Avsnitt

  • Der Nationalrat hat das Freihandelsabkommen der Schweiz mit den Mercosur-Staaten abgelehnt. Eine wesentliche Rolle gespielt hat dabei der Schweizer Bauernverband. Präsident Markus Ritter stellt sich der Kritik, die Landwirtschaft verbaue damit neue Exportmöglichkeiten für Schweizer Unternehmen.

    Eine ungewohnte Allianz der Linksparteien mit Interessenvertreterinnen und -vertretern der Landwirtschaft hat am Donnerstag im Nationalrat dafür gesorgt, dass das Freihandelsabkommen mit den vier Mercosur-Staaten Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay Schiffbruch erlitten hat. Dies, weil sich der Bauernverband mit seiner Forderung nach 880 Millionen Franken Ausgleich für die Landwirtschaft nicht hat durchsetzen können. Der St. Galler Mitte-Nationalrat Markus Ritter nimmt in der «Samstagsrundschau» Stellung zum Vorwurf, die Landwirtschaft agiere gegen die Interessen der Schweizer Wirtschaft.

    Auch beim Vertragspaket der Schweiz mit der EU, das der Bundesrat als «Bilaterale III» bezeichnet, zeigt sich der Bauerverband äusserst skeptisch. Präsident Ritter beantwortet die Frage, ob die Landwirtschaft bei der absehbaren Volksabstimmung im Nein-Lager sein wird.

    Und schliesslich ist auch die Kontroverse um das Comeback der Kernenergie Thema in der Sendung. Markus Ritter hat der Vorlage des Bundesrates, mit der das bestehende Bauverbot für neue Kernkraftwerke aufgehoben werden soll, zum Durchbruch verholfen, indem er zusammen mit sechs weiteren Mitte-Nationalräten gegen die eigene Partei gestimmt hat.

    Markus Ritter stellt sich in der «Samstagsrundschau» den Fragen von Philipp Burkhardt.

    Ergänzend zum Tagesgespräch finden Sie jeden Samstag in unserem Kanal die aktuelle Samstagsrundschau.

  • Wieso wurden die Gespräche heute auf dem Bürgenstock abgesagt? Spitzendiplomat Thomas Greminger über den Rückschlag für einen ohnehin fragilen diplomatischen Prozess zwischen den USA und dem Iran.

    Eigentlich hätte heute auf dem Bürgenstock ein neues Kapitel im Verhältnis zwischen den USA und dem Iran beginnen sollen. Nach der Unterzeichnung eines gemeinsamen Rahmenabkommens waren die ersten direkten Gespräche geplant.

    Der Zeitdruck ist enorm: Innerhalb von nur 60 Tagen soll ein endgültiges Friedensabkommen ausgehandelt werden. Doch kurz vor dem Start wurden die Verhandlungen überraschend auf unbestimmte Zeit verschoben. Das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten hat bestätigt: Vorerst finden auf dem Bürgenstock keine Gespräche zwischen Washington und Teheran statt.

    Ist das nur eine Verzögerung oder bereits ein ernstes Warnsignal für den diplomatischen Prozess? Darüber sprechen wir mit Thomas Greminger, Schweizer Diplomat und Direktor des Genfer Zentrums für Sicherheitspolitik. Er ist zu Gast bei David Karasek.

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  • In der Schweiz soll der Bau neuer Atomkraftwerke wieder möglich werden. Nach dem Bundesrat und dem Ständerat hat sich nun auch der Nationalrat dafür ausgesprochen. Er hat am Donnerstag den indirekten Gegenvorschlag zur Blackout-Initiative angenommen. Gast ist Michael Frank, Direktor des Verbands Sch

    Für die Befürworter neuer AKW ist es ein Erfolg: Der Nationalrat hat am Donnerstag mit knapper Mehrheit entschieden, das AKW-Verbot aufzuheben.
    Er folgt damit dem Ständerat und Energieminister Albert Rösti. Das letzte Wort dürfte jedoch das Stimmvolk haben - die Grünen haben bereits das Referendum angekündigt.

    Soll die Schweiz neue AKW bauen? Die Diskussion mit Michael Frank, Direktor des Verbands Schweizerischer Elektrizitätsunternehmen (VSE). Er ist zu Gast bei David Karasek.

  • Am Mittwoch wird im Nationalrat das Freihandelsabkommen mit den Mercosur-Staaten besprochen. Ausserdem laufen die Verhandlungen mit den USA für ein Zollabkommen weiter. Welche Strategie verfolgt die Schweizer Handelspolitik? Der Wirtschaftsrechtler Thomas Cottier ist zu Gast bei Simone Hulliger.

    Dass die Schweiz Freihandelsabkommen mit verschiedenen Ländern sucht, findet Thomas Cottier richtig. Man dürfe deren Nutzen aber nicht überschätzen. Kritischer sieht Cottier die Verhandlungen mit den USA. Dass Schweizer Firmen 200 Milliarden in die USA investieren sollen, versteht er nicht. Damit würde der Bundesrat die Verantwortung dafür übernehmen, dass Arbeitsplätze in die USA verlegt würden. Das sei nicht die Aufgabe einer Regierung. Die Schweiz müsse sich für eine multilaterale Ordnung einsetzen, denn sie sei davon abhängig. Thomas Cottier ist emeritierter Professor für Europäisches und Internationales Wirtschaftsrecht.

  • Ein bemerkenswerter Gipfel findet in Evian statt, sagt Fredy Gsteiger, diplomatischer Korrespondent von SRF zu den Diskussionen ums Rahmenabkommen zwischen dem Iran und den USA und der Einladung von Guy Parmelin ans Galadinner.

    Die Spitzen der G7-Staaten, also von Kanada, Frankreich, Deutschland, Italien, Japan, Grossbritannien und den USA, treffen sich im französischen Evian-les-Bains am Genfersee.
    Bemerkenswert: Der Bundespräsident und Wirtschaftsminister Guy Parmelin begrüsst die hochrangigen Gäste auf dem Rollfeld bei der Ankunft in Genf und ist erstmals als Bundespräsident eines benachbarten Landes ans Galadinner eingeladen. Die Erwartungen des französischen Präsidenten Emmanuel Macron sind hoch, Donald Trump soll wieder auf der Seite von Europa im Krieg von Russland gegen die Ukraine stehen. Der Zeitpunkt nach der Ankündigung des Rahmenabkommens zwischen den USA und Iran scheint günstig. Erhält nun Donald Trump die gewünschte Unterstützung in der Sicherung der Strasse von Hormus? Was unterscheidet diesen Gipfel von den 19 vorangehenden, welcher Fredy Gsteiger als diplomatischer Korrespondent von SRF besucht hat?

    Fredy Gsteiger ist zu Gast im Tagesgespräch bei Karoline Arn

  • Die Schweizer Stimmbevölkerung hat entschieden. Besonders die SVP-Initiative zur 10-Millionen-Schweiz hat das Land bewegt. Wie ist das Resultat einzuordnen? Wann wird der Stadt-Land-Graben zu einem Problem? Der Politologe Adrian Vatter ist zu Gast bei Simone Hulliger.

    Am Ende war das Resultat klar: Fast 55 Prozent lehnten die SVP-Initiative ab. Auf dem Land, wo die Folgen der Zuwanderung weniger spürbar sind, war die Zustimmung höher, die Städte hingegen lehnten sie ab, auch wenn dort der Ausländeranteil und die Mieten höher und die Busse voller sind.

    Wie passt das zusammen? Vatter erklärt die Gräben, die durch die Schweiz gehen, beschreibt die Gewinnerinnen und Verlierer und analysiert, was das Resultat für die weitere Debatte über Zuwanderung und die Beziehungen zur EU bedeutet.

    Adrian Vatter ist Professor für Schweizer Politik an der Universität Bern.

  • Nein zu neuen AKWs und Nein zu Lohnabzügen für di 13. AHV. Die Grünliberale Partei spielt im Parlament gerade Zünglein an der Waage. Aber ist ein Nein zu AKWs wirklich grün? Und, wie liberal ist ein Nein zu Lohnabzügen? Fragen an Corina Gredig, die Fraktionschefin der GLP.

    Die Grünliberalen wehren sich zusammen mit SVP und FDP im Nationalrat dagegen, dass die 13. AHV-Rente auch mit Lohnprozenten finanziert wird, wie es die mitte-links Mehrheit im Ständerat will. Auch der Vorschlag der sogenannten Einigungskonferenz setzt nun auf eine Mischung von Mehrwehrtsteuer- und Lohnprozenten. Letzteres ist für die GLP tabu – in diesem Fall. Warum eigentlich? Wäre die GLP bereit, wenigstens dem Mehrwertsteuer-Teil zuzustimmen? Und, was wenn die ganze Vorlage scheitert und die GLP den Ausschlag gibt? Entspräche das der Rolle einer «Partei der Lösungen», als die sich die Grünliberalen selbst sehen?
    Ein zweites grosses Geschäft in der Sommersession des Parlaments ist der Gegenvorschlag des Bundesrats zur «No Blackout»-Initiative. Die Grünliberalen sind dagegen und verhindern so nur schon, dass die Option neuer Kernkraftwerke geprüft wird in der Schweiz. Hiesse liberal nicht auch Technologieoffenheit und ist das Nein klimapolitisch richtig, angesichts der Tatsache, dass die Kernkraft zu den emissionsärmsten Technologien gehört?
    Grün und liberal schienen über Jahre ein unaufhaltsames Erfolgsrezept in der Schweizer Politik zu sein. Seit den letzten Parlamentswahlen 2023 scheint die Partei aber Schwung eingebüsst zu haben. Sitze im Bundesparlament und anschliessend auch in kantonalen Legislativen gingen verloren. Kann die Schuld allein bei der Politkonjunktur gesucht werden oder ist grün und wirtschaftsliberal auf die Länge doch mehr Spagat als Synergie?
    Corina Gredig, die Fraktionschefin der Grünliberalen Partei im Bundeshaus, nimmt Stellung in der Samstagsrundschau bei Klaus Ammann.

    Ergänzend zum Tagesgespräch finden Sie jeden Samstag in unserem Kanal die aktuelle Samstagsrundschau.

  • Am Freitag präsentiert Hubert Niggli, der Finanzchef der grössten Unfallversicherung Suva, einmal mehr gute Zahlen. Die Suva zählt zu den grössten Investorinnen der Schweiz. Gerne würde sie mehr Geld in bezahlbaren Wohnraum investieren, doch es fehlten die Projekte dafür.

    Die Arbeitsunfälle bei der Suva sind gesunken, nun ziehen die Prämien nach. Aber nicht nur aufgrund der gesunkenen Unfälle schreibt die Suva gute Zahlen. Sie verwaltet über 60 Milliarden Franken und legt diese an. Warum schreibt die Suva Gewinne, anders als andere Sozialversicherungen wie die IV oder AHV? Wo soll die Suva ihr Geld anlegen? Hubert Niggli sagt, die Suva möchten viel mehr Geld in erschwinglichen Wohnraum investieren, doch es gebe viel zu wenig Projekte. Er arbeitet seit fast einem Vierteljahrhundert bei der Suva und tritt nun nach acht Jahren als Finanzchef zurück. Hubert Niggli ist zu Gast im Tagesgespräch bei Karoline Arn.

  • Ein weitgehend vergessenes Kapitel des Zweiten Weltkrieges: Tessinerinnen und Tessiner unterstützten italienische Partisanen im Kampf gegen den Faschismus. Der Tessiner Historiker Rues spricht im Tagesgespräch mit Iwan Santoro über diese damals verbotene grenzüberschreitende Hilfe in Kriegszeiten.

    Rund zwei Jahre lang, bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs, kämpften Partisanen im Gebiet um Domodossola nahe der Schweizer Grenze gegen italienische Faschisten und die deutsche Wehrmacht. Kurz vor Kriegsende entstand dort für wenige Wochen die freie Partisanenrepublik Ossola.

    Auch Tessinerinnen und Tessiner unterstützten den Widerstand. Sie schmuggelten Waffen über die Grenze und versteckten Partisanen vor den Faschisten. In der neutralen Schweiz war diese Form der Nachbarschaftshilfe jedoch verboten. Viele der Helferinnen und Helfer wurden deshalb bestraft.

    Mehr als 80 Jahre später sollen sie nun für ihr Engagement offiziell rehabilitiert werden. Der Nationalrat hat bereits zugestimmt. Der Ständerat dürfte der Rehabilitierung nächste Woche zustimmen. Der Tessiner Historiker Raphael Rues hat die Ereignisse in seinem Buch «Kampfzone Ossola» aufgearbeitet. Im Tagesgespräch mit Iwan Santoro erzählt er, wie nah die Wirren des Zweiten Weltkriegs damals an die Schweizer Grenze heranrückten.

  • Die Lage in Kuba spitzt sich zu, die USA erhöhen den Druck. Die UNO warnt vor einer humanitären Krise. Steht die Insel vor einem Wendepunkt? Und welche Lehren lassen sich aus Venezuela ziehen? Zu Gast ist der Politikwissenschaftler und Lateinamerika-Experte Wolf Grabendorff.

    Kuba leidet unter den US-Sanktionen: Nun fordert der UN-Hochkommissar für Menschenrechte deren sofortige Aufhebung und warnt vor dramatischen Folgen für die Bevölkerung. In Venezuela stellt sich die Frage: Wie steht das Land ein halbes Jahr nach dem Sturz von Nicolás Maduro da?

    Und in Peru kämpfen die Kandidatinnen und Kandidaten um die Präsidentschaft mit Folgen weit über die Landesgrenzen hinaus. Über die politischen Umbrüche in Südamerika spricht David Karasek mit dem Lateinamerika-Experten Wolf Grabendorff.
    Der deutsche Politikwissenschaftler war Gastprofessor für internationale Beziehungen an der Universität von Quito in Ecuador. Er hat in den letzten 40 Jahren in mehreren Ländern Lateinamerikas gelebt und für die SPD-nahe Friedrich Ebert Stiftung zahlreiche Programme geleitet.

  • Zwei grosse Fälle innerhalb eines Monates beschäftigen die Schweiz: Ein Mann sticht in Winterthur auf Passanten ein. Und wenige Wochen vorher wird im Bundesamt für Polizei ein Maulwurf aufgedeckt. Hat die Schweiz ein Sicherheitsproblem? Bundesanwalt Stefan Blättler ist zu Gast bei Simone Hulliger.

    Der mutmassliche Täter von Winterthur befindet sich in Untersuchungshaft. Man könne mittlerweile von einem mutmasslich terroristisch motivierten Attentat sprechen, sagt Bundesanwalt Stefan Blätter.

    Da fragt sich: Wann wird ein Täter von der Bundesanwaltschaft wegen Terror angeklagt und wann gilt er als psychisch krank? Braucht es mehr Austausch von Daten zwischen Kliniken und Sicherheitsbehörden?

    Weiter erklärt Stefan Blättler, wo die Ermittlungen im Fall «Maulwurf im Fedpol» stehen. Wem hat der mutmassliche Täter Infos zukommen lassen – und wie sicher ist Blättler, dass nicht auch seine Behörde unterwandert ist?

    Stefan Blättler ist seit 2022 Bundesanwalt damit oberster Ermittler der Schweiz.

  • Zum ersten Mal greift Iran Israel an, als Vergeltung für einen Angriff auf ein anderes Land. Israel schlägt zurück, obwohl Trump zur Zurückhaltung mahnt. Was bedeutet der Konflikt für die laufenden Verhandlungen? Cyrus Schayegh ist Historiker und Nahost-Experte vom «Geneva Graduate Institute».

    Optimisten hatten bis vor kurzem noch auf eine diplomatische Lösung gehofft. Doch seit gestern wird zwischen Iran, Israel und auch Jemen scharf geschossen. Sirenenalarme, Explosionen und Tote sind die Folge.
    Iran sieht seine Angriffe als Vergeltung für israelische Angriffe auf die Hisbollah, u.a. im Süden Beiruts.US-Präsident Trump hat sowohl Israel wie Iran dazu aufgerufen, von weiteren Angriffen abzusehen.
    Cyrus Schayegh, Historiker und Nahost-Experte vom «Geneva Graduate Institute» ist zu Gast bei David Karasek.

  • Ein früherer Kadermann hat beim staatlichen Rüstungskonzern Ruag ein immenses Betrugssystem aufgebaut. Die Aufarbeitung zieht sich hin, die Kritik wächst. Unzufrieden ist auch die Armee: Die Ruag sei zu teuer und unpünktlich. Kritische Frage an Verwaltungsratspräsident Jürg Rötheli.

    Der Schaden für den Bundeskonzern Ruag und damit auch für die Allgemeinheit ist enorm: Über 50 Millionen Franken sind der Ruag durch die betrügerischen Machenschaften eines früheren Kadermannes entgangen. Jahrelang hatte er im Handel mit Panzerteilen unkontrolliert in die eigene Tasche gewirtschaftet. Wie sieht die aktuelle Schadensbilanz aus? Wie werden frühere Vorgesetzte zur Rechenschaft gezogen, die weggeschaut haben? Die Untersuchung der Ruag zieht sich seit fast drei Jahren hin und verursacht Millionenkosten: Wie lässt sich das rechtfertigen? Und: Was tut die Ruag-Chefetage, um die Betriebskultur zu ändern? Denn selbst sehr konkrete Warnungen wurden intern nicht ernst genommen. In der Samstagsrundschau stellt sich Verwaltungsratspräsident Jürg Rötheli den Fragen.

    Thema ist auch das zurzeit wohl wichtigste Projekt der Ruag: Sie wollte ursprünglich vier der neuen F-35-Kampfjets selbst zusammenbauen. Das verursacht grosse Kosten und wird seit Jahren kritisiert. Kommt das Prestigeprojekt zustande? Und wie lassen sich die hohen Kosten rechtfertigen?

    Kritisiert wird die Ruag auch von ihrer Hauptkundin, der Schweizer Armee. Die Ruag wartet sämtliche Kampfjets, Panzer, Helikopter und andere Waffensysteme der Armee - doch diese ist unzufrieden: Sie spricht von zu hohen Preisen, mangelnder Pünktlichkeit und zu viel Personal- und Verwaltungsaufwand. Was unternimmt der Ruag-Präsident?

    Ergänzend zum Tagesgespräch finden Sie jeden Samstag in unserem Kanal die aktuelle Samstagsrundschau.

  • Flüsse sind in den letzten 40 Jahren jedes Jahrzehnt um 0.5 Grad wärmer geworden, insgesamt um 2 Grad. Dies zeigen erste Resultate des Forschungsprojekts zu Flusshitzewellen. Das Phänomen werde unterschätzt, sagt Manuela Brunner, ETH-Professorin für Hydrologie und Klimafolgen.

    Die Aare überschritt bereits im Mai die 20-Grad-Marke. Letztes Jahr verendeten Fische aufgrund zu hoher Temperaturen in den Flüssen, oder Gewässer mussten notfallmässig ausgefischt werden. Das Phänomen der Flusshitzewellen nimmt europaweit zu. Dies zeigen erste Resultate eines ETH-Forschungsprojekts des Nationalfonds am Schnee- und Lawinenforschungsinstitut in Davos.

    «Das Risiko von Flusshitzewellen werde bisher unterschätzt», sagt die Leiterin Manuela Brunner, Professorin für Hydrologie und Klimafolgen an der ETH Zürich. Mit Modellrechnungen werden aus über 170 Flusseinzugsgebieten in Europa die Temperaturen der Gewässer analysiert und für die Zukunft berechnet.

    Welche Folgen hat diese Erwärmung der Gewässer für die Fische, das Trinkwasser und die Energieversorgung? Manuela Brunner ist zu Gast im Tagesgespräch bei Karoline Arn.

  • In einer Woche beginnt einer der grössten Sportveranstaltung der Welt. Zum ersten Mal findet eine Fussball-WM in drei Ländern statt. Sind die USA, Kanada und Mexiko bereit? SRF-USA-Korrespondentin Barbara Colpi und die freie Journalistin Anne Demmer sind zu Gast bei Simone Hulliger.

    Als die USA, Kanada und Mexiko die Spiele zugesprochen bekommen haben, war das Motto: «Nordamerika vereint». Heute ist die Stimmung eine andere. Gerade in dieser Woche hat Trump erneut mit Zöllen auch gegen Kanada und Mexiko gedroht.

    Im «Tagesgespräch» erzählen die beiden Journalistinnen und von der komplizierten Beziehung zwischen den Ländern, von dem unterschiedlichen Stellenwert des Fussballs, von der Bedeutung der WM für die mexikanischen Drogenkartelle und von der Angst vor der Einwanderungsbehörde ICE, welche bei vielen Fans in den USA die Vorfreude trübt.

    Barbara Colpi ist USA-Korrespondentin von Radio SRF, Anne Demmer arbeitet als freie Journalistin in Mexiko-Stadt.

  • In Washington verhandeln Israel und Libanon über eine Waffenruhe. Doch haben die Menschen vor Ort überhaupt noch Hoffnung? Während Israels Armee weiter vorrückt und die Hisbollah ihr Tunnelsystem ausbaut, spitzt sich die humanitäre Lage zu. Andrea Isenegger von Ärzte ohne Grenzen war im Libanon.

    Fast eine Million Menschen sind durch den Krieg auf der Flucht. Ein Gespräch über fehlende medizinische Versorgung, traumatisierte Menschen und die Angst vor einem endlosen Konflikt.
    Die Luzernerin Andrea Isenegger leitete in Beirut für Ärzte ohne Grenzen ein Team von rund 60 Mitarbeitenden, die meisten davon aus dem Libanon. Es ist längst nicht ihr erster Einsatz: Seit fast 30 Jahren arbeitet sie in Krisengebieten weltweit. Was treibt sie an? Andrea Isenegger ist zu Gast bei David Karasek.

  • Der frühere oberste Strafverfolger der Schweiz, Ex-Bundesanwalt Michael Lauber, kritisiert das Strafverfahren in Crans-Montana. Er wirft den Behörden schwere Fehler vor, die der Glaubwürdigkeit der Schweizer Justiz schadeten und stellt sich im Interview auch der Kritik an seiner eigenen Person.

    Der ehemalige Bundesanwalt Michael Lauber kritisiert drei zentrale Punkte der Walliser Strafuntersuchung zur Brandkatastrophe: mangelhafte Kommunikation gegenüber Opfern und Öffentlichkeit, zu wenige Obduktionen und die verspätete Inhaftierung der Barbetreiber zur Beweissicherung.
    Lauber warnt, dass die Fehler in der Strafuntersuchung die Glaubwürdigkeit des gesamten Schweizer Justizsystems in der Öffentlichkeit beschädigen.
    2020 musste Michael Lauber die Bundesanwaltschaft wegen der Fifa-Affäre verlassen. Man warf ihm vor, mit seinen nicht deklarierten Treffen mit dem Fifa-Präsidenten Gianni Infantino den Ruf der Schweiz zu schädigen. Ist er mit seinen eigenen Verfehlungen der Richtige, sich jetzt einzumischen?
    Michael Lauber ist zu Gast bei David Karasek.

  • Erneut gewinnt die Schweiz Silber an einer Eishockey-WM. Eigentlich eine starke Leistung. Doch die Enttäuschung bei Spieler und Trainer ist gross. Warum reicht es noch nicht für Gold? Sportredaktor Christoph Sterchi ist zu Gast bei Simone Hulliger.

    Die dritte Silbermedaille in Folge nach einer Gruppenphase für die Geschichtsbücher. Die aktuelle Mannschaft gilt als goldene Generation, doch die Körnung mit dem Titel blieb aus. Woran liegt das? Gibt es eine Schweizer Hockey-Kultur? Wie ist der Rücktritt von Eishockey-Verbandspräsident Urs Kessler zu interpretieren? Und wie gut schnitt die Schweiz als Organisatorin der WM ab?

    Christoph Sterchi ist Leiter Content und Formate Sport bei SRF, für ihn war es bereits die 19. WM, über die er für SRF berichtete.

  • FDP-Vizepräsident Andrea Caroni kämpft beim neuen Vertragspaket mit der EU an vorderster Front für eine Verfassungsänderung – und damit für höhere Hürden in Form des Ständemehrs. Wie kann er dies mit dem Entscheid der FDP-Delegierten vereinbaren, die nur das Volksmehr wollen?

    Mit dem Ständemehr steigt die Wahrscheinlichkeit, dass das EU-Paket an der Urne durchfällt. Warum riskiert Caroni dies, nach dem Ja der FDP-Delegierten zum Paket? Ist es wirklich fair, wenn durchs Ständemehr die Stimmen der Bürgerinnen und Bürger kleiner Kantone wie Appenzell Ausserrhoden so viel mehr Gewicht bekommen als jene aus grossen Kantonen wie Zürich? Zumal die Verfassung kein Ständemehr vorschreibt?

    Thema in der Samstagsrundschau ist aber auch Caronis Vorstoss für eine neue Form der formellen Partnerschaft, den Pacs: Mehr als ein Konkubinat, aber deutlich weniger als eine Ehe. Wozu braucht es das überhaupt noch? Kann der Pacs etwa gar der Ehe schaden?

    Schliesslich nimmt der Vizepräsident der Gerichtskommission auch Stellung zur Liebesaffäre am Bundesgericht. Schon wird die Revision eines früheren Urteils gefordert, weil sich ein Bundesrichter und eine Bundesrichterin mit ihrer Liason nicht ans Bundesgerichtsgesetz gehalten haben sollen. Welche Konsequenzen soll das haben?

    Andrea Caroni stellt sich in der Samstagsrundschau den kritischen Fragen von Nathalie Christen.

  • Die Schweizer Tech-Industrie blickt mit Sorge auf die internationalen Handelskonflikte. Swissmem-Präsident Martin Hirzel über unsichere US-Zölle, die existenzielle Bedrohung durch die EU und die Folgen des Nahost-Kriegs für die Lieferketten.

    Swissmem-Präsident Martin Hirzel zieht für die Schweizer Tech-Industrie (Maschinen-, Elektro- und Metall-Industrie) eine vorsichtig positive Bilanz zum Start ins Jahr 2026: Aufträge, Umsatz und Exporte legen leicht zu - vor allem dank des Booms bei KI-Datencentern, von dem Elektro- und Energieinfrastrukturfirmen profitieren.

    Schwieriger bleibt die Lage dagegen für viele KMU im klassischen Maschinenbau, die unter geopolitischen Unsicherheiten und der Investitionszurückhaltung leiden. Sorgen bereiten der Branche zudem die US-Zölle sowie neue EU-Zölle auf Stahl, die Schweizer Produzenten stark treffen könnten. Hoffnung setzt die Industrie deshalb auch auf neue Freihandelsabkommen etwa mit den Mercosur-Staaten, das nun im Parlament diskutiert wird.