Avsnitt

  • Nutzt die Politik die Sommerpause, um besonders umstrittene Gesetze möglichst geräuschlos zu verabschieden? Darüber spricht Dr. Laura Dalhaus in der aktuellen Folge von „5 Minus – Das Gesundheitssystem verfehlt das Klassenziel“.

    Im Mittelpunkt steht erneut das GKV-Stabilisierungsgesetz (GKV-Spargesetz), das weiterhin für erhebliche Diskussionen sorgt. Besonders angespannt ist die Lage in der Pflegeversicherung, deren Finanzierung zunehmend unter Druck gerät. Ursachen sind der demografische Wandel, sinkende Geburtenzahlen, eine rückläufige Netto-Einwanderung und die steigende Lebenserwartung.

    Dabei liegen längst Vorschläge der Finanzkommission Gesundheit auf dem Tisch, um Prävention zu stärken – etwa durch gesundes Schulessen oder eine Zuckersteuer. Aus Sicht von Laura fehlt jedoch der politische Wille, diese Maßnahmen konsequent umzusetzen.

    Auch die Kassenärztliche Vereinigung Bremen hat reagiert und den Deutschen Ethikrat eingeschaltet. Diskutiert wird die Frage, ob die aktuelle Ausgabenpolitik der Bundesregierung noch mit einer bedarfsgerechten Gesundheitsversorgung vereinbar ist. Gleichzeitig wird geprüft, ob die Finanzierung der Krankenversicherungsbeiträge von Bürgergeldempfänger:innen durch die gesetzlich Versicherten verfassungsrechtlich Bestand haben kann.

    Ein weiteres großes Thema ist die Situation der Krankenhäuser. Laura kritisiert, dass das Krankenhaussterben zunehmend den Marktmechanismen überlassen wird – mit möglichen Folgen für die Versorgungssicherheit, insbesondere bei kommunalen Krankenhäusern. Auch Sanitätshäuser geraten wirtschaftlich immer stärker unter Druck.

    Nach den heftigen Debatten um die Honorare der Psychotherapeut:innen hält das Bundesministerium für Gesundheit trotz massiver Proteste an seiner Linie fest und sieht keinen Anlass für Beanstandungen. Für Laura ist das vor allem mit Blick auf die Versorgung von Kindern und Jugendlichen problematisch. Fehlende Investitionen in diesem Bereich hätten nicht nur gesundheitliche, sondern auch langfristige volkswirtschaftliche Folgen.

    Auch bei der Prävention sieht sie verpasste Chancen. Während über höhere Abgaben auf Tabak und Alkohol diskutiert wird, lehnt Bundesfinanzminister Klingbeil entsprechende Schritte für Bier und Wein ab. Gleichzeitig fordert Bundeskanzler Friedrich Merz mehr Akzeptanz für die geplanten Reformen. Laura würde ihn gerne einen Tag in ihrer Hausarztpraxis begleiten lassen, um die Realität der Versorgung kennenzulernen.

    Die Sparpläne von Nina Warken hinterlassen bereits Spuren: Immer mehr Niedergelassene denken darüber nach, ihre Praxis aufzugeben. Für Laura entsteht der Eindruck, dass der ambulanten Versorgung in der politischen Diskussion zu wenig Bedeutung beigemessen wird.

    Dabei war die demografische Entwicklung seit Jahren vorhersehbar. Statt rechtzeitig gegenzusteuern, werden die finanziellen Folgen nun zunehmend auf die Leistungserbringer übertragen.

    Nahezu alle Akteure im Gesundheitswesen warnen inzwischen vor den Auswirkungen der Sparmaßnahmen. Die KV Rheinland-Pfalz bezeichnete das Gesetz sogar als „Patienten-Versorgungs-Verschlechterungs-Gesetz“ – eine Formulierung, die Laura durchaus nachvollziehen kann. Gleichzeitig wirkt vieles wie Symbolpolitik: Für die Anhörung von rund 90 Verbänden standen lediglich 150 Minuten zur Verfügung.

    Neben dem Spargesetz sorgt auch das Digitalgesetz für Kritik. Die niedergelassene Ärzteschaft befürchtet, dass Krankenkassen künftig Informationen aus der ePa nutzen könnten, um Patient:innen direkt anzusprechen. Zusätzlich stehen Pläne im Raum, Krankenkassen stärker in das PVS-System einzubinden und Termine über Krankenkassen-Apps zu steuern. Für Laura widerspricht das dem Prinzip der ärztlichen Freiberuflichkeit.

    Außerdem startet sie eine neue Rubrik: „Kassen und Wahrheit“. Darin greift sie unter anderem auf, dass die Techniker Krankenkasse (TK) eine eigene Studie zur HZV in Auftrag gegeben hat, obwohl bereits wissenschaftliche Untersuchungen zur Hausarztzentrierten Versorgung vorliegen. Für Laura ist das ein unnötiger Einsatz von Beitragsgeldern.

    Parallel denken inzwischen immer mehr Niedergelassene über den Wechsel in eine Privatpraxis nach. Gleichzeitig sollen Apotheken künftig verstärkt Impfungen übernehmen. Laura sieht darin den Aufbau weiterer Parallelstrukturen und stellt die Frage, wer im Fall von Komplikationen die Verantwortung übernimmt.

    Zum Abschluss macht sie deutlich: Gerade jetzt, wo Ungerechtigkeiten entstehen, dürfen Missstände nicht unwidersprochen bleiben. Offene Debatten über Versorgung, Finanzierung und Gerechtigkeit seien nicht nur für das Gesundheitssystem wichtig, sondern auch für das Vertrauen in die Demokratie.

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  • Werbekooperation mit Heidi Health

    Das Gesundheitssystem entfernt sich immer weiter vom Klassenziel. Darüber sprechen Dr. Laura Dalhaus und Dr. Andrea Morawe in dieser Folge, die auf dem BAM – dem Bundeskongress Allgemeinmedizin – aufgenommen wurde.

    Digitalisieren wir aktuell die richtigen Bereiche? Während digitale Lösungen eigentlich Verwaltungsaufgaben vereinfachen sollten, entsteht zunehmend der Eindruck, dass stattdessen die Arzt-Patienten-Beziehung verändert wird.

    Andrea berichtet, dass ihre Hausarztpraxis mit Telefon-KI und einer Online-Rezeption bereits vergleichsweise digital aufgestellt ist. Gleichzeitig beobachtet Laura, dass die klassische körperliche Untersuchung zunehmend an Bedeutung verliert. Dabei braucht gute Versorgung nicht nur digitale Prozesse, sondern vor allem Steuerung, Vorsortierung und eine sinnvolle diagnostische Einordnung. Genau dieses Verständnis scheint aus ihrer Sicht in der politischen Diskussion häufig zu fehlen.

    Damit geht auch klinische Erfahrung verloren. Wenn weniger untersucht wird, lernen Nachwuchsmediziner:innen wichtige Untersuchungstechniken seltener im Alltag kennen. Für Laura besteht gute Medizin nicht aus dem bloßen Abarbeiten von Checklisten. Sie stellt die grundsätzliche Frage, ob wir uns zunehmend auf Befunde konzentrieren, die zwar messbar sind, aber für die tatsächliche Gesundheit der Patient:innen oft keine relevante Bedeutung haben.

    Ein Beispiel dafür sieht sie im betrieblichen Gesundheitsmanagement einiger großer Unternehmen. Dort werden umfangreiche Untersuchungen durchgeführt, deren Ergebnis häufig lautet: „Lassen Sie das bitte beim Hausarzt abklären.“ Die eigentliche Einordnung und Beratung bleibt dann bei den Hausärzt:innen hängen. Für Laura zeigt das deutlich, dass einzelne Messwerte ohne eine umfassende Risikobewertung wenig Aussagekraft haben.

    Auch Andrea sieht hier eine Schwäche vieler KI-Systeme. Gesundheitliche Probleme lassen sich nicht isoliert betrachten. Menschen müssen ganzheitlich bewertet werden – mit ihrer Lebenssituation, ihrer Vorgeschichte und ihren individuellen Belastungen.

    Laura schildert dazu den Fall eines Patienten, der einen schweren Trauerfall erlebt hatte. Für sie bestand die hausärztliche Aufgabe nicht einfach darin, eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung auszustellen, sondern die Hintergründe zu verstehen und den Menschen zu begleiten. In einer rein standardisierten Checklisten-Medizin wäre dafür kaum Raum vorhanden.

    Beide sind sich deshalb einig: KI kann unterstützen, aber sie ersetzt keine menschliche Medizin. Entscheidend ist, digitale Werkzeuge dort einzusetzen, wo sie tatsächlich entlasten.

    Ein großes Thema bleibt die Bürokratie. Formulare, Anträge und Dokumentationspflichten nehmen immer mehr Zeit in Anspruch. Dabei könnten Medizinische Fachangestellte (MFA) ihre Qualifikation für deutlich sinnvollere Aufgaben einsetzen. Genau hier sehen Laura und Andrea die Stärken digitaler Lösungen.

    In ihrem Praxisalltag nutzen beide beispielsweise Heidi. Das System unterstützt bei der Dokumentation, beantwortet viele administrative Anfragen und spart dadurch wertvolle Zeit. Gleichzeitig kann es Gesprächsinhalte strukturieren und für Patient:innen verständlich zusammenfassen. Dadurch verbessert sich aus ihrer Sicht sogar die Arzt-Patienten-Beziehung, weil während der Sprechstunde weniger Zeit am Bildschirm verbracht werden muss.

    Darüber hinaus sprechen die beiden über die Auswirkungen des GKV-Spargesetzes. Insbesondere die Ambulantisierung sorgt für zusätzliche Herausforderungen, wenn Nachsorgekonzepte nicht ausreichend mitgedacht werden. Auch andere Regelungen, etwa Veränderungen bei den Pflegegraden, könnten die Versorgung verschlechtern.

    Ein weiteres Problem ist die fehlende Zeit für Aus-, Fort- und Weiterbildung. Wenn Medizin immer stärker ökonomischen Zwängen unterliegt, stellt sich die Frage, wie zukünftige Ärzt:innen ausreichend ausgebildet werden sollen. Gerade hier könnte ein sinnvoller Einsatz von KI Freiräume schaffen.

    Kritisch sehen beide außerdem, dass gesundheitspolitische Entscheidungen häufig entlang von Legislaturperioden getroffen werden. Langfristige Ziele und nachhaltige Strukturreformen geraten dabei oft in den Hintergrund. Gleichzeitig sollte das deutsche Gesundheitssystem aus ihrer Sicht nicht die Aufgabe haben, den Pharmastandort Deutschland zu sichern.

    Zum Abschluss machen Laura und Andrea deutlich: Weder Resignation noch blinder Aktionismus helfen weiter. Notwendig sind kluge Entscheidungen, langfristiges Denken und der Wille, das System wirklich zu verbessern.

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  • Nicht nur Ärzt:innen schlagen wegen des GKV-Spargesetzes beziehungsweise des Beitragsstabilisierungsgesetzes Alarm. Auch die Heilmittelerbringer – von der Physiotherapie über die Ergotherapie bis zur Logopädie – sehen die Versorgung durch die geplanten Maßnahmen massiv gefährdet.

    Darüber spricht Dr. Laura Dalhaus in dieser Folge von „5 Minus – Das Gesundheitssystem verfehlt das Klassenziel“ mit Christine Donner, geschäftsführendem Vorstand des Bundesverbands der Ergotherapeut:innen, und Tobias Niklas, Landesvorsitzendem sowie stellvertretendem Bundesvorsitzenden des Verbands für Physiotherapie (VPT e.V.).

    Christine erläutert zunächst die Aufgaben der Ergotherapie. Im Mittelpunkt steht dabei, Menschen dabei zu unterstützen, möglichst selbstständig zu bleiben und ein Leben in der eigenen Häuslichkeit zu ermöglichen. Die geplanten Einschnitte bewertet sie kritisch: Aus ihrer Sicht drohen längere Wartezeiten, höhere Zuzahlungen und spürbare Verschlechterungen in der Versorgung. Besonders problematisch ist, dass Gesundheit und Einkommen eng miteinander verknüpft sind. Schon heute gibt es viele Menschen, die Schwierigkeiten haben, die Zuzahlungen für Heilmittel aufzubringen.

    Auch in der Physiotherapie sind die Belastungsgrenzen längst erreicht. Tobias berichtet von Behandlungszeiten von 15 bis 20 Minuten, in denen zusätzlich Dokumentation sowie Vor- und Nachbereitung stattfinden müssen. Gleichzeitig sei die wirtschaftliche Situation vieler Praxen schwieriger geworden, da die Vergütung mit den allgemeinen Kostensteigerungen nicht Schritt gehalten habe.

    Ein weiteres Problem sehen beide in der zunehmenden Ambulantisierung. Immer mehr Patient:innen werden früher aus dem Krankenhaus entlassen und benötigen anschließend zeitnah Heilmittel. Die dafür notwendigen Kapazitäten wurden jedoch politisch nicht mitgeplant. Tobias fordert deshalb keine Einzelmaßnahmen mehr, sondern eine grundlegende Gesundheitsreform.

    Auch die politischen Ziele rund um Prävention und die Vermeidung von Pflegebedürftigkeit werden diskutiert. Laura weist darauf hin, dass sich diese Ziele kaum erreichen lassen, wenn gleichzeitig bei den Heilmittelerbringern gespart wird. Christine bestätigt, dass der Zusammenhang zwischen Heilmitteln und der Vermeidung von Pflegebedürftigkeit in politischen Entscheidungen häufig unterschätzt werde.

    Besonders kritisch blickt sie auf die aktuelle Legislaturperiode. Aus ihrer Sicht kommen Beteiligung und fachlicher Austausch deutlich zu kurz. Dabei verweist sie auf eine Zahl, die den volkswirtschaftlichen Nutzen des Gesundheitswesens verdeutlicht: Investitionen in die Versorgung der Versicherten wirken sich unmittelbar positiv auf die Gesamtwirtschaft aus.

    Vor diesem Hintergrund denken immer mehr Praxen darüber nach, ihr Angebot stärker auf Selbstzahlerleistungen auszurichten. Gerade in der Physiotherapie werde dieser Trend zunehmen, weil wirtschaftliches Arbeiten im regulären Kassensystem zunehmend schwieriger werde.

    Auch der Fachkräftemangel bleibt ein zentrales Thema. Beide sind sich einig, dass die Entwicklung seit Jahren absehbar war. Während die Ärzteschaft teilweise von Zuwanderung profitiert, fehlt es bei den Heilmittelerbringern an wirksamen Maßnahmen, um die Berufe attraktiver zu machen. Tobias verweist darauf, dass Beschäftigte im Sozialversicherungsbereich teilweise deutlich höhere Gehälter erhalten als Physiotherapeut:innen.

    Hinzu kommen strukturelle Probleme in der Ausbildung. Lange mussten angehende Physio- und Ergotherapeut:innen ihre Ausbildung sogar selbst finanzieren. Viele angekündigte Reformen wurden zwar diskutiert, aber nicht umgesetzt. Unklar bleibt zudem, wie der Übergang von der Schulgeldfreiheit zu einer vergüteten Ausbildung gestaltet werden soll.

    Laura betont, dass die Wertschätzung von Aus- und Weiterbildung eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe ist. Als Beispiel nennt sie die Lymphdrainage: Obwohl Physiotherapeut:innen diese bereits in ihrer Ausbildung erlernen, dürfen sie die Leistung erst nach einer zusätzlichen und aufwendigen Weiterbildung abrechnen.

    Christine kritisiert außerdem den Einfluss der Kostenträger auf politische Entscheidungen. Einerseits werde auf steigende Ausgaben verwiesen, andererseits wolle man Leistungen begrenzen – obwohl eine alternde Gesellschaft zwangsläufig einen höheren Versorgungsbedarf mit sich bringt. Aus ihrer Sicht müssten die Kostenträger stärker Rechenschaft über ihre Entscheidungen ablegen.

    Am Ende sind sich alle drei einig: Das Gesundheitssystem braucht eine echte Strukturreform. Fachleute müssen stärker in Entscheidungsprozesse eingebunden werden, die Vergütung muss verbessert werden und die Probleme der Versorgung dürfen nicht länger ignoriert werden.

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  • Nicht nur das Gesundheitssystem steht vor großen Versorgungsproblemen – auch die Pflege gerät zunehmend an ihre Grenzen. In dieser Folge von „5 Minus – Das Gesundheitssystem verfehlt das Klassenziel“ spricht Dr. Laura Dalhaus mit Jennifer Höfer von Valentcura. Sie begleitet Pflegebedürftige und ihre Angehörigen durch die oft komplizierten Prozesse rund um Pflegegrad, Leistungen und Anträge und unterstützt sie mit ihrer fachlichen Expertise.

    Schnell wird deutlich: Wer mit Pflege in Berührung kommt, sieht sich häufig einem undurchsichtigen Geflecht aus Anträgen, Vorschriften und Datenschutzregelungen gegenüber.

    Jennifer erläutert den gesamten Weg von der Beantragung eines Pflegegrads über die Begutachtung durch den Medizinischen Dienst (MD) bis hin zur konkreten Organisation der Versorgung. Dabei begleitet sie Betroffene häufig auch persönlich bei den MD-Terminen. Gerade ältere Menschen tun sich oft schwer damit, ihre Einschränkungen offen anzusprechen oder Unterstützung anzunehmen. Gleichzeitig bieten diese Begutachtungen die Möglichkeit, notwendige Hilfsmittel zu identifizieren, die den Alltag erheblich erleichtern können.

    Laura weist darauf hin, dass viele Angehörige die Belastung der Grundpflege unterschätzen. Aus ihrer Sicht sollte man sich gut überlegen, ob man diese Aufgaben selbst übernehmen kann. Gleichzeitig stellt sie infrage, warum der Zugang zu Hilfsmitteln in Deutschland häufig so kompliziert ist, obwohl diese die Selbstständigkeit und Lebensqualität deutlich verbessern können.

    Jennifer hält es für sinnvoll, sehr alten Menschen automatisch Pflegegrad 1 zuzuerkennen. Dadurch könnten aufwendige Begutachtungsverfahren reduziert werden, die Fachkräfte und finanzielle Ressourcen binden. Gleichzeitig beobachtet sie politische Diskussionen, die Leistungen rund um Pflegegrad 1 einschränken und pflegende Angehörige benachteiligen könnten, etwa bei der Anrechnung von Rentenpunkten. Stattdessen sollte aus ihrer Sicht die Unterstützung für Menschen gestärkt werden, die ihre Angehörigen zuhause versorgen. Schließlich findet der Großteil der Pflege in Deutschland weiterhin im häuslichen Umfeld statt.

    Ein weiteres Problem sieht Jennifer in der geringen politischen Vertretung pflegender Angehöriger. Während viele andere Gruppen starke Interessenvertretungen haben, fehlt es hier häufig an einer lauten Stimme. Dadurch entsteht zunehmend der Eindruck, dass die Verantwortung für Pflege wieder stärker auf die Familien verlagert wird.

    Dabei verändert die Pflege zuhause oft die gesamte Familiendynamik. Wenn Kinder plötzlich Verantwortung für ihre Eltern übernehmen, entstehen neue Belastungen und Konflikte. Aus Sicht beider Gesprächspartnerinnen benötigen pflegende Angehörige deshalb deutlich mehr psychische und organisatorische Unterstützung.

    Die Pflegekassen sind verpflichtet, innerhalb von 25 Werktagen über Anträge zu entscheiden. Viele Betroffene suchen jedoch erst Hilfe, wenn die Situation bereits eskaliert ist – oft auch, weil finanzielle Sorgen und geringe Renten den Druck zusätzlich erhöhen.

    Gleichzeitig verlassen immer mehr Fachkräfte die direkte Versorgung und wechseln in administrative Tätigkeiten. Für Laura ist das auch eine Folge von Fehlanreizen und überbordender Bürokratie, die wertvolle Arbeitskraft von der eigentlichen Versorgung abzieht.

    Daraus ergibt sich für sie eine zentrale Frage: Wie viel Versorgungspotenzial ließe sich gewinnen, wenn Prozesse vereinfacht und bestimmte Leistungen ohne aufwendige Begutachtungen zugänglich gemacht würden? Schließlich ist Pflegeberatung bereits heute gesetzlich vorgesehen und gehört eigentlich zu den Aufgaben der Krankenkassen.

    Jennifer sieht hier zahlreiche Möglichkeiten. Neben einer stärkeren Vernetzung mit Hausärzt:innen könnte sie sich beispielsweise auch Beratungsangebote in Apotheken vorstellen. Gerade hochbetagte Menschen haben oft weder die Zeit noch die Möglichkeiten, sich selbstständig durch die Informationsflut zu arbeiten.

    Auch Hausärzt:innen werden regelmäßig mit pflegerischen Fragestellungen konfrontiert, obwohl dies häufig nicht ihr eigentlicher Schwerpunkt ist. Laura betont deshalb, dass solche Aufgaben aus ihrer Sicht stärker von spezialisierten Fachkräften übernommen werden sollten. Ihr Wunsch ist es, dass erfolgreiche Pilotprojekte künftig ausgebaut werden und die Pflegeberatung den Stellenwert erhält, den sie angesichts des demografischen Wandels dringend braucht.

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  • Auf dem Deutschen Ärztetag haben Medizinstudentinnen ein Thema öffentlich gemacht, das in der Medizin viel zu lange weggeschoben wurde: sexuelle Belästigung, sexuelle Grenzüberschreitungen und Machtmissbrauch.

    In der neuen Folge von „5 Minus – Das Gesundheitssystem verfehlt das Klassenziel“ spricht Dr. Laura Dalhaus darüber mit Dr. Andrea Morawe.

    Oft kommt bei solchen Berichten sofort die Reaktion: „Bei uns gibt es das nicht.“ Genau deshalb ordnet Andrea zunächst ein, worum es überhaupt geht. Sexuelle Belästigung kann bereits durch unangemessene Kommentare, Blicke oder Gesten entstehen. Von einer sexuellen Grenzüberschreitung sprechen wir dann, wenn die Würde einer Person verletzt wird.

    Auf dem Deutschen Ärztetag berichteten Studentinnen davon, dass sie auf Hotelzimmer eingeladen wurden und Gespräche mit ihnen weniger um Berufspolitik, sondern plötzlich um private Themen kreisten. Gerade in der Berufspolitik treffen junge Frauen häufig auf Strukturen, die noch immer stark vom Bild des „alten weißen Mannes“ geprägt sind.

    Dass solche Erfahrungen keine Einzelfälle sind, zeigt auch eine Umfrage des Marburger Bundes. Fast die Hälfte der Befragten gab an, bereits Machtmissbrauch am ärztlichen Arbeitsplatz erlebt zu haben.

    Ein wichtiger Punkt sind die Hierarchien in der Medizin. Besonders in der Chirurgie sind Ärzt:innen in Weiterbildung darauf angewiesen, bestimmte Eingriffe zu bekommen. Dadurch entstehen Abhängigkeiten von Vorgesetzten, die über OP-Pläne, Weiterbildung und Karrierewege entscheiden.

    Andrea erklärt diese Dynamiken auch über das Konzept der toxischen Männlichkeit. Viele Jungen lernen früh, Gefühle zu unterdrücken, nicht zu weinen und Kontrolle mit Stärke gleichzusetzen. In hierarchischen Systemen kann das problematische Verhaltensweisen verstärken. Das ist keine Entschuldigung, aber ein Erklärungsansatz. Wer merkt, dass Hilflosigkeit oder Frust regelmäßig in Aggression umschlagen, sollte sich Hilfe holen – denn solche Muster können langfristig auch in Gewalt münden.

    Laura und Andrea machen aber auch klar: Machtmissbrauch ist kein rein männliches Thema. Auch Frauen können Machtpositionen ausnutzen oder schlecht führen. Dahinter stehen oft Überforderung, Unsicherheit oder fehlende Reflexion.

    Im Kern geht es beiden um Gleichberechtigung. Frauen wollen keine Sonderbehandlung, sondern faire Strukturen und den Abbau von Machtgefällen.

    Laura spricht dazu auch über den Fall an der Universitätsklinik Essen, bei dem der Chefarzt der Gynäkologie keine Schwangerschaftsabbrüche durchführen wollte – auch keine medizinisch indizierten. Daran diskutieren die beiden, wie sehr Schwangerschaftsabbrüche historisch und politisch immer wieder zur Bevölkerungs- und Geburtenkontrolle genutzt wurden. Für sie ist klar: Frauen müssen ihren Lebensweg selbst bestimmen können. Dafür braucht es familienfreundliche Politik und echte Gleichbehandlung der Geschlechter.

    Im weiteren Verlauf sprechen Laura und Andrea über ihre eigenen Erfahrungen, über Erziehung, Kindheit und gesellschaftliche Rollenbilder. Auch Kinderbücher kommen zur Sprache, weil sie früh prägen, welches Bild von Männern, Frauen und Familie vermittelt wird.

    Andrea bringt außerdem ihre Perspektive aus Ostdeutschland ein. Die Jahre nach der Wende waren dort stark von Arbeitslosigkeit und Unsicherheit geprägt. Solche Erfahrungen wirken bis heute nach und können ein Nährboden für politische Strömungen sein, die traditionelle Rollenmodelle wieder stärker machen wollen.

    Am Ende steht der Appell: Politik muss Rahmenbedingungen schaffen, in denen Familie, Beruf und Gleichberechtigung zusammen funktionieren. Und jedes Wahlkreuz hat Konsequenzen, auch für die Frage, in welcher Gesellschaft wir leben wollen.

    Zum Buch von Alicia Baier „Das Patriarchat im Uterus“: https://www.genialokal.de/Produkt/Alicia-Baier/Das-Patriarchat-im-Uterus_lid_55333313.html

    Zum Buch „Wenn die letzte Frau den Raum verlässt“: https://www.genialokal.de/Produkt/Vincent-Immanuel-Herr-Martin-Speer/Wenn-die-letzte-Frau-den-Raum-verlaesst_lid_54081188.html

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  • Wie sieht die aktuelle Lage der Psychotherapie aus, in Anbetracht des GKV-Stabilisierungsgesetzes? Darüber spricht Dr. Laura Dalhaus in dieser Folge von „5 Minus – Das Gesundheitssystem verfehlt das Klassenziel“ mit der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin Katja Udolph. Diese engagiert sich aktiv gegen die geplanten Einschnitte und vertritt eine Bundestagspetition im Petitionsausschuss.

    Im Mittelpunkt steht die Sorge, dass ausgerechnet ein ohnehin überlasteter Versorgungsbereich finanziell geschwächt werden soll. Nach einer bereits beschlossenen Kürzung psychotherapeutischer Leistungen um 4,5 Prozent drohen durch weitere Regelungen zusätzliche Einschränkungen. Katja macht deutlich, dass dies nicht nur die wirtschaftliche Situation von Praxen verschärft, sondern langfristig auch die Versorgung von Patient:innen gefährden kann. Steigende Kosten für Personal, Miete, Energie und Verwaltung treffen auf ein System, das gleichzeitig weniger finanzielle Spielräume bietet.

    Besonders kritisch sehen beide die Situation von Kindern und Jugendlichen. Schon heute sind die Wartezeiten auf einen Therapieplatz vielerorts enorm. Wenn junge Menschen Monate oder sogar Jahre auf Unterstützung warten müssen, gehen wichtige Entwicklungsphasen verloren. Psychische Erkrankungen in jungen Jahren beeinflussen häufig den weiteren Bildungsweg, die Berufsperspektiven und die gesellschaftliche Teilhabe. Für Laura und Katja ist deshalb klar: Jeder nicht behandelte Fall kann langfristig hohe persönliche und gesellschaftliche Folgekosten verursachen.

    Auch die Reform der Psychotherapeutenausbildung wird kritisch beleuchtet. Katja berichtet, dass Pädagog:innen früher über einen alternativen Weg Zugang zur Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie hatten. Mit der Neustrukturierung der Ausbildung ist dieser Weg weitgehend weggefallen. Dadurch verliert die Versorgung aus ihrer Sicht eine Berufsgruppe, die gerade im Umgang mit Kindern und Jugendlichen wertvolle Kompetenzen mitbringt. Die ursprüngliche Reformidee sei zwar sinnvoll gewesen, müsse aber an einigen Stellen dringend nachgebessert werden.

    Ein weiterer Schwerpunkt ist die Bedarfsplanung. Derzeit werden Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut:innen gemeinsam mit Psychotherapeut:innen für Erwachsene erfasst. Das führt dazu, dass Regionen offiziell als ausreichend versorgt gelten, obwohl für junge Patient:innen tatsächlich ein erheblicher Mangel besteht. Katja plädiert deshalb für eine eigenständige Bedarfsplanung, die den tatsächlichen Versorgungsbedarf von Kindern und Jugendlichen abbildet.

    Die beiden sprechen außerdem über die Realität im Praxisalltag. Überlastete Strukturen, Personalmangel und organisatorische Hürden erschweren die Arbeit zunehmend. Katja schildert Probleme mit der Terminservicestelle, über die teilweise sogar Erwachsene auf Termine von Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut:innen vermittelt werden. Gleichzeitig erleben Hausärzt:innen und Psychotherapeut:innen täglich Menschen mit dringendem Behandlungsbedarf, für die es oft keine zeitnahe Lösung gibt.

    Auch das Verhältnis zwischen den verschiedenen Fachgruppen wird thematisiert. Laura kritisiert, dass der zunehmende Verteilungskampf um begrenzte Ressourcen die Zusammenarbeit erschwert. Statt gegeneinander um Budgets zu konkurrieren, müssten ambulante Leistungserbringer gemeinsam für bessere Rahmenbedingungen eintreten.

    Beim Thema Primärarztsystem vertreten die beiden differenzierte Positionen. Während Laura die Vorteile einer besseren Steuerung von Patient:innen betont, weist Katja darauf hin, dass psychische Erkrankungen besondere diagnostische und therapeutische Zugänge erfordern. Die psychotherapeutische Sprechstunde erfülle bereits heute eine wichtige Lotsenfunktion und ermögliche eine gezielte Einschätzung des individuellen Hilfebedarfs.

    Zum Abschluss richtet sich der Blick auf die politische Ebene. Katja berichtet von ihrem Engagement als „Frau in Orange“ und ihrem Ziel, psychischen Erkrankungen mehr öffentliche Aufmerksamkeit zu verschaffen. Gemeinsam appellieren beide an die Politik, die ambulante Versorgung nicht weiter zu schwächen. Eine funktionierende Psychotherapie sei kein Luxus, sondern eine zentrale Voraussetzung für gesellschaftliche Teilhabe, Bildungschancen und langfristige Gesundheit.

    Zur Bundestagspetition: https://epetitionen.bundestag.de/petitionen/_2026/_03/_22/Petition_196912.html

    Zur Website von Katja: www.diefrauinorange.de

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  • Triggerwarnung: Suizid

    Seitdem das Bundesverfassungsgericht das Verbot der geschäftsmäßigen Sterbehilfe aufgehoben hat, besteht in Deutschland ein juristisches Vakuum. Genau darüber spricht Dr. Laura Dalhaus mit dem Fachanwalt für Medizinrecht Hendrik Hörnlein.

    Ausgangspunkt war das Urteil des Bundesverfassungsgerichts, das aus dem allgemeinen Persönlichkeitsrecht ein neues Grundrecht abgeleitet hat: das Recht auf selbstbestimmtes Sterben. Jeder Mensch soll selbst entscheiden können, wie und wann er sterben möchte – unabhängig von äußeren Vorgaben oder Lebenssituationen. Gleichzeitig hat das Gericht dem Gesetzgeber Hinweise gegeben, wie sich dieses Recht mit dem Schutz des Lebens vereinbaren ließe. Deshalb wird heute häufiger von assistiertem Suizid gesprochen als von Sterbehilfe.

    Das Urteil stammt aus dem Jahr 2020. Kurz danach dominierte jedoch die Covid-Pandemie die politische Agenda, sodass eine neue gesetzliche Regelung bislang ausblieb.

    In den vergangenen Jahren sorgten mehrere Fälle für Aufmerksamkeit, bei denen Ärzt:innen Menschen beim Suizid unterstützt haben. Besonders kontrovers diskutiert wurde der Fall einer 40-jährigen Frau mit Depressionen. Hier stellt sich die Frage der Freiverantwortlichkeit besonders deutlich. Grundsätzlich gilt: Suizid ist in Deutschland nicht strafbar – und damit auch die Beihilfe nicht. Juristisch entscheidend ist die Unterscheidung zwischen Selbsttötung und Fremdtötung.

    Laura berichtet aus ihrer Erfahrung in der Palliativmedizin. Dort gehe es darum, Menschen am Lebensende zu begleiten und Leiden zu lindern. Für sie gibt es Situationen, in denen ein selbstbestimmtes Sterben nachvollziehbar erscheint – etwa bei schweren, unheilbaren Erkrankungen mit absehbarem tödlichem Verlauf. Eine Depression zählt für sie jedoch nicht dazu.

    In der gesellschaftlichen Debatte taucht häufig das sogenannte Dammbruch-Argument auf: Die Sorge, ältere Menschen könnten sich unter gesellschaftlichem Druck eher für einen assistierten Suizid entscheiden. Gleichzeitig erleben Ärzt:innen immer wieder, dass Entscheidungen am Lebensende später juristisch hinterfragt werden. Das führt zu großer Unsicherheit im Umgang mit Patient:innen. Hendrik erläutert deshalb die Unterschiede zwischen direkter und indirekter Sterbehilfe anhand konkreter Beispiele.

    Laura beschreibt außerdem die Realität der Notfallmedizin. Dort werde oft eine Maximaltherapie fortgeführt, weil die Behandlung bereits begonnen wurde und anschließend jede Komplikation weiter therapiert wird. Angehörige seien mit solchen Situationen häufig überfordert. In diesem Zusammenhang sprechen die beiden über Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht. Hendrik erklärt die Möglichkeiten, aber auch die Grenzen dieser Instrumente. Neben professionellen Betreuern können auch Angehörige bevollmächtigt werden. Für Laura ist entscheidend, dass es eine Person gibt, die den eigenen Willen zuverlässig vertreten kann. Konflikte innerhalb von Familien entstehen dabei nicht selten – insbesondere, wenn finanzielle oder erbrechtliche Fragen eine Rolle spielen.

    Außerdem diskutieren die beiden die Strafnorm zur Tötung auf Verlangen. Problematisch wird es vor allem dann, wenn Menschen körperlich nicht mehr in der Lage sind, die letzte Handlung selbst vorzunehmen und dadurch auf Unterstützung angewiesen wären. Laura erzählt in diesem Zusammenhang von einer 103-jährigen Patientin, der sie aus moralischen und juristischen Gründen kein weiteres Leiden ersparen konnte.

    Abschließend geht es auch um Sterbehilfeorganisationen. Diese schaffen bestimmte prozedurale Voraussetzungen, organisieren psychiatrische Begutachtungen und können Menschen beim assistierten Suizid begleiten.

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  • Das GKV-Stabilisierungsgesetz wurde inzwischen im Kabinett verabschiedet – der Unmut darüber ist allerdings enorm. Dr. Laura Dalhaus ordnet deshalb ein, was in den vergangenen Wochen gesundheitspolitisch passiert ist.

    Die Unzufriedenheit mit dem Gesundheitssystem wächst weiter: Mittlerweile ist jede dritte Person unzufrieden. Selbst Gesundheitsministerin Nina Warken hätte sich offenbar eine andere Lösung gewünscht. Gleichzeitig zieht sich der Bund zunehmend aus der Finanzierung der gesetzlichen Krankenversicherung zurück. Der Bundeszuschuss soll von 14,5 auf 12,5 Milliarden Euro gekürzt werden.

    Für Laura wirkt vieles überhastet. Hauptsache, es werden schnell Ergebnisse präsentiert – auch wenn dabei der Eindruck entsteht, dass die Form wichtiger ist als der Inhalt. Zusätzliche Zweifel kommen durch Berechnungen des Handelsblatts auf, die Warken’s Sparpläne kritisch hinterfragen.

    Ein zentrales Thema bleibt die Finanzierung der Krankenversicherungsbeiträge für Bürgergeldempfänger. Derzeit tragen ausschließlich die gesetzlich Versicherten diese Kosten, während Privatversicherte und Beamte außen vor bleiben. Gleichzeitig wird auch die Pharma-Industrie kaum an den Sparmaßnahmen beteiligt. Laura erklärt die Preisproblematik am Beispiel von Jardiance, einem SGLT2-Hemmer, der mittlerweile auch bei Nierenschwäche eingesetzt wird – und plötzlich ein Vielfaches kostet.

    Besonders betroffen sind Kinder und Jugendliche. In diesem Bereich wird immer stärker gekürzt, etwa durch die Schließung der Dietrich-Bonhoeffer-Klinik für suchtkranke Jugendliche. Laura warnt: Wenn der ambulante Sektor weiter geschwächt wird, wird auch die Ambulantisierung scheitern – obwohl mehr als die Hälfte der derzeit stationären Behandlungen ambulant möglich wären.

    Gleichzeitig erwartet sie eine zunehmende Abwanderung von Gutverdienenden in die private Krankenversicherung, da diese Gruppe künftig noch stärker belastet werden soll.

    Die Finanzkommission Gesundheit hat inzwischen einen Notfallplan vorgeschlagen, zu dem auch eine Zuckersteuer gehört. Diese findet sich tatsächlich im neuen Gesetzesentwurf wieder – allerdings erst ab 2028.

    Die Realität der Versorgung bleibt dennoch alarmierend. Ärzteverbänden wird zwar vorgeworfen, zu dramatisch zu kommunizieren, gleichzeitig fordern die Krankenkassen verpflichtende Terminpools für Fachärzt:innen. Parallel sollen große Teile der Einsatzzentralen in NRW geschlossen werden, was Hendrik Wüst bereits als Erpressungsversuch bezeichnet hat.

    Für besonders widersprüchlich hält Laura die Diskussion um die Vorstandsgehälter der Krankenkassen. Eine Deckelung wird als Eingriff in die Selbstverwaltung abgelehnt – während selbstständige Ärzt:innen gleichzeitig immer stärkeren Begrenzungen unterliegen.

    Auch die Struktur der Krankenkassen hinterfragt sie kritisch. Deutschland habe aus ihrer Sicht zu viele Krankenkassen, während Digitalisierung und KI deutlich stärker genutzt werden könnten.

    Laura verweist außerdem auf die Bedeutung der HZV-Versorgung: In Deutschland gibt es rund 11 Millionen HZV-Versicherte in einem freiwilligen Primärarztsystem. Wissenschaftliche Daten zeigen, dass breit aufgestellte Praxen nach diesem Modell die Versorgung verbessern. Dass Krankenkassen dieses System teilweise blockieren, hält sie für scheinheilig.

    Ein weiteres großes Thema ist die Notfallreform. Ärzt:innen sollen künftig rund um die Uhr Notdienstangebote bereitstellen und gleichzeitig ihre regulären Praxen betreiben. Für Laura ist völlig unklar, wie das personell funktionieren soll. Statt Entlastung könnten die Notaufnahmen dadurch sogar noch stärker belastet werden.

    Die Folgen zeigen sich bereits: Fast jede zweite Praxis in Berlin denkt über eine vorzeitige Praxisabgabe nach, jede zehnte Praxis plant diesen Schritt konkret. Gerade in Großstädten verschärft der Personalmangel die Situation zusätzlich – auch weil Krankenkassen um MFA konkurrieren und bessere Arbeitsbedingungen bieten können.

    Für Laura steht fest: Wer Gesundheitspolitik macht, ohne die Aus- und Weiterbildung von Healthcare Professionals mitzudenken, gefährdet langfristig die Versorgung.

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  • Mit Moritz Völker gab es bereits eine Folge, in der Dr. Laura Dalhaus mit ihm über seine Tätigkeit als Notarzt gesprochen hat. In dieser Episode diskutieren die beiden nun über Medizin am Lebensende.

    Laura hat kürzlich die Fortbildung zur Palliativmedizin absolviert, gemeinsam mit vielen Notärzt:innen. Denn auf Intensivstationen gehört der Umgang mit Sterben und Tod zum Alltag. In nahezu jeder Schicht gibt es Patient:innen, bei denen das Lebensende absehbar ist. Auch Moritz beschäftigt sich deshalb intensiv mit diesem Thema.

    In ihrer hausärztlichen Tätigkeit erlebt Laura ebenfalls regelmäßig, wie wenig sich viele Menschen mit dem Sterben auseinandersetzen, selbst im hohen Alter. Gespräche darüber finden in Familien oft kaum statt.

    Dabei geht es auch um die Frage, was Überleben nach einer schweren Erkrankung eigentlich bedeutet. Viele Menschen bereiten sich darauf nicht vor, gesellschaftlich wird das Thema selten offen diskutiert. Obwohl die meisten zuhause sterben möchten, versterben 50 bis 70 Prozent der Menschen im Krankenhaus – häufig intubiert und fern eines natürlichen Sterbeprozesses.

    Laura hält realistische Erwartungshaltungen deshalb für essenziell. In der Gesellschaft fehle oft die Akzeptanz dafür, dass Gesundheit im Alter Grenzen hat. Gleichzeitig ermöglicht die High-End-Medizin heute vieles, was früher unmöglich gewesen wäre. Für sich selbst sagt Laura jedoch klar, dass sie eher auf Lebensjahre verzichten würde, als dauerhaft schwer krank zu sein.

    Ein weiterer Punkt, über den wir dringend sprechen müssen: Ressourcen sind begrenzt. Die letzten Lebensjahre verursachen die höchsten Kosten im Gesundheitssystem. Daraus ergibt sich eine große ethische Frage: Wie viel wollen und können wir als Gesellschaft finanzieren – insbesondere, wenn viele Menschen eigentlich zuhause sterben möchten?

    Laura wünscht sich deshalb auch im stationären Bereich eine übergreifende Steuerung, ähnlich einem Primärarztsystem. Sie beschreibt das wie einen Bauleiter, der den Gesamtüberblick behält und medizinische, soziale sowie ethische Aspekte zusammenführt. Für Moritz ist genau das eine ärztliche Aufgabe, die Erfahrung voraussetzt.

    Kritisch sieht Moritz außerdem die durch amerikanische Medien geprägte Angst vor Klagen. Ärzt:innen bräuchten mehr Rechtssicherheit, um ethisch sauber entscheiden zu können, statt sich ausschließlich an Absicherungslogik und Checklisten zu orientieren.

    Auch das Thema Sterbehilfe sprechen die beiden offen an. Das Bundesverfassungsgericht hat der Politik bereits 2020 den Auftrag gegeben, sich damit auseinanderzusetzen – passiert ist bislang wenig. Laura betont, dass sie selbst entscheiden möchte, wann ihr Leben endet. Auch Moritz hält Selbstbestimmung bis zuletzt für wichtig. Problematisch wird es vor allem dann, wenn Menschen selbst nicht mehr entscheidungsfähig sind. In diesem Zusammenhang äußert er deutliche Kritik an Berufsbetreuern.

    Sterben gehört zum Leben dazu. Palliativmedizin kann viel leisten, aber nicht alles auffangen. Eigentlich ist sie darauf ausgelegt, Menschen über einen längeren Zeitraum zu begleiten – mit Symptomkontrolle, Unterstützung und möglichst viel Lebensqualität, wenn Heilung nicht mehr möglich ist. Laura weist jedoch darauf hin, dass auch hier Abrechnungsstrukturen eine wichtige Rolle spielen.

    Ausgangspunkt der Diskussion war außerdem eine Aussage von Hendrik Streeck über die hohen Medikamentenkosten seines Vaters am Lebensende. Für Moritz zeigt sich darin die grundlegende Debatte zwischen Ethik und Ökonomie. Während wir solidarisch sein wollen, geraten gleichzeitig andere Gruppen – insbesondere Kinder und Jugendliche – ins Hintertreffen. Eine Rationalisierung findet bereits statt. Vielleicht auch deshalb, weil Kinder keine relevante Wählergruppe darstellen.

    Für beide ist klar: Nur weil diese Diskussion schwierig ist, dürfen wir ihr nicht ausweichen.

    Deshalb appellieren sie am Ende eindringlich: Eine Vorsorgevollmacht und eine Patientenverfügung sollten Teil der Gespräche zuhause sein.

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  • Wie steht es aktuell um die Versorgung von Kindern und Jugendlichen? Genau darüber spricht Dr. Laura Dalhaus in dieser neuen Folge von „5 Minus – Das Gesundheitssystem verfehlt das Klassenziel“ mit Michael Scheel, Kinderarzt in einem großen MVZ für Kinder- und Jugendmedizin sowie -psychiatrie in Cuxhaven. Für Laura ist klar: Sie möchte sich künftig noch stärker für diese Patientengruppe einsetzen.

    Zu Beginn werfen die beiden einen Blick auf die Ergebnisse der Finanzkommission Gesundheit. Für Michael liegt ein Problem darin, dass im System zu viele Player mitentscheiden. Dadurch wird häufig der Weg des geringsten Widerstands gewählt – und der trifft am Ende die Leistungserbringer. Besonders deutlich zeigt sich das bei der geplanten Kürzung der Honorare der Psychotherapeut:innen, die er als absolut unangemessen bewertet. Laura vermutet, dass die fehlende Schlagkraft durch die Vielzahl an Berufsverbänden hier eine Rolle spielt. Dabei ist gerade die psychotherapeutische Versorgung ein Bereich mit extrem langen Wartezeiten, die sich durch die Pandemie weiter verschärft haben.

    In diesem Zusammenhang spricht Michael auch über die Entbudgetierung in der Pädiatrie. Laura ist überzeugt, dass grundsätzlich ausreichend Geld im System vorhanden ist und ein Primärarztsystem zu Einsparungen führen könnte.

    Ein weiterer Aspekt ist die Wirtschaftlichkeit: Laura hinterfragt, warum der Return on Investment (ROI) von Psychotherapie und Kinderheilkunde nicht stärker berücksichtigt wird – insbesondere im Vergleich zu kostenintensiven Eingriffen wie Wirbelsäulen-OPs. Michael sieht einen Grund für die aktuellen Kürzungen darin, dass Kinder schlicht keine relevante Wählergruppe darstellen.

    Er berichtet außerdem, wie er sein MVZ aufgebaut hat, um möglichst viele Kinder versorgen zu können, aber es für diese auch angenehm zu machen, in die Praxis zu kommen. Diese Arbeit kommt ihm auch insofern zugute, dass sich potentielle Mitarbeitende proaktiv und gerne bei ihm bewerben. Dabei stößt er jedoch immer wieder auf strukturelle Hürden, insbesondere bei Kassensitzen und der Bedarfsplanung. Diese basiert noch auf Daten aus den 1990er-Jahren und bildet die heutige Realität nicht mehr ab. Selbst wenn eine Kinderärztin ihre Tätigkeit beendet, kann ihr Kassensitz nicht einfach übertragen werden, sondern muss erst durch entsprechende Gremien genehmigt werden.

    Das Unternehmertum in der Medizin wird dadurch zunehmend erschwert. Michael beschreibt, dass er sein MVZ mittlerweile eher wie ein Wirtschaftsunternehmen führen muss als wie eine klassische Arztpraxis. Hinzu kommt, dass der Reinertrag von Praxen häufig missverständlich kommuniziert wird und fälschlicherweise mit einem Bruttolohn gleichgesetzt wird.

    Laura beschreibt ihren Arbeitsalltag als dauerhaftes „Engines on“ – ein Zustand, den sie langfristig nicht bis ins hohe Alter durchhalten kann. Für beide stellt sich daher die Frage, ob die Sicherstellung der Versorgung künftig überhaupt noch gewährleistet ist. Michael hat in diesem Zusammenhang sogar bei der KV angefragt, ob er Privatsprechstunden für GKV-Patient:innen anbieten könnte.

    Ein weiteres Beispiel für strukturelle Probleme sind die Jugendarbeitsschutzuntersuchungen. Diese verpflichtenden Untersuchungen für unter 18-Jährige wurden bereits 1976 eingeführt – die Vergütung liegt jedoch bis heute auf dem damaligen Niveau, was einem erheblichen Wertverlust entspricht.

    Viele Ärzt:innen geraten zudem immer wieder in eine ethische Zwickmühle: Der Wunsch zu helfen steht oft im Konflikt mit wirtschaftlichen und regulatorischen Vorgaben.

    Beide kritisieren, dass die Politik hier stärker liefern muss. Es fehlt an Wertschätzung gegenüber der Selbstständigkeit, dem unternehmerischen Risiko und den Arbeitsplätzen, die durch Praxen und MVZs geschaffen werden.

    Ein weiteres wichtiges Thema sind Medikamente und deren Zulassung. Wie auch Laura ist Michael von Regressen betroffen – teilweise sogar rückwirkend. Gerade in der Pädiatrie ist das Risiko besonders hoch, da viele Medikamente keine explizite Zulassung für Kinder haben. Das liegt unter anderem daran, dass es nur wenige Studien mit Kindern gibt. Ein Beispiel dafür sind Pflegelotionen bei Neurodermitis.

    Zum Abschluss sprechen die beiden über den Einsatz von KI in der Medizin. Diese bietet großes Potenzial zur Unterstützung im Alltag – vorausgesetzt, sie wird nicht durch bestehende Strukturen und Verbote ausgebremst.

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  • Die Pflege gehört zu den Berufsgruppen, die häufig zu wenig Beachtung finden. Dabei ist die Belastung enorm hoch und abgesehen von symbolischer Anerkennung durch Klatschen während der Pandemie hat sich strukturell kaum etwas verändert.

    Darüber spricht Dr. Laura Dalhaus in dieser Folge von „5 Minus – Das Gesundheitssystem verfehlt das Klassenziel“ mit Christian Fuchs, Fachkrankenpfleger für Anästhesie mit 15 Jahren Berufserfahrung.

    Schon zu Beginn seiner Laufbahn hörte er oft den Satz „früher war alles besser“ – inzwischen teilt er diese Einschätzung selbst. Vor allem die fehlende Wertschätzung macht sich bemerkbar. Für ihn ist klar: Unter den aktuellen Bedingungen ist der Beruf weder körperlich noch psychisch bis zur Rente durchzuhalten.

    Ein zentrales Problem sind die Personaluntergrenzen. Christian berichtet von einer Silvesterschicht während der Corona-Pandemie, in der drei Pflegekräfte insgesamt 16 Patient:innen versorgen mussten. Trotz Überlastungsanzeigen blieb eine Reaktion aus. In solchen Situationen stehen Pflegekräfte vor der Wahl: Sie tragen das Risiko weiter oder verlassen die Situation.

    Hinzu kommt, dass die Personaluntergrenzen eigentlich als absolute Mindestbesetzung gedacht sind, in der Praxis aber oft als Regelbetrieb dienen. Zudem werden unterschiedliche Funktionen zusammengefasst – unabhängig davon, ob jemand tatsächlich in der direkten Versorgung tätig ist. Auch die Berechnung über längere Zeiträume verzerrt die reale Belastung im Alltag.

    Politische Lösungen bleiben bislang aus. Laura sieht das Hauptproblem weniger in der Vergütung als in den Arbeitsbedingungen. Eine reine Gehaltserhöhung greift zu kurz. Entscheidend ist, mehr Fachkräfte zu gewinnen und die Abhängigkeit von starren Personaluntergrenzen zu reduzieren.

    Mit dem von Jens Spahn eingeführten Pflegebudget wurde die Pflege zwar vollständig refinanziert, gleichzeitig hat sich das Aufgabenspektrum erweitert. Pflegekräfte übernehmen zunehmend Tätigkeiten, die ursprünglich nicht zu ihrem Kernbereich gehören, etwa organisatorische oder hauswirtschaftliche Aufgaben.

    Auch die generalistische Ausbildung wird kritisch gesehen. Die Zusammenführung von Kinderkrankenpflege, Altenpflege und Krankenpflege führt laut Christian dazu, dass spezifische Anforderungen im Klinikalltag nicht ausreichend abgebildet werden.

    Der Arbeitsalltag ist geprägt von wenigen Pausen und hoher Belastung. Viele bleiben trotzdem im Dienst, weil sie ihre Kolleg:innen nicht zusätzlich belasten möchten.

    Laura beschreibt die Intensivstation als besonders kritischen Bereich. Hier treffen die Anforderungen aller Fachabteilungen zusammen, was häufig zu Engpässen führt. In der Folge werden Patient:innen teilweise früher verlegt, als medizinisch sinnvoll wäre – mit dem Risiko wiederholter Aufnahmen.

    Durch DRGs, Fachkräftemangel und steigende Kosten stehen Krankenhäuser unter wachsendem wirtschaftlichem Druck. Im Gegensatz zu anderen Bereichen der Daseinsvorsorge müssen sie wirtschaftlich arbeiten, was Fehlanreize begünstigt und das System anfälliger für Missbrauch macht.

    Laura erinnert sich zudem an eine Zeit ohne verpflichtende Arbeitszeiterfassung, in der flexible Lösungen noch möglich waren. Heute wünschen sich beide Modelle wie ein Lebensarbeitszeitkonto, um die Belastung langfristig besser auszugleichen und die Arbeit im Gesundheitswesen nachhaltiger zu gestalten.

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  • Über Laura’s Vorschläge zur Rettung des Gesundheitssystems wurde viel diskutiert. Der DAK-Chef hat zu Vorschlägen aufgerufen – Laura hat gleich 22 Stück rausgebracht.

    Um sie besser zu erläutern, gibt es nun diese Folge:

    1. Über- und Fehlversorgung in der Kieferorthopädie beenden

    In diesem Bereich kommt es offenbar häufig zu Behandlungen, die nicht primär medizinisch begründet sind. Ziel ist es, unnötige Maßnahmen zu vermeiden und die Versorgung stärker an tatsächlichem Bedarf auszurichten.

    2. Erstattung von Cannabisblüten streichen

    Auch wenn Cannabis in bestimmten Therapien eingesetzt wird, sieht Laura keine zwingende Notwendigkeit für eine Finanzierung durch die GKV. Cannabis ist legal.

    3. Honorare für Katarakt-OPs senken

    Die derzeitige Vergütung steht aus ihrer Sicht in keinem ausgewogenen Verhältnis zu anderen Fachbereichen. Eine Anpassung könnte dazu beitragen, die Verteilung der Mittel gerechter zu gestalten.

    4. Hautkrebs-Screening abschaffen

    Das Screening wurde eingeführt, um die Mortalität zu senken – ein Effekt konnte bisher jedoch nicht nachgewiesen werden. Ohne belegbaren Nutzen stellt sich die Frage nach der weiteren Finanzierung.

    5. Arzneimittelkosten stärker regulieren

    Durch konsequente Nutzung von Rabattverträgen und Kosten-Nutzen-Bewertungen sollen ineffiziente Ausgaben reduziert werden. Der Fokus liegt auf wirtschaftlicher und wirksamer Therapie.

    6. Bürgergeldempfänger aus Steuermitteln finanzieren

    Die Finanzierung dieser Leistungen sollte nicht ausschließlich über die GKV erfolgen. Stattdessen wird eine gesamtgesellschaftliche Lösung über Steuermittel gefordert.

    7. Zucker-, Alkohol- und Tabaksteuer erhöhen

    Durch höhere Besteuerung gesundheitsschädlicher Produkte sollen Anreize zur Verhaltensänderung geschaffen werden. Gleichzeitig könnten gesündere Alternativen entlastet werden.

    8. DMPs (Disease Management Programme) abschaffen

    Da der Nutzen vieler Programme nicht eindeutig belegt ist, stellt Laura deren Effizienz infrage. Sie plädiert für eine individuellere Versorgung statt standardisierter Programme.

    9. Ambulantisierung im ambulanten System

    Leistungen sollten dort erbracht werden, wo sie am effizientesten sind – im ambulanten Bereich. Eine Verlagerung in den stationären Sektor verursacht unnötige Mehrkosten.

    10. Abrechnungsbetrug im Krankenhaus beenden

    Fehlanreize in der Abrechnung führen dazu, dass Leistungen unnötig verteuert werden. Hier fordert Laura mehr Transparenz und klare Regeln.

    11. Sektorengrenzen überwinden

    Unterschiedliche Vergütungssysteme für gleiche Leistungen erschweren das System. Einheitliche Rahmenbedingungen könnten für mehr Fairness sorgen.

    12. Level 1 i-Krankenhäuser - Kleine Versorgungszentren im ambulanten Bereich schaffen

    Für bestimmte Behandlungen braucht es keine vollstationäre Versorgung. Solche Strukturen könnten eine effizientere und patientenfreundlichere Alternative sein.

    13. Satzungsleistungen der GKV streichen

    Leistungen ohne evidenzbasierte Grundlage sollten nicht Teil der solidarischen Finanzierung sein. Der Fokus sollte auf wirksamer Medizin liegen.

    14. Verursacherprinzip einführen

    Ein stärkerer Bezug zwischen Verhalten und Kosten könnte Anreize für gesundheitsbewusstes Handeln schaffen. Diskutiert wird dies analog zu Risikozuschlägen.

    15. Positivliste für GKV-Leistungen

    Eine klare Definition des Leistungskatalogs würde mehr Transparenz schaffen. Nur evidenzbasierte und sinnvolle Therapien sollten übernommen werden.

    16. Quartalsschein wieder einführen & Arztbesuche begrenzen

    Durch bessere Steuerung der Patient:innenströme könnten unnötige Mehrfachkontakte reduziert werden. Das würde Ressourcen im System schonen.

    17. Digitalisierung und Deckelung der Verwaltungskosten

    Effizientere digitale Prozesse könnten Verwaltungskosten senken. Gleichzeitig soll die Ausgabenstruktur transparenter und begrenzt werden.

    18. Zusatzleistungen für Kassenmitarbeiter begrenzen

    Auch im Verwaltungssystem gibt es Einsparpotenzial. Zusatzleistungen sollten überprüft und gegebenenfalls reduziert werden.

    19. Werbemaßnahmen der Krankenkassen abschaffen

    Da die Leistungen der Krankenkassen weitgehend vergleichbar sind, erscheint Werbung verzichtbar. Die eingesparten Mittel könnten sinnvoller genutzt werden.

    20. Büro- und Gebäudekosten reduzieren

    Durch flexiblere Arbeitsmodelle könnten Kosten für Infrastruktur gesenkt werden. Das betrifft insbesondere teure Standorte und Büroflächen.

    21. Prüf- und Rechtsverfahren reduzieren (Blue-Ocean-Strategie)

    Viele Verfahren verursachen mehr Kosten als Nutzen. Eine stärkere Priorisierung könnte Ressourcen sparen.

    22. Bürokratie insgesamt abbauen

    Übermäßige Bürokratie belastet das System erheblich. Eine Vereinfachung der Prozesse würde sowohl Zeit als auch Geld sparen.

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  • Kaum jemand würde aktuell den Job von Nina Warken übernehmen wollen – nicht einmal TK-Chef Baas. Dr. Laura Dalhaus sieht das allerdings differenzierter: Wer selbstständig arbeitet, trägt Verantwortung und muss auch mit dem Risiko des Scheiterns umgehen können. Genau dieses Verständnis fehlt aus ihrer Sicht häufig bei den Krankenkassen.

    Die Finanzkommission Gesundheit hat kürzlich Sparmaßnahmen vorgestellt. Wichtig dabei: Der Auftrag war kein umfassender Systemumbau, sondern ein kurzfristiger Notfallplan für 2027. Nun geht es darum, diese Vorschläge einzuordnen und die Reaktionen der verschiedenen Akteure zu betrachten.

    Im Fokus steht zunächst die Begrenzung unnötiger Ausgaben. Zwar gehören Praxen nicht zu den größten Kostentreibern, sollen sich aber dennoch an Einsparungen beteiligen. Grundlage bleibt die Orientierung an evidenzbasierter Medizin.

    Kritik äußert Laura unter anderem am Vorsitzenden des GKV-Spitzenverbands, Oliver Blatt. Als Ökonom verfolgt er das Ziel, Einnahmen zu begrenzen, erwartet gleichzeitig jedoch von selbstständigen Leistungserbringern ein nahezu unbegrenztes Leistungsangebot. Auch AOK-Chefin Reimann sorgt für Diskussionen: Sie fordert, dass Honorare nur im gleichen Maß steigen wie die durchschnittlichen Einkommen angestellter Beschäftigter – ein Ansatz, der laut Laura die Realität der Selbstständigkeit verkennt. Und ganz praktisch: Mit der AOK kommuniziert sie immer noch per Fax.

    Auch aus der Ärzteschaft kommt Widerstand. Der Hartmann-Bund warnt, dass einige Maßnahmen die ambulante Versorgung gefährden und die ärztliche Selbstverwaltung schwächen könnten. Gleichzeitig gehen Praxisüberschüsse zurück. Ärztekammerpräsident Klaus Reinhardt fordert daher, die bestehende Misstrauenskultur gegenüber Leistungserbringern zu überwinden.

    Kritische Stimmen gibt es ebenso aus der Pharmaindustrie, deren Verbände die Vorschläge der Finanzkommission ebenfalls hinterfragen.

    Ein weiteres Thema ist die Notfallreform. Laura stellt infrage, wie diese praktisch umgesetzt werden soll – schließlich sollen Ärzt:innen gleichzeitig Notfalldienste leisten und ihre reguläre Praxistätigkeit aufrechterhalten. Positiv bewertet sie jedoch den Ansatz, im Notfall eine direkte Medikamentenabgabe zu ermöglichen.

    Laura war zudem selbst bei einer Demonstration von Psychotherapeut:innen, deren Honorare gekürzt werden sollen – und das trotz steigenden Bedarfs. Besonders Kinder und Jugendliche liegen ihr am Herzen, da sie politisch oft wenig Gehör finden. Dabei zeigt sich: Psychotherapie hat einen klar messbaren Nutzen. Der Return on Invest liegt bei rund 167 Prozent. Jeder investierte Euro bringt also mehr als das Doppelte zurück.

    Ein strukturelles Thema bleibt die Anzahl der gesetzlichen Krankenkassen. Aktuell gibt es 93 – Laura stellt die Frage, ob eine deutlich geringere Zahl nicht ausreichen würde und analysiert die einzelnen Kostenpunkte genauer.

    Abschließend entwickelt sie eigene Vorschläge zur Stabilisierung des Gesundheitssystems, teilweise angelehnt an die Ideen der Finanzkommission Gesundheit.

    Weitere Ideen:

    Abschaffung aller DMPs

    Konsequente Ambulantisierung innerhalb des ambulanten Systems

    Abrechnungsbetrug im Krankenhaus abschaffen

    Sektorengrenzen überwinden – gleiche Vergütung für alle Sektoren

    Realisierung Level 1I – ambulanter Sektor mit Belegbetten

    Streichung aller Satzungsleistungen in der GKV

    Einführung eines Verursacherprinzips

    Erstellung einer Positivliste des GKV-Leistungsumfangs

    Wiedereinführung des Quartalsscheints für Patient:innen

    Digitalisierung aller Verwaltungsvorgänge auf Kassenseite und Deckelung der Gehälter

    Begrenzung der Mitarbeiterleistung

    Vollständiger Verzicht aller Werbemaßnahmen der Kassen

    Abbau von Büro- und Gebäudeflächen

    Blue-Ocean-Strategie in allen Prüfungs- und Rechtfragen

    Abbau doppelter Bürokratie

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  • Die Regelungen zur Auszahlung von Entschädigungen aus dem Fonds für Opfer sexuellen Missbrauchs werden aktuell verändert – ein Thema, das Dr. Laura Dalhaus in ihrer neuen Folge aufgreift.

    Zu Gast ist „Sven“, der aus Gründen des Opferschutzes anonym bleibt. Er arbeitet als Rettungssanitäter und bezieht Leistungen aus dem Fonds. Nun hat er jedoch ein Schreiben vom Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben erhalten: Die Auszahlungen sollen zum 31.12.2027 beendet werden.

    Bisher war die Struktur des Fonds klar geregelt: Für jede betroffene Person standen bis zu 10.000 Euro für therapeutische Maßnahmen zur Verfügung. Diese Summe konnte flexibel genutzt werden, etwa über mehrere Jahre hinweg. Ein festes Ablaufdatum gab es nicht – genau das ändert sich nun mit der neuen Regelung.

    Für Laura zeigt diese Entscheidung ein grundlegendes Missverständnis seitens der Verantwortlichen. Eine posttraumatische Belastungsstörung endet nicht zu einem festgelegten Zeitpunkt. Traumata verlaufen nicht linear, sondern in Wellen. Deshalb ist es ihr ein Anliegen, auf diese Problematik aufmerksam zu machen.

    Sven betont, dass Unterstützung für Betroffene auch eine gesellschaftliche Verantwortung ist. Vielen fällt es schwer, aktiv Hilfe einzufordern. Gleichzeitig macht er deutlich: Ein lebenswertes Leben ist möglich – vorausgesetzt, das Umfeld trägt mit.

    Zum Abschluss ordnet Laura die Konsequenzen ein: Durch den geplanten Auszahlungsstopp werden Betroffene künftig stärker auf Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen angewiesen sein. Auf ein System, das ohnehin schwer zugänglich ist. Parallel dazu werden psychotherapeutische Honorare durch den GKV-Spitzenverband reduziert. Für Laura ist klar: Diese Entwicklung ist nicht akzeptabel.

    Zur Petition: https://innn.it/fonds-sexueller-missbrauch-2

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  • Krankenkassen stehen bei Dr. Laura Dalhaus häufig in der Kritik – umso interessanter, dass sie in dieser Episode Andrea Galle, Vorstandsvorsitzende der MKK (Meine KrankenKasse), zu Gast hat.

    Gemeinsam mit dem Sportwissenschaftler und Ratgeberautor Ingo Froböse hat sich Andrea intensiv mit Prävention beschäftigt. Gerade vor dem Hintergrund, dass das Gesundheitssystem aktuell stark kritisiert wird, wäre es sinnvoller, den Dialog zu suchen – miteinander statt übereinander zu sprechen.

    Das System selbst agiert derzeit eher wie ein Reparaturbetrieb, grundlegende Reformen sind nicht in Sicht. Andrea ist überzeugt, dass es eine neue Form der Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Akteuren braucht.

    Parallel läuft ein Verfahren des GKV-Spitzenverbands gegen den Bund zur Finanzierung der Bürgergeldempfänger. Als mögliche Lösungsansätze werden unter anderem höhere Steuern auf Alkohol und Tabak sowie die Einführung einer Zuckersteuer diskutiert.

    Für Laura steht fest: Die Stabilität einer Gesellschaft hängt auch von einem funktionierenden Gesundheitssystem ab. Gerade in Krisenzeiten ist es ein zentraler Anker. Gleichzeitig wird deutlich, dass die Bevölkerung kränker wird – mit absehbaren Folgen für die Belastung des Systems.

    Ein kritischer Punkt ist auch der Einfluss wirtschaftlicher Interessen. So hat sich etwa Fresenius gegen die automatische Organspende positioniert – ein Bereich, in dem Dialyse wirtschaftlich lukrativer ist als Transplantationen. Für Laura zeigt das, dass das System nicht darauf ausgelegt sein sollte, Deutschland als Pharmastandort attraktiv zu machen.

    Hinzu kommt, dass Ärzt:innen zunehmend Medikamente verordnen, ohne deren Preise genau zu kennen – ein weiterer Missstand im System.

    Andrea hat eine Petition gestartet, um Gesundheit als Grundrecht im Grundgesetz zu verankern. Aktuell ist dort lediglich das Recht auf körperliche Unversehrtheit festgeschrieben – historisch bedingt. Ihr Ziel ist es, Gesundheit stärker als staatliche Aufgabe zu definieren, insbesondere durch Prävention, Aufklärung und Krankheitsvermeidung.

    Laut Umfragen sehen rund 70 Prozent der Bevölkerung Bildungspolitik als wichtigen Hebel für mehr Gesundheitskompetenz. Andere Länder setzen bereits stärker auf Werbebeschränkungen zum Schutz von Kindern. In Deutschland hingegen gibt es Produkte, die speziell für Kinder vermarktet werden und gleichzeitig mehr Zucker enthalten. Zudem zählt Deutschland zu den wenigen Ländern, in denen begleitetes Trinken bereits ab 14 Jahren erlaubt ist.

    Andrea spricht sich dafür aus, Gesundheit nicht nur theoretisch zu vermitteln, sondern im Alltag erlebbar zu machen – etwa durch ein Schulfach Gesundheit und kostenfreies, gesundes Schulessen. Denn reine Wissensvermittlung greift zu kurz, wenn sie nicht praktisch umgesetzt wird.

    Vor diesem Hintergrund wirkt die Diskussion über eine mögliche Umsatzsteuer auf Vereinsmitgliedschaften widersprüchlich – gerade dort, wo Kinder Bewegung und soziale Strukturen erfahren.

    Eine prägende Begegnung hatte Andrea mit dem „Glücksminister“ von Bhutan. Dessen Aufgabe ist es zu bewerten, ob politische Maßnahmen das Wohlbefinden der Bevölkerung steigern. Ein ähnliches Prinzip wünscht sie sich auch für die Gesundheitspolitik: Entscheidungen sollten daran gemessen werden, ob sie Menschen gesünder machen.

    Erreicht ihre Petition 30.000 Unterschriften, kann sie ihr Anliegen im Bundestag vorstellen und das Thema stärker in die politische Diskussion einbringen.

    Gleichzeitig nimmt der psychische Druck in der Gesellschaft zu, was sich auch in steigenden Zahlen psychischer Erkrankungen zeigt. Umso unverständlicher erscheint es, dass ausgerechnet hier Honorarkürzungen in der Psychotherapie diskutiert werden – ein Punkt, den Laura und Andrea kritisch beleuchten.

    Auch DIGAs (digitale Gesundheitsanwendungen) werden thematisiert. Laura steht ihnen skeptisch gegenüber, vor allem wegen möglicher Regressrisiken und mangelnder Transparenz hinsichtlich Anwendung und Behandlungsverlauf. Gleichzeitig erkennen beide an, dass DIGAs in bestimmten Bereichen durchaus sinnvoll eingesetzt werden können.

    Zur Petition: https://epetitionen.bundestag.de/petitionen/_2026/_02/_26/Petition_195664.$$$.a.u.html

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  • Die Finanzkommission Gesundheit hat ihre Ergebnisse veröffentlicht – und natürlich reagiert Dr. Laura Dalhaus darauf in ihrer neuen Folge. Denn es geht längst nicht nur um Gesundheit: Die Ausgaben der gesetzlichen Krankenkassen sind direkt mit unseren Lohnnebenkosten verknüpft. Wenn wir diese Entwicklung nicht kontrollieren, wird Arbeit in Deutschland zunehmend unbezahlbar.

    Das Gesundheitssystem ist dabei extrem komplex organisiert. Gesundheitspolitik ist sowohl Bundes- als auch Ländersache, und es sind zahlreiche Akteure beteiligt: 17 Ministerien, Lobbyisten, Ärzt:innen, Krankenhäuser, Pharmaunternehmen und Apotheken.

    Zunächst zum aktuellen Stand:

    Die Krankenhausreform ist beschlossen, stößt jedoch auf viel Kritik. Finanzielle Auswirkungen werden allerdings erst ab 2030 spürbar. Gleichzeitig wurden bestimmte Leistungsgruppen gestrichen, darunter auch Teile der spezialisierten Kindermedizin – mit direkten Konsequenzen für Familien.

    Neu eingeführt wurde eine Chronikerpauschale, die jedoch äußerst kompliziert gestaltet ist. Laura stellt infrage, ob grundlegende Reformen innerhalb des bestehenden EBM-Systems überhaupt noch sinnvoll umsetzbar sind. Parallel fordert die Politik eine Termingarantie, ohne eine entsprechende Vergütungsgarantie bleibt das in einem budgetierten System jedoch unrealistisch.

    Ein Blick in die Versorgungsrealität zeigt die Diskrepanz: Laura berichtet von einer Wirtschaftlichkeitsprüfung mit sieben Seiten Regress – für einen Betrag von 65,85 Euro. Der bürokratische Aufwand steht hier in keinem Verhältnis zum Nutzen.

    Auch bei Krankenhauseinweisungen gibt es Veränderungen. Je nach Diagnostik und Aufwand kann es für Kliniken wirtschaftlich sinnvoller sein, vorstationär abzurechnen. Gleichzeitig soll Laura im Pflegeheim pflegerische Maßnahmen schriftlich anordnen, weil der Medizinische Dienst dies verlangt.

    Ein weiteres Beispiel für Komplexität: Das Hilfsmittelverzeichnis umfasst 47.825 Produkte in 42 Kategorien – ein Bereich, der dringend digitalisiert und vereinfacht werden müsste.

    Diese zunehmende Bürokratie schreckt viele Ärzt:innen von der Niederlassung ab. Einige denken sogar über einen Wechsel ins Ausland nach. Gleichzeitig werben Krankenkassen wie die Barmer mit klar geregelten Gehaltsentwicklungen nach Tarif. Bei Physiotherapeut:innen wurden hingegen Leistungskürzungen von 4,5 Prozent beschlossen. Der GKV-Spitzenverband begründet dies mit zuvor überproportionalen Steigerungen – die jedoch auch darauf zurückzuführen sind, dass psychotherapeutische Leistungen lange unterbewertet waren.

    Ein besonders drastisches Beispiel ist die Schließung der Dietrich-Bonhoeffer-Klinik in Ahlhorn, die auf suchtkranke Kinder spezialisiert war. Von insgesamt 85 Plätzen bundesweit stellte diese Einrichtung allein 65 – und muss nun mangels Finanzierung schließen.

    Auch Urolog:innen sind von Regressen betroffen, etwa im Zusammenhang mit Medikamenten zur Behandlung von Prostatakrebs. Teilweise beziehen sich diese Forderungen rückwirkend auf mehrere Jahre, da Festbeträge erst nachträglich angepasst wurden.

    Viele Pflegebedürftige geraten zunehmend in finanzielle Not und hätten Anspruch auf Sozialhilfe, doch nur etwa ein Fünftel erhält diese tatsächlich. Häufig scheitert es an komplexen Antragsverfahren oder fehlender Zugänglichkeit, insbesondere im Kontext von Digitalisierung.

    Der Bericht der Finanzkommission Gesundheit umfasst insgesamt 483 Seiten. Laura hat sich zunächst die Zusammenfassung angesehen: 66 Maßnahmen sollen helfen, die Finanzierungslücke von 40,4 Milliarden Euro bis 2030 zu schließen. Ziel ist es, die Beitragssätze der GKV bereits ab dem kommenden Jahr zu stabilisieren.

    Dabei betont die Kommission, dass sich der Zugang zur medizinischen Versorgung nicht verschlechtern, sondern idealerweise verbessern soll. Die finanzielle Belastung soll auf viele Schultern verteilt werden.

    Laura geht die vorgeschlagenen Maßnahmen im Detail durch und ordnet sie aus ihrer Perspektive ein.

    Zur Petition: https://www.change.org/p/rettet-die-gr%C3%B6%C3%9Fte-suchtklinik-f%C3%BCr-kinder-und-jugendliche-die-versorgung-bricht-zusammen

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  • Wir haben den Anspruch, dass Digitalisierung und Technik unser Leben leichter machen. Den Ärzt:innen hingegen wird oft vorgeworfen, sie seien digitalisierungs- und technikfeindlich.

    Darüber spricht Dr. Laura Dalhaus in der neuen Folge von „5 Minus – Das Gesundheitssystem verfehlt das Klassenziel“ mit Hendrik Steenfadt von der Firma Heidi Health.

    Das gesamte Thema der Digitalisierung hat zu einer gewissen Resignation geführt – denn oft funktioniert sie nicht. Das frustriert, denn eigentlich will man die vorhandene Zeit lieber in Patient:innen und Behandlung stecken als in Technik- und Bürokratiefrust.

    Heidi will das besser machen.

     

    Laura ist jemand, der wenig dokumentiert (sie gibt auch selbst zu, dass sie nicht besonders gut darin ist), allerdings fällt ihr das auch öfter mal auf die Füße. Sie hat das so in der Klinik damals gelernt. Am schlimmsten findet sie selbst die Reha-Briefe.

    Laura hat das Problem gelöst mit Heidi, denn Heidi dokumentiert für die Ärzt:innen. Das Tool hört mit und macht daraus eine medizinische Dokumentation.

    Gerade sind wir in einer Transformationsphase, viele Hausärzt:innen sind angewiesen auf die bestehenden Tools, wollen es aber einfacher haben. Das muss Schritt für Schritt passieren.

    Für den privaten Gebrauch kennen wir alle ChatGPT und Co, für die Medizin muss das Tool aber korrekter und natürlich auch sicherer sein.

     

    Für Laura gibt es zwei Möglichkeiten, mit den Patient:innen umzugehen: Entweder sie ist voll im Gespräch mit den Patient:innen und dokumentiert danach, oder sie ist am PC und schreibt die Dokumentation während des Gesprächs, was für die Patient:innen natürlich weniger schön ist.

    Jetzt kann sie voll zuhören und Heidi protokolliert und nutzt auch noch die richtigen Fachtermini. Das verbessert ganz stark die Patientenkommunikation.

    Das Tool wurde von Menschen entwickelt, die genau diese Dokumentation auch genervt hat und die einen Impact schaffen wollten. Ihr Fokus ist die Adoption, es geht darum, dass Mediziner:innen das Tool wirklich nutzen und nicht nur ein neues, chices Tool haben.

     

    Wichtig natürlich: Das Ganze ist DSGVO-konform. Hendrik macht den Witz, dass jedes Handy wahrscheinlich ein größerer Risikofaktor wäre. Das Tool funktioniert auch bei Hausbesuchen und auch ohne gutes Netz. Laura nutzt Heidi gerne auch im Altenheim, weil sie dort weder mit Laptop noch mit Zettel und Stift stehen möchte.

     

    Ein weiterer Punkt, den Laura total super findet: Heidi fungiert zusätzlich als Übersetzer. Da sie oft Patient:innen hat, die keine deutschen Muttersprachler sind, hilft ihr das sehr in der Kommunikation.

     

    Die Verdopplungszeit des medizinischen Wissens lag früher bei 30/35 Jahren. Mittlerweile liegt sie bei anderthalb Monaten – es ist kaum möglich, das aufzuholen. Heidi kann die medizinischen Datenpunkte anders verarbeiten und komprimieren, als wir das als Menschen schaffen.

    Informationsfluss und Informationsmanagement ist eine der größten Herausforderungen in einer Zeit, in der wir immer älter werden und gleichzeitig die Medizin immer mehr kann. Die Patientenzahl bei Laura hat sich beispielsweise seit 2019 mehr als verdoppelt.

     

    Heidi hat Schnittstellen zu den PVS-Anbietern, was Laura befürwortet. Für sie ist es wichtiger, ein Tool an der Seite zu haben, das seinen Fokus auf das Kerngeschäft legt, statt das Thema „nebenher“ zu entwickeln. Ist ja auch nicht trivial.

     

     Die Folge wurde produziert mit freundlicher Unterstützung von Heidi Health.

     

    Code von Laura: Laura10

     

    Hier könnt ihr Heidi testen: https://scribe.heidihealth.com/

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  • Wie steht es gerade politisch um die Gesundheitsversorgung? Warum wollen so viele Ärzt:innen nicht mehr selbstständig arbeiten? Und wie steht ein Kinderarzt zu Zuckersteuer und einem Social Media-Verbot?

    Darüber spricht Dr. Laura Dalhaus in der neuen Folge von „5 Minus – Das Gesundheitssystem verfehlt das Klassenziel“ mit Johannes Wagner. Er macht gerade seinen Facharzt für Pädiatrie und ist außerdem Bundestagsabgeordneter bei den Grünen.

    Die beiden sind sich einig: Kinder haben keine Lobby. Zurzeit wird ein Social Media-Verbot für unter-14-jährige diskutiert. Johannes selbst spricht lieber von einem Mindestalter statt einem Verbot. Lange war er ein Gegner, doch er hat seine Meinung geändert und ist für eine deutlich schärfere Regulierung. Die Plattformen machen süchtig und treiben Kinder in ungesunde Verhaltensweisen.

    Das hat Einfluss auf die mentale Gesundheit, welche immer noch ein Randthema ist. Hersteller haben allerdings ein Interesse daran, Kinder möglichst lange vor den Bildschirmen zu halten. Dahinter steckt ein Milliardenmarkt. Es geht also nicht nur um die Plattformen selbst, sondern das gesamte System dahinter.

    Auch die Zuckersteuer hat eine riesige Debatte ausgelöst, vor allem, weil viele Produkte im Supermarkt gezielt auf Kinder ausgerichtet sind. Den Eltern wird es schwer gemacht. Eigenverantwortung schön und gut – Johannes ist trotzdem der Meinung, dass die starken Konzerne mehr gesetzliche Rahmenbedingungen benötigen. Für Eltern ist es anstrengend und zeitraubend, Aufklärungsarbeit gegen Kampagnen der Lebensmittelindustrie zu führen.

    Auch die Gesellschaft steht dahinter: Über 60% plädieren für eine Zuckersteuer.

    Die Debatte auf dem CDU-Parteitag dazu fand Laura zum Fremdschämen.

    Viele Jugendliche erlebt Johannes als nicht politisch. Erstwähler:innen entscheiden sich oft für die AfD, weil diese eine starke emotionale Stimmung erzeugen.

    Die beiden diskutieren außerdem über die Versorgung in Deutschland und die Situation von niedergelassenen Ärzt:innen und Hausärzt:innen. Über 80% der Niedergelassenen arbeiten in der spezialisierten Medizin. Ein Grund, warum sich Johannes ein Primärversorgungs-System wünscht. Es kann außerdem nicht sein, dass Versorgung einen so unterschiedlichen Wert hat: Auf der einen Seite kämpfen Ärzt:innen mit Energiepreisen, auf der anderen Seite entstehen Einkommensmillionäre.

    Versorgung auf dem Land ist ein weiteres großes Problem. Laura erzählt vom Ärztenetzwerk BOHRIS, das z.B. Ärzte nach Bocholt akquiriert.

    Laura sieht als eine Möglichkeit, Regresse abzuschaffen. Sie kennt in ihrem Umfeld keinen Kollegen, der bisher noch keinen Regress hatte.

    Die Niederlassung muss attraktiver gestaltet werden. Angestellte Ärzt:innen erwirtschaften in der Regel nicht das, was sie als Gehalt erhalten.

    Die Versorgung könnte auf jeden Fall verbessert werden durch den Einsatz von Physician Assistants und Primary Care Manager.

    Bei den Wahlen ist Gesundheit und Gesundheitspolitik oft kein großer Faktor, obwohl es uns allen so wichtig ist, gesund zu sein.

    Johannes möchte perspektivisch wieder in den Arztberuf zurückgehen, auch wenn die Politik motivierte Menschen wie ihn benötigt.

    Laura betont:

    Ein funktionierendes Gesundheitssystem ist ein gesellschaftlich stabilisierender Faktor.

    Deswegen ist es so wichtig, Berufspolitik zu machen.

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  • Die letzte Solofolge, bevor die Finanzkommission Gesundheit ihre langersehnten Ergebnisse präsentiert. Dr. Laura Dalhaus erhofft sich ein Reformfeuerwerk. Vorher will sie aber über den Status Quo sprechen.

    Von der Krankenhausreform bis zur Pflegeversicherung – überall brennt die Hütte. Jeder dritte Heimbewohner bezieht Sozialhilfe. Die DAK Gesundheit warnt vor dem Zusammenbruch der Altenpflege.

    Herr Gassen von der KBV will die freiwilligen Leistungen der GKV einstampfen. Bei den Krankenkassen fließt Geld irgendwo hin – sie wollen aus wettbewerbsrechtlichen Gründen nicht sagen, wohin genau. Dabei verkaufen die Kassen doch alle das Gleiche.

    20% der Einnahmen in der Hausarztpraxis gehen auf Privatversicherte zurück. Dabei sind nur 11% der Patient:innen privat versichert!

    Laumann und sein Ministerium haben ein Papier vorgelegt mit 15 Eckpunkten für das Gelingen eines Primärversorgungssystems. Der Deutsche Hausärztinnen und Hausärzteverband war zur Vorstellung nicht eingeladen. Laura findet in dem Papier ganz viel von der HZV abgeguckt.

    Die 116117 soll weiter ausgebaut werden. Das sollen Hausärzt:innen bezahlen. Das ist nicht fair. Denn die haben gerne die faktische Insolvenz der KVL aufgefangen.

    Bürokratieabbau wird gefordert. Fordern die Politiker seit 25 Jahren.

    Praxisstrukturen sollen gestärkt werden, gibt es im HÄPPI-Konzept auch schon.

    Frau Reimann will das Aus für verpflichtende HZV-Verträge. Dabei gibt es wissenschaftliche Belege dafür, wie gut das ist.

    Laura zahlt mehr für Streaming-Dienste als für die hausärztliche Versorgung in der GKV.

    Die TK findet die HZV wohl auch nicht gut. Die haben gerade einer Patientin gedroht, weil sie nicht beim Arzt war.

    Sämtliche Innovationen, die es in der HZV-Forschung gibt, werden jetzt im Primärarzt-System gefordert.

    Die Teamarbeit kann Hausärzt:innen spürbar entlasten. Die Hausärzteschaft ist demgegenüber offen und sieht Entlastungspotential. In einer Bertelsmann-Studie wurden Patient:innen befragt zu Physician Assistants und Primary Care Manager. Da schnitten die Delegationsberufe besser ab als die Ärzt:innen. 65% der ärztlichen Zeit an delegierbarer Leistung wäre möglich.

    Die AOK wirbt mit attraktiver Vergütung und Work Life Balance für ihre Stellenausschreibungen. Teilweise sogar mit 50 Urlaubstagen. Die Health Care Professionals kämpfen gerade dagegen, dass sie so viele Überstunden machen müssen.

    Eigentlich sollte Laura das gar nicht öffentlich machen, damit die Health Care Professionals jetzt nicht fliehen und in den Krankenversicherungen arbeiten.

    Content-Manager sucht die TK auch. Eine Krankenkasse braucht in Laura’s Augen keine Social Media-Kanäle. Ihr sollt Versorgung bezahlen.

    Die Wirtschaftlichkeitsprüfung kostet mehr als dass sie einbringt. Den Frust können wir gar nicht in Geld bestimmen. Sie ist ein Minus-Geschäft.

    Der Masterplan 2020, die Reform des Medizinstudiengangs, wurde 2017 verabschiedet und immer noch nicht umgesetzt worden.

    Psychotherapie soll jetzt qualitätsgesichert werden. Dafür gibt es eine Qualitätssicherung auf Probe in NRW. Der Aufwand stehe in keinem Verhältnis zum Nutzen, sagen die Therapeuten.

    Sie müssen nämlich trotzdem noch umfangreiche Gutachten schreiben. Die Erprobung hat mittlerweile 18.000 Stunden psychotherapeutischer Zeit gekostet. In der Zeit hätten die Therapeuten 750 Kurzzeitbehandlungen à 24 Sitzungen machen können.

    Laura wird die Ergebnisse der Kommission Gesundheit kommentieren. Bleibt gespannt.

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  • Pflege ist in den letzten Folgen etwas zu kurz gekommen. Deswegen beginnt Dr. Laura Dalhaus ihre neue Solofolge mit genau diesem Thema.

    Denn es betrifft uns alle irgendwann und ist unfassbar relevant in pucto Lohnnebenkosten und Sozialversicherung.

    Ohne Fachkräfteeinwanderung funktioniert da übrigens gar nix mehr. Denn ohne die Menschen, die in der Flüchtlingskrise 2015 kamen, wäre das alles nicht mehr zu bewältigen.

    Die Pflegereform könnte für die Jüngeren noch teurer werden als das Rentenpaket. Alles, was aus der Pflegekommission kam, war enttäuschend. Es drohen zusätzliche Ausgaben von 300 Milliarden Euro bis 2040.

    Wer dabei total vergessen wird, sind auch die pflegenden Angehörigen. Laura kennt das aus ihrem Alltag. Man fragt immer nach den Zu-Pflegenden und nicht nach denjenigen, die pflegen. Sie rät allen davon ab, sich um Grundpflege zu kümmern, denn das ist keine Quality Time.

    Über die Honorarkürzung bei Psychotherapie wird auch noch in den Medien diskutiert. Die Folge könnte sein, dass Privatpatient:innen noch mehr bevorzugt werden. Dabei wächst der Bedarf, gerade auch bei Kindern und Jugendlichen.

    Die Krankenhausreform scheint sich auf der Zielgeraden zu befinden. Wer das gar nicht gut findet, ist die Schmerzmedizin. Da hat es sogar einen Brandbrief an die Bundestagsabgeordneten von verschiedenen Fachgesellschaften gegeben. Denn die Schmerzmedizin soll keine eigene Leistungsgruppe erhalten.

    Der Druck ist bei der Notfallreform übrigens auch so groß. Nina Warken ist die dritte Gesundheitsministerin, die sich an dieser Reform versucht. Beispielsweise sollen die Leistungen der medizinischen Notfallrettung gesetzgeberisch neu sortiert werden. Dabei will man auch an das SGB V ran, ob das wohl klappt?

    Kommunen und Landkreisen geht dieser Eingriff zu weit.

    Natürlich hat Laura auch noch etwas aus den Versorgungsrealität mitgebracht. Es gibt nun die ersten Regresse für verordnete DIGAs. Die KV Baden-Württemberg überprüft die Wirtschaftlichkeit der ausgestellten DIGA-Verordnungen.

    Die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie und klinische Immunologie spricht außerdem von einem unzumutbaren Konflikt zwischen Patientenwohl und persönlichem Haftungsrisiko. Im Bereich Rheuma wird viel Off-Label genutzt, leider gibt es dazu auch viele Regresse.

    Auch bei Kindern und Jugendlichen werden viele Off-Label-Präparate genutzt, etwa 25 bis 35%. Bei Antidepressiva liegt der Anteil bei über 80%.

    Wir befinden uns in einer Versorgungslücke. Vor Corona hatten wir behandlungsbedürftige Kinder und Jugendliche von 18%, nun sind es 31%. Jeder nicht investierte Euro kann 4 bis 18€ Folgekosten nach sich ziehen.

    Laura möchte auch noch über den CDU Parteitag reden. Die Zuckersteuer wurde abgelehnt, das war beschämend und hat mit Wissenschaftlichkeit nichts zu tun.

    Alkohol, Rauchen und Glücksspiel verursachen Kosten in Höhe von 136 Milliarden Euro pro Jahr.

    Dazu soll die elektronische Krankschreibung abgeschafft werden. Allerdings melden sich die Bundesbehörden am meisten krank. Im Bundesrat gab es 25,2 Krankheitstage, im Bundestag 22,3 Tage. Sollte man nicht mal im eigenen Laden aufräumen, Friedrich Merz?

    Es gibt nun eine Petition, die das Recht auf Gesundheit ins Grundgesetz bringt. Darüber wird Laura in einer der nächsten Folge noch sprechen.

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