien aktiv, etwa als Senior Editor eines endocrinologischen Fachjournals.

    Was nehme ich mir mit?

    Abnehmspritzen ahmen Hormone aus unserem Darm nach.
    Die werden nach jedem Essen ausgeschüttet. Die körpereigenen Hormone sind aber gleich wieder weg. Forscher:innen haben die Hormone im Labor künstlich länger haltbar gemacht. Das zügelt jetzt den Appetit der Menschen, die sie nehmen. Der Körper baut also nicht mehr Gewicht ab, wenn man die Abnehmspritze nimmt, sondern man will wegen der Spritzen einfach weniger essen. Spritzen alleine reichen nicht.
    Begleitend braucht es Bewegung und Krafttraining, weil der Körper, wenn er abnimmt, Muskeln abbaut. Außerdem muss man sich auch die Ernährung anschauen. Beides muss langfristig umgestellt werden, oft braucht es auch immer wieder mal die Spritzen. Adipositas ist eine chronische Krankheit, sie geht nie ganz weg, der Körper will das alte Gewicht und Fett halten, weil uns das evolutionär schützte. Die Spritzen helfen gegen vieles.
    Sie helfen nicht nur gegen Diabetes und beim Abnehmen, sie scheinen im Körper auch unnütze Entzündungen zurückzufahren, was für ganz viele andere Krankheitsbilder ebenfalls positive Wirkungen zeigt. Die Daten sind klar: Die Effekte sind so gut, dass die Krankenkassen nachziehen und die Medikamente für alle, bei denen es eine Indikation gibt, übernehmen müssen.

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  • In Wien wird das Klima wie in Skopje (Nordmazedonien). Was machen wir? Das habe ich die Ökonomin Sigrid Stagl gefragt. Was der Klimawandel mit der österreichischen Wirtschaft macht – und wir uns an ihn anpassen und dadurch wohlhabender und unabhängiger werden.

    🙆 Sigrid Stagl ist Ökonomin am Department für Sozioökonomie der Wirtschaftsuniversität Wien.

    Diese Folge wird präsentiert vom Bundesministerium für Frauen, Wissenschaft und Forschung im Rahmen der Umsetzung der fünf EU-Missionen in Österreich.

    Diese Bücher empfiehlt Sigrid:

    Karl Polanyi, Chronik der grossen Transformation. Artikel und Aufsätze (1920-1945): Menschliche Freiheit, politische Demokratie und die Auseinandersetzung zwischen Sozialismus und Faschismus, https://amzn.to/4nEZtDg Jason Hickel, Less is More: How Degrowth Will Save the World, https://amzn.to/4tQjisM Sigrid Stagl, Krisenfest – Wie nachhaltige Wirtschaft unsere Zukunft sichert: Energie, Ernährung, Arbeit & Zusammenhalt neu denken: Wie wir unsere Wirtschaft verändern können, um unsere Zukunft zu sichern (ab September 2026 erhältlich), https://amzn.to/4dpo0HC

    Sigrids Shoutout für Medien

    Ö1, https://oe1.orf.at/ BBC Radio 4, https://www.bbc.co.uk/sounds/play/live/bbc_radio_four_extra Podcast der „New York Times“, https://www.nytimes.com/spotlight/podcasts Podcast von „Der Standard“, https://www.derstandard.at/podcast

    Was nehme ich mir mit?

    Wir müssen unabhängiger werden.
    Wir überweisen derzeit Firmen und Menschen in autoritären Regimen jedes Jahr Milliarden Euro auf ihre Konten, um ihnen Erdöl und Erdgas abzukaufen. Nebenbei verschmutzt das unsere Luft und wir heizen die Erde noch weiter an. Das ist absurd und muss aufhören. Wir müssen fossile Energie mit erneuerbaren ersetzen und unsere Wirtschaft elektrifizieren, also etwa von Verbrenner auf E-Autos umsteigen. Der Klimawandel ist längst da.
    Österreich ist im Schnitt schon 3,1 Grad heißer als im langjährigen Schnitt. Das merken viele schon: Im Wintertourismus, in der Landwirtschaft, aber auch vulnerable Gruppen, Menschen in Städten und alle, die draußen arbeiten. Auch sonst sinkt die Produktivität und damit unser Wohlstand, wenn es heißer wird. Wir müssen uns massiv anpassen.
    Dazu gehört auch, dass wir unsere Einstellung zu Klimaanlagen verändern. Räume in Österreich muss man im Sommer künftig einfach kühlen. Klimaanlagen sind ineffizienter als das etwa über die Wände oder den Boden zu kühlen, aber wenn das nicht geht, sinnvoll. Landwirte bauen hitzeresistentere Sorten an, Forstwirte pflanzen andere Bäume, Städte werden grüner. Österreich hat in einigen Jahren die Temperatur von Mazedonien und das wird unser aller Leben ändern. Das muss keine Katastrophe sein, aber wir müssen uns früh genug daran anpassen.

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  • Was passiert in unserem Körper, wenn ein Virus eindringt? Warum werden manche Menschen oft krank und andere nie? Das Immunsystem, erklärt. Die Folge ist erstmals im April 2020 erschienen.

    Wilfried Ellmeier ist Immunbiologe und forscht an der Medizinischen Universität Wien.

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  • Was sollte jeder über Geld wissen? Das habe ich die Wirtschaftspädagogin Bettina Fuhrmann gefragt. Was man sinnvoll über Kredite finanziert – und was nicht. Die sinnvollsten Investitionen und wo man sich die Finger verbrennt. Von Krypto bis ETFs, Sparen, Ausbildung & Co.

    🙆 Bettina Fuhrmann ist Leiterin des Instituts für Wirtschaftspädagogik an der Wirtschaftsuniversität Wien.

    Was nehme ich mir mit?

    Unterschätze nicht deine eigene Ausbildung.
    Ich habe zum Beispiel schon ein wenig gespart, aber das mit Abstand größte Vermögen, das ich besitze, ist mein eigenes Humankapital. Meine Ausbildung, mein Netzwerk, mein Wissen, das ich mir über viele Jahre aufgebaut habe. Das sorgt nämlich dafür, dass jedes Monat auf absehbare Zeit Geld auf mein Konto kommt. Quasi eine Dividende meines Humankapitals. Das ist bei den meisten Menschen der wichtigste Vermögenswert, den sie besitzen. Wenn du Zeit hast, gehe Risiken ein.
    Gerade wenn man Geld für längere Zeit nicht braucht, kann man damit höhere Risiken eingehen und sich Aktien kaufen. Am besten streut man sie breit, kauft sich also einen Aktien-ETF, der auf einem breiten Index mit vielen hundert oder tausenden Unternehmen fußt. Aktienmärkte gehen auf und ab, aber wenn man lange Zeit hat, etwa 10 oder 20 Jahre, dann kann man auch Krisen einfach abwarten. Ein paar Grundregeln, die Bettina mitgegeben hat:
    Investiere nur in etwas, das du verstehst. Sehr schlau. Dann: Zahle deinen Kredit nicht länger zurück, als du das Ding, das du dafür kaufst, nutzen kannst. Einen einwöchigen Urlaub zwei Jahre zurückzuzahlen ist eine riskante Angelegenheit. Und: Gehe keine Risiken ein, mit denen du nicht gut schlafen kannst. Auch wenn Aktien langfristig die beste Anlage sind: Wenn sie dir den letzten Nerv rauben, weil sie vielleicht mal runtergehen, dann lass es lieber bleiben.

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  • Was macht eigentlich ein Botschafter den ganzen Tag? Das habe ich den Diplomaten Leigh Turner gefragt. Er war Botschafter in Wien, Kiew und Generalkonsul in Istanbul. Über Spionage, Brexit, Cocktail-Partys und was einen guten Diplomaten ausmacht.

    🙆 Leigh Turner ist ein britischer Diplomat. Er war Botschafter in Wien, Kiew und Generalkonsul in Istanbul. Sein neuestes Buch: »Lessons in Diplomacy: Politics, Power and Parties« https://amzn.to/4dacO2v Auch von ihm erschienen: »The Hitchhiker’s Guide to Diplomacy: Wie Diplomatie die Welt erklärt« https://amzn.to/4cBrO9B

    Diese Bücher empfiehlt Leigh:

    I Am Pilgrim von Terry Hayes, https://amzn.to/4cP85TS The Three-Body Problem von Liu Cixin, https://amzn.to/3P1Xo7o The Jeeves Omnibus - Vol 1 von P.G. Wodehouse (plus Empfehlung für die gesamte Reihe), https://amzn.to/3P2vmZt

    Leighs Shoutout für Medien

    Financial Times, https://www.ft.com/ BBC News Online, https://www.bbc.com/news

    Was nehme ich mir mit?

    Don’t shoot the messenger.
    Es ist wichtig, dass auch verfeindete Nationen Informationen austauschen können. Darum ist im Laufe der Zeit die diplomatische Immunität entstanden. Man darf Diplomaten in anderen Ländern nicht einfach einsperren. Das schafft zwar auch Probleme, sorgt am Ende des Tages aber dafür, dass auch Diplomatie in Staaten mit keinen guten Rechtssystemen und unabhängigen Gerichten möglich ist. Botschafter sind Analytiker und Netzwerker.
    Sie versuchen so viele Menschen wie möglich kennenzulernen, um Insider-Wissen zu sammeln. Das funktioniert auch andersrum: Wer einen Botschafter trifft, möchte selbst wiederum ja auch Wissen sammeln – oder im wahrsten Sinne des Wortes eine Botschaft anbringen. Leigh sagt, es ist wichtig, ein Experte zu werden. Also so viel wie möglich zu lernen und zu erfahren. Die eigene Meinung zurückstecken.
    Parteichefs müssen oft Positionen vertreten, die sie selbst nicht teilen. Eben: Weil die eigene Partei oder die Regierung das beschlossen hat. Bei Diplomaten ist das noch viel ärger: Da spielt die eigene Position quasi überhaupt keine Rolle. So hat Leigh jahrelang Großbritannien beim Brexit vertreten, obwohl er den Austritt aus der EU für einen schwerwiegenden Fehler hielt.

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  • Die moderne Medizin ist eine der größten Errungenschaften der Menschheit, und ohne verlässliche Studien wäre sie nicht möglich. Wie so eine Studie abläuft, haben wir uns im Detail angesehen. Mit der Neuro-Onkologin Anna Berghoff.

    🙆 Anna Berghoff ist Neuro-Onkologin an der Klinischen Abteilung für Onkologie an der Medizinischen Universität Wien.

    Diese Folge wird präsentiert vom Bundesministerium für Frauen, Wissenschaft und Forschung im Rahmen der Umsetzung der fünf EU-Missionen in Österreich.

    Was nehme ich mir mit?

    Dankbarkeit.
    Ich finde die Energie, die Anna in ihre Arbeit steckt, unglaublich und nach dem Gespräch ist bei mir ein Gefühl der Dankbarkeit geblieben. Wie viele Menschen es wie Anna gibt, die mit ihrer Arbeit anderen helfen, die ihr Wissen für das Allgemeinwohl einsetzen und die mit so viel Respekt und Zuversicht an einer besseren Welt arbeiten. Forschung ist Teamwork.
    Es arbeiten riesige Teams an Studien, es gibt ganz viele checks and balances und man kontrolliert, ergänzt und kritisiert sich gegenseitig. Außerdem gibt es viele Regularien, externe Kontrollbehörden und Ethikkommissionen, die medizinische Studien begleiten. Das schafft Vertrauen in die Verlässlichkeit der Ergebnisse und ist essentiell. Wir leben in den besten aller Zeiten.
    Manchmal hört man ja, dass sich Menschen die gute alte Welt von früher zurückwünschen. Die moderne Medizin aber entwickelt sich ständig weiter und jeden Tag werden neue Ideen geboren, mit denen man Menschen, die krank sind, besser helfen kann. In der ganzen Geschichte der Menschheit gibt es genau Heute, im Hier und jetzt, die beste Diagnose und Therapie, die es je gegeben hat. Schon ziemlich großartig.

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  • Wie ticken Peter Thiel, Elon Musk & Co? Der Journalist Jannis Brühl erklärt die Ideologie der Tech-Oligarchen, warum man Start-up-Denke nicht auf die Demokratie übertragen kann und wie wir uns in Europa digital wehren können.

    🙆 Jannis Brühl ist Journalist und leitet das Team Geld, Arbeit, Tech bei der Süddeutschen Zeitung. Sein Buch »Disruption: Die Ideologie der Tech-Oligarchen und das Ende der Demokratie, wie wir sie kennen« ist bei DVA erschienen. https://amzn.to/4slBAkM

    Diese Bücher empfiehlt Jannis:

    The Curse of Bigness von Tim Wu, https://amzn.to/48uTUkv Waking Up von Sam Harris, https://amzn.to/48YeSYW Fooled by Randomness von Nassim Nicholas Taleb, https://amzn.to/4tWSVlh

    Jannis‘ Shoutout für Medien

    Inoreader(RSS-Reader), https://www.inoreader.com/: Jannis Brühl nutzt diesen RSS-Reader als morgendliche Informationsquelle – ohne Algorithmus, chronologisch, mit eigens ausgewählten Quellen. Eine bewusste Alternative zu Social-Media-Feeds.

    Was nehme ich mir mit?

    Einige wenige Menschen sind viel zu mächtig geworden.
    Elon Musk, Mark Zuckerberg oder Peter Thiel sind nicht nur reich, sie mischen auch stärker als Reiche früher in der Politik mit. Sie lobbyieren nicht nur, sondern sie geben sich als große Vordenker einer neuen Welt und haben damit großen Einfluss. Und gleichzeitig kontrollieren sie wichtige Social Media Plattformen, KI, Raumfahrt oder Militärtechnologie. Ihr Denken ist eindimensional.
    Nur weil etwas in der Start-up-Welt funktioniert, kann man diese Prinzipien nicht bei einer liberale Demokratie, einem Rechtsstaat und der Bürokratie anwenden. Kreative Zerstörung ist in der Unternehmenswelt eine mächtige Idee, aber eine Demokratie lebt von Kompromissen, offenen Diskurs und klaren Regeln, die für alle gelten. Eine unheilige Allianz.
    Eigentlich passt die rechtspopulistische MAGA-Bewegung gar nicht zu den Tech-Futuristen. Hier vereinen sich Menschen mit sehr unterschiedlichem Weltbild, aber sie vereint der Wille zu Macht und Veränderung und der Hass auf den Staat, Bürokratie, Demokratie und progressive Werte wie Diversität und Solidarität.

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  • Konflikte helfen dabei, sich weiterzuentwickeln. Aber wie streitet man richtig? Wie trägt man Konflikte aus, ohne den anderen zu verletzen? Die Therapeutin Katharina Henz erklärt, wie es geht. Die Folge ist erstmals im April 2020 erschienen.

    Katharina Henz ist systemische Psychotherapeutin in Wien.

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  • Versicherungen, Kosmetik oder Pulverl an Freunde und Familie verkaufen… und sie dann auch noch selbst als Verkäufer anwerben und Provisionen kassieren: Network Marketing boomt seit Corona. Von den großen Versprechen bleiben meist nur Verlustgeschäfte. Die Wirtschaftsethikerin Claudia Groß erklärt die Praktiken der Unternehmen.

    🙆 Claudia Groß ist Wirtschaftsethikerin an der TIAS School for Business & Society.

    Was nehme ich mir mit?

    Da war so viel dabei, was ich gelernt habe. Das habe ich mir wieder in mein analoges Notizbuch mitgeschrieben, ich mache das im offiziellen Leder-Notizbuch von Erklär mir die Welt von unserem Partner paper republic. paper republic legt Wert auf faire Bedinungen und auf langlebige Materialien. So. Was nehme ich mir mit?

    Die meisten verlieren Geld.
    Nach einem halben Jahr ist die Hälfte der Verkäufer oder Berater wieder weg. Meistens haben sie viel Geld für Starter Pakete ausgegeben, kaum Umsatz gemacht und es bleibt ein fettes Minus. Im besten Fall verliert man nur ein bisschen Geld, im schlimmsten auch sein soziales Umfeld, das man monatelang nervte oder manipulierte. Network Marketing ist oft sektenähnlich.
    Viele dieser Unternehmen arbeiten mit Praktiken, die man sonst eher bei Sekten oder Kulten kennt. Dir werden extreme Versprechen gemacht, Menschen, die nicht dazu gehören, werden abgewertet und kritische Fragen sind ein Zeichen, dass du die Heilsversprechen des Unternehmens noch nicht verstanden ist. Warum sind diese Praktiken überhaupt legal?
    Die Gesetzgeber müssen hier dringend nachschärfen. Claudia sagt, dass sich die Lobbies dieser Unternehmen in Brüssel ihre eigenen Gesetzestexte schreiben. Das ist natürlich ein Skandal. Oft verweisen die Firmen auch auf wenige schwarze Schafe oder selbstständige Berater, die vielleicht etwas getan haben, was nicht richtig ist. Sie selbst nehmen sich aus der Verantwortung.

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  • Wenn eine Frau mit einer Frau schläft, denken wir, sie ist lesbisch. Dabei ist die Wahrscheinlichkeit viel höher, dass sie bisexuell ist. Bisexuelle sind die größte sexuelle Minderheit, sagt die Forscherin Julia Shaw. Warum vergessen so viele von uns auf sie?

    🙆 Julia Shaw ist Wissenschaftlerin, Bestsellerautorin, und Moderatorin. Sie hat eine Vielzahl an Büchern geschrieben, unter anderem das Buch “Bi”: https://www.drjuliashaw.de/indexbi

    Diese Bücher empfiehlt Julia:

    Also sprach Zarathustra von Friedrich Nietzsche, https://amzn.to/4v3Eop8 Fundamentally von Nussaibah Younis (engl.), https://amzn.to/4mduehP Exit West von Mohsin Hamid, https://amzn.to/4sfq3TS

    Was nehme ich mir mit?

    Bi ist die größte sexuelle Minderheit.
    Julia hat davon erzählt, dass sie sich aber oft weder von der Hetero-Mehrheitsgesellschaft, noch von der LGBTIQ-Community gesehen fühlt. Wenn ein Mann mit einem Mann schmust, ist er dann automatisch gleich schwul. Dass er Bi sein könnte, haben wir manchmal gar nicht im Kopf. Das ändert sich langsam, ich ertappe mich aber immer wieder dabei. Sexualität ist komplexer, als viele denken.
    Das zeigt etwa die Kinsey-Skala, viele Menschen sind nicht eindeutig hetero oder homosexuell, sondern irgendwo dazwischen. Das Klein-Grid erweitert dann die Kinsey-Skala auf sieben Dimensionen: Etwa Verhalten, Fantasie, mit wem verbringt man gerne Zeit und unterscheidet auch zwischen Vergangenheit und Wünschen. Die fehlende Sichtbarkeit hat enorme Konsequenzen.
    Wer sich nicht im Fernsehen oder auf der Straße sichtbar fühlt, also keine anderen Menschen wie sich selbst sieht, der denkt dann schnell mal, dass mit einem selbst was falsch ist. Bisexuelle Menschen werden diskriminiert, haben hohe Vergewaltigungsraten und leiden häufiger an psychischen Problemen. Darum ist es so wichtig, die bunte Vielfalt der menschlichen Existenz überall sichtbar zu machen.

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