Avsnitt
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Marga und Dietmar Riemann stellten Anfang 1986 einen Antrag auf Ausreise aus der DDR. Fast vier Jahre des Wartens, der Ämtergänge, der Schikanen, der Suche nach Unterstützung aus dem Westen, des Einpackens und wieder Auspackens folgten. Ende September 1989 durften sie schließlich die DDR verlassen. Dafür mussten sie ihr Haus „loswerden“. Eine Schenkung an loyale Empfänger, die Riemanns im Westen ausbezahlt hätten, verhinderte der Staat. Zehn Jahre lang kämpften Riemanns darum, im vereinigten Deutschland ihr Haus zurückzubekommen. Schließlich erhielten sie eine Entschädigung, diese war kaum höher als ihre Anwaltskosten. Dennoch sind Marga und Dietmar Riemann dankbar. Weshalb, und wie ihr Ringen mit den staatlichen Stellen aussah, erfahrt ihr in unserem Podcast.
Das 2. SED-Unrechtsbereinigungsgesetz regelt u.a. die verwaltungsrechtliche Rehabilitierung, die wiederum Ansprüche nach verschiedenen Gesetzen begründen kann. Hierzu gehört das Vermögensgesetz, auf dessen Grundlage auch die Riemanns entschädigt wurden.
Informationen zur verwaltungsrechtlichen Rehabilitierung: https://www.berlin.de/lageso/versorgung/soziales-entschaedigungsrecht/opfer-von-sed-unrecht/#berrehag
Die Stiftung Situation Kunst betreut das fotografische Werk von Dietmar Riemann, aktuell noch bis 24.10.2024 mit einer Ausstellung in Saarbrücken: https://situation-kunst.de/ausstellungen/ausstellungen-2023/dietmar-riemann
Zur Erwähnung der Treffen Ausreisewilliger in der Treptower Bekenntniskirche siehe den heutigen Gedenkort: https://www.berlin.de/museum-treptow-koepenick/gedenkorte/artikel.853004.php
Wegen der staatlichen Wohnraumlenkung war die Familiensituation möglicher Hauskäufer relevant. Weitere Informationen hierzu: https://www.mdr.de/geschichte/ddr/alltag/familie/wohnen-plattenbau-102.html#sprung1
Riemann nennt den „Abschnittsbevollmächtigten“ salopp „Ortsbevollmächtigten“, siehe hierzu: https://de.wikipedia.org/wiki/Abschnittsbevollm%C3%A4chtigter
Marga Riemanns Vater war Mitglied der SPD, zur Ost-Berliner Besonderheit der SPD-Büros bis 1961: https://spd.berlin/magazin/berliner-stimme/die-ostberliner-spd-von-1946-bis-1961/
Podcast-Host Elena Demke zu Mauerfotos aus Ost und West, dabei geht’s auch um Riemanns heimliche Aufnahmen: https://www.bpb.de/themen/deutsche-einheit/deutsche-teilung-deutsche-einheit/55860/mauerbilder-in-ost-und-west/
Die damalige Tschechoslowakische Sozialistische Republik wurde in der DDR oft umgangssprachlich „Tschechei“ genannt. Die historische Belastung des Begriffs wurde damals nicht breit diskutiert, siehe auch: https://mzv.gov.cz/bern/de/gegenseitige_beziehungen/kultur/offizielle_bezeichnung_unseres_landes_in.html
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In der ersten Folge der neuen BABcast-Reihe geht es um Jugendliche, die 1983 einen Tunnel verschönern wollen und dafür ins Gefängnis kommen, um Stasi-Vernehmer, einen Schauprozess und um die Solidarität zwischen inhaftierten Frauen. Katrin Siebeck spricht über ihre Haftentschädigung und Opferrente: Wie erfuhr sie davon, wofür benötigt sie die Entschädigung? Katrin macht deutlich, wie Kunst verbinden und beim Bewältigen von Traumata helfen kann.
00:00-02:37 Intro
02:37-06:23 Malaktion und Verhaftung
06:24-07:31 Polizeigefängnis Keibelstraße
07:31-09:25 Untersuchungshaft
09:26-10:04 Reflexion
10:05-12:45 Stasi-Untersuchungshaftanstalt Pankow
12:25-14:29 Emotionale Folgen und Ausreiseantrag
14:30-16:11 Anwerbungsversuch der Stasi
16:12-19:59 Reflexion
20:00-20:55 Ausblick auf Ankunft im Westen
20:56-24:26 Gerichtsprozess
24:27-26:11 Transport in den Strafvollzug
26:12-31:56 Frauengefängnis Hoheneck
31:57-34:33 Geburtstagskleid und Performance
34:34-37:17 Hintergründe eines Totschlags
37:18-41:15 Entschädigungsantrag und Opferrente
41:16-48:04 Therapie und Kunst
48:05-50:00 Ausstellung und Wiedersehen
50:00-52:19 Rehabilitierung und Kapitalentschädigung
52:20-53:29 Outro
53:30-54:44 Nachtrag
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Saknas det avsnitt?
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In der neuen BABcast-Reihe "Entschädigt?" geht es um Menschen, die im Gefängnis, Kinderheim oder der Jugendpsychiatrie waren, die Stasi-Verfolgung oder amtliches Unrecht erlebten und deshalb eine Entschädigung oder Ausgleichszahlung erhielten. Hier könnt Ihr schon einmal reinhören. Am 8. August geht's dann los mit Folge Eins!