Avsnitt
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In dieser Folge von âNahost. Nah dran.â spricht El-Gawhary mit dem in Tunesien lebenden Journlaisten Mirko Keilbert, darĂŒber, wie die EU den Migrations-Stopp in Nordafrika ausgelagert hat. Keilbert schildert, dass europĂ€ische Staaten dafĂŒr autoritĂ€re Regime finanzieren und damit ein System unterstĂŒtzen, in dem KĂŒstenwachen, SicherheitskrĂ€fte und Milizen Migrantinnen und Migranten aufhalten oder zurĂŒckdrĂ€ngen. Er beschreibt die teils katastrophalen ZustĂ€nde in Haft- und Sammellagern, in denen Menschen auf engem Raum, ohne ausreichendes Wasser und unter Gewaltandrohung festgehalten werden. Besonders deutlich wird, wie Migration in vielen LĂ€ndern der Region nicht nur politisch instrumentalisiert, sondern auch zu einem GeschĂ€ftsmodell geworden ist. Keilbert berichtet auĂerdem von RĂŒckfĂŒhrungsprogrammen und davon, dass selbst eigentlich humanitĂ€re Organisationen wie IOM und UNHCR unter Druck geraten und an Vertrauen verlieren. Anhand des Schicksals einer jungen Krankenschwester aus Sierra Leone zeigt die Folge, wie Verzweiflung, Perspektivlosigkeit und die Hoffnung auf ein besseres Leben Menschen zu lebensgefĂ€hrlichen Entscheidungen treiben. Zugleich macht die Folge deutlich, dass es in Nordafrika weiterhin viel lokale SolidaritĂ€t gibt, obwohl Zivilgesellschaft und Helfende zunehmend kriminalisiert werden. Am Ende steht die Frage, ob Europa mit Abschottung ĂŒberhaupt eine tragfĂ€hige Lösung verfolgt oder nur neue AbhĂ€ngigkeiten, Gewalt und Erpressung verstĂ€rkt.
Musik: Nour Ashour
Produktion: Felix Tappeimer
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El-Gawhary schildert, dass trotz Waffenstillstands weiterhin zahlreiche PalĂ€stinenser in Gaza getötet werden und groĂe Teile des Gebiets unter israelischer Kontrolle stehen.
Die humanitÀre Lage bleibt dramatisch, da Hilfslieferungen eingeschrÀnkt sind und ein Wiederaufbau faktisch nicht stattfindet.
Der von den USA initiierte Gaza-Friedensrat sollte zentrale politische und administrative Lösungen bringen, doch kaum ein Punkt des Plans wurde umgesetzt.
Parallel dazu hat die Hamas ihren zivilen Verwaltungsapparat aufgelöst, ohne dass klar ist, wer die Kontrolle tatsĂ€chlich ĂŒbernehmen soll.
Treffen des Friedensrats, etwa in Zypern, bleiben intransparent und sorgen durch geleakte Dokumente fĂŒr Kritik, insbesondere wegen geplanter ImmunitĂ€t und Eingriffe in Eigentumsrechte.
Konkrete WiederaufbauplÀne beschrÀnken sich auf temporÀre, streng kontrollierte Zonen in von Israel kontrollierten Gebieten, was als politisches Druckmittel interpretiert wird.
Grundannahme vieler internationaler Akteure ist, dass erst die Entwaffnung der Hamas erfolgen muss, bevor weitere Schritte möglich sind.
El-Gawhary kritisiert, dass dadurch die israelische Besatzung als zentrale Ursache ausgeblendet wird und der gesamte Prozess in einer politischen Sackgasse verharrt.Musik: Nour Ashour
Produktion: Felix Tappeimer
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Saknas det avsnitt?
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In dieser Episode erzĂ€hlt Franz Zauner von der EntfĂŒhrung des TWA-Flugs 74 im September 1970, einem der gröĂten FlugzeugentfĂŒhrungsfĂ€lle jener Zeit, bei dem die palĂ€stinensische PFLP gleichzeitig vier Maschinen in ihre Gewalt brachte. Zauner schildert, wie aus seinem ersten Flug von Frankfurt nach New York plötzlich ein Extremerlebnis wurde, als EntfĂŒhrer mit Pistole und Handgranate das Flugzeug ĂŒbernahmen und es statt nach Westen in Richtung Naher Osten umleiteten. Die Maschine kreiste ĂŒber Beirut und Amman, bevor sie in einer abgelegenen Flugfeld in der jordanischen WĂŒste notlanden musste, wo sie von EntfĂŒhrern, Bewaffneten und spĂ€ter weiteren entfĂŒhrten Flugzeugen umringt wurde. Im Flugzeug herrschten stundenlang Unsicherheit, Hitze, KĂ€lte und Angst, wĂ€hrend die EntfĂŒhrer Passagiere selektierten, PĂ€sse einsammelten. Um eine Befreiungsaktion zu verhindern, wurde die Maschine mit Sprengstoff vermint. . Zauner schildert, wie er schlieĂlich zusammen mit Frauen und Kindern nach Amman gebracht wurde. Dort lebte er unter Hausarrest und fand sich in einem BĂŒrgerkrieg zwischen den PalĂ€stinenser und der jordanischen Armee wieder.
Im zweiten Teil ordnet Karim El-Gawhary die Ereignisse historisch ein und erklĂ€rt den Hintergrund der PFLP und die politische Dynamik zwischen PLO, Fatah und den linken palĂ€stinensischen Gruppen jener Zeit. AuĂerdem berichtet Zauner, wie ihn die Erfahrung bis heute prĂ€gt, wie sie sein Interesse fĂŒr den Nahen Osten geweckt hat und wie er spĂ€ter sogar Kontakte zu ehemaligen Mitreisenden und Beteiligten pflegte.
Musik: Nour Ashour
Produktion: Felix Tappeimer
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Am 30. Juni ist nach 22 Jahren die TĂ€tigkeit von Karim El-Gawhary als Korrespondent des ORF fĂŒr den arabischen Raum zu Ende gegangen. Sein Vertrag wird nicht verlĂ€ngert. Diese Episode ist eine Art Abschieds-Podcast vom ORF. El-Gawhary erzĂ€hlt darin nicht nur, in welch gefĂ€hrliche Situationen er manchmal im Krieg geraten ist. Er reflektiert auch ĂŒber seine Arbeit. Wichtig war ihm dabei, die Menschen in seinen Berichten nicht zu Objekten zu machen â sondern auf Augenhöhe zu Subjekten, die ihre Geschichte erzĂ€hlen.
El-Gawhary kritisiert auch die Nahost-Berichterstattung aller deutschsprachigen Medien, die im Vergleich zu anderen Konflikten mit zweierlei MaĂ misst. Er erzĂ€hlt auch, wie er mit den wiederholten Shitstorms auf den Sozialen Medien umgegangen ist, wo er fĂŒr seine Gaza-Berichterstattung kritisiert wurde. Aber er schildert auch, wie viel öffentliche WertschĂ€tzung ihm entgegenschlug als sich die Nachricht von der Beendigung seines Vertrages verbreitete - inklusive ĂŒber 20.000 Unterschriften, in einer Petition, die zur VerlĂ€ngerung seines ORF-Vertrages aufgerufen hatte und die ihn sehr bewegt hat.
Am Ende spricht er ĂŒber sein berufliche Neuerfindung durch diesen Podcast, den er als GegenstĂŒck zu kurzen Fernsehschaltungen und als Konter gegen unsere sinkende Aufmerksamkeitsspanne beschreibt, mit der entscheidenwir nach fĂŒnf Sekunden, ob wir ein Reel auf den Sozialen Medien weiterschauen. Ein Podcast, sagt er, nimmt sich dagegen die Zeit, die er braucht. Er geht tiefer, motiviert zum Innehalten und Nachdenken
Musik: Nour Ashour
Produktion: Felix Tappeimer
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Karim El-Gawhary spricht in dieser Episode ĂŒber RĂŒckkehr oder Bleiben â wie Syrerinnen und Syrer in Ăsterreich nach Assads Sturz ihre Zukunft zwischen Damaskus und Wien abwĂ€gen. Gast ist Mohammed Nour, seit 2014 in Ăsterreich, inzwischen StaatsbĂŒrger, Menschenrechts- und Kinderrechtsexperte, der offen ĂŒber seine biografische Achterbahnfahrt zwischen Syrien und Ăsterreich spricht. Nour schildert seine RĂŒckkehr nach Damaskus nach Assads Sturz als intensiven Moment zwischen Heimweh, Hoffnung und dem GefĂŒhl, in einem âTraumâ zu leben, erkennt aber spĂ€ter, wie brĂŒchig Sicherheitslage, Rechtsstaatlichkeit und Alltagsstrukturen im Land geblieben sind.Er beschreibt, wie Gewalt, neue Massaker, Machtmonopol und fehlende Ăbergangsgerechtigkeit unter der neuen FĂŒhrung des ĂbergangsprĂ€sidenten Ahmad Al-Scharaa seine anfĂ€ngliche RĂŒckkehr-Euphorie in Skepsis verwandeln.
Parallel dazu erlĂ€utert die Folge, wie schwierig es fĂŒr Syrerinnen und Syrer ist, in Syrien Arbeit, Wohnung, medizinische Versorgung und ein halbwegs wĂŒrdiges Leben zu finden, wĂ€hrend sie in Ăsterreich ĂŒber Jahre mit langen Verfahren, KĂŒrzungen und einem faktischen Druck zur âfreiwilligenâ RĂŒckkehr konfrontiert sind.
Nour erzĂ€hlt vom Frust ĂŒber gestoppte FamilienzusammenfĂŒhrungen nach Assads Sturz und den Unterschied zwischen dem rechtlichen Umgang mit ukrainischen GeflĂŒchteten und Syrerinnen und Syrern, den er auch wissenschaftlich untersucht. Im GesprĂ€ch geht es auĂerdem um IdentitĂ€t, Rassismus und die Frage, ob man jemals âankommtâ, wenn man als âAustro-Syrerâ zwischen gebrochenem Arabisch, sehr gutem Deutsch und stĂ€ndiger Nachfrage nach der âeigentlichen Herkunftâ lebt.
Gegen Ende diskutieren El-Gawhary und Nour, wie der Gaza-Krieg und eine als doppelmoralisch empfundene Haltung Ăsterreichs (âNie wiederâ nicht fĂŒr alle) viele Menschen mit arabischem Hintergrund entfremdet, wĂ€hrend Nour trotzdem auf Rechtsstaatlichkeit und universelle Menschenrechte als MaĂstab besteht.
Musik: Nour Ashour
Produktion: Felix Tappeimer
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Die Verhandlungen in der Schweiz zielen darauf ab, ein fragiles WaffenstillstandsâAbkommen in ein echtes Friedensabkommen zu ĂŒberfĂŒhren; die Runde endete mit einer AbsichtserklĂ€rung, die trotz gegenseitigen Misstrauens einen echten Schritt nach vorne darstellt. In einer gemeinsamen ErklĂ€rung von Katar und Pakistan wurde eine positive, konstruktive AtmosphĂ€re und die Schaffung eines Ausschusses fĂŒr weitere Verhandlungen sowie technischer Arbeitsgruppen hervorgehoben. Konkret wurden zwei DeâEsklationsinstrumente vereinbart: eine Hotline fĂŒr VorfĂ€lle in der StraĂe von Hormus und ein gemeinsamer Krisenstab zur Stabilisierung von Golf und Libanon. Die Umsetzung im Libanon bleibt schwierig, weil die USA und Iran von ihren jeweiligen VerbĂŒndeten abhĂ€ngig sind â Israel beziehungsweise die Hisbollah â und die israelische Regierung mit der AbsichtserklĂ€rung unzufrieden ist. Als praktisches ZugestĂ€ndnis wurden â sozusagen von den USA als Vorkasse - zwei Tranchen eingefrorener iranischer Gelder freigegeben (insgesamt 12 Milliarden Dollar) und das USâFinanzministerium erlieĂ eine 60âtĂ€gige Sanktionsausnahme fĂŒr iranisches Ăl, was Teheran ermöglicht, zum Markpreis zu verkaufen. Iran spricht von Fortschritten bei GesprĂ€chen ĂŒber die Meerenge, den Libanon, Sanktionsregeln und die Freigabe der Gelder, betont aber, man stehe noch am Anfang. Die Atomfragen bleiben vage: Berichte ĂŒber die Bereitschaft, IAEAâInspektoren wieder einzuladen, wurden von USâSeite als Meilenstein gefeiert, ein konkreter Zeitplan dafĂŒr fehlt jedoch.
Wie kann es weitergehen? Mit der Zeit und einem dann vielleicht wachsemden Vertrauen zwischen beiden Seiten, könnten die groĂen verbleibenden LĂŒcken in einem endgĂŒltigen Abkommen doch gefĂŒllt werden. Es ist aber durchaus auch möglich, dass die nĂ€chsten Monate und GesprĂ€che uneindeutig bleiben und die Iraner diese Zeit aussitzen und die US-Vorkasse ausnutzen. In diesem Fall dĂŒrfte es fĂŒr Donald Trump allerdings schwer sein, einen unpopulĂ€ren Krieg mit dem Iran ohne ein wirklich strategisches Ziel wieder aufzunehmen.
Musik: Nour Ashour
Produktion: Felix Tappeimer
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Die Region Nahost gehört zu den weltweit am stÀrksten vom Klimawandel betroffenen Gebieten. Der Arabische Golf erwÀrmt sich etwa doppelt so schnell wie der globale Durchschnitt, wÀhrend sich auch der Mittelmeerraum deutlich schneller aufheizt. Extreme Hitze, Wasserknappheit, Desertifikation und steigende Meeresspiegel bedrohen die Lebensgrundlagen vieler Menschen.
Trotz der negativen Entwicklungen sieht der Vortrag auch einen positiven Trend: Die globale Energiewende wird zunehmend nicht durch Umweltbewusstsein, sondern durch das BedĂŒrfnis nach Energiesicherheit vorangetrieben.
Zwei groĂe Krisen â Russlands Angriff auf die Ukraine und die Unsicherheit rund um die StraĂe von Hormus â haben gezeigt, wie verwundbar Staaten durch fossile Energien sind. Fossile Brennstoffe können als geopolitische Waffe eingesetzt werden, wĂ€hrend erneuerbare Energien nach ihrer Installation weitgehend unabhĂ€ngig von internationalen Konflikten funktionieren
China wird als der entscheidende Gewinner dieser Entwicklung beschrieben. Das Land hat seine Strategie aufgrund seiner starken AbhĂ€ngigkeit von Ălimporten grundlegend verĂ€ndert und ist heute weltweit fĂŒhrend bei Solar- und Windenergie.
China verfĂŒgt ĂŒber eine installierte Solarleistung von fast 900 Gigawatt, produziert enorme Mengen erneuerbarer Energie und exportiert mittlerweile mehr grĂŒne Technologien als die USA fossile Energien. Durch gĂŒnstige Preise und hohe ProduktionskapazitĂ€ten prĂ€gt China zunehmend die Energiesysteme in Afrika, Asien und anderen Regionen.
Ein weiterer Schwerpunkt ist die Umweltbelastung durch Kriege und MilitĂ€rs. MilitĂ€rische Emissionen werden oft nicht erfasst, obwohl sie zu den gröĂten Verursachern von Treibhausgasen gehören. WĂŒrde das MilitĂ€r aller Staaten als eigenes Land gelten, lĂ€ge es bei den Emissionen weltweit auf Platz vier.
Doch paradoxerweise sind es in Kriegen nicht der CO2-Ausstoss militĂ€rischer Hardware oder die Zerstörung, sondern der Wiederaufbau der fĂŒr die mit Abstand meisten Emissionen. Man könne den Menschen in Gaza aber nicht sagen, dass ihre HĂ€user nicht wieder aufgebaut werden können, weil das fĂŒr zu viel Emissionen sorgt. âWir mĂŒssen dafr sorgen, dass nichts zerstört wirdâ, argumentiert El-Gawhary. In diesem Sinne, sagt er, sei der Frieden nicht nur die Abwesenheit von Krieg, sondern rein ökologisch gesehen immer die schadenfreiste Variante.
Musik: Nour Ashour
Produktion: Felix Tappeimer
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Viele Details des US-Iran-Abkommens sind nach dem Jetzt-Stand noch unklar, und selbst nach der Unterzeichnung bleibt vieles offen. Beide Seiten stellen den Deal in ihrer Ăffentlichkeit als Sieg dar, analysiert Karim El-Gawhary.
Bisher bekannte Kernpunkte des US-Iran Deals sind eine Waffenruhe auf allen Fronten, die nach iranischer Forderung ausdrĂŒcklich den Libanon beinhaltet. AuĂerdem soll die US-Seeblockade und im Gegenzug die SchlieĂung der StraĂe von Hormus beendet werden. Innerhalb von 60 Tagen sollen dann die Atomverhandlungen beginnen. Unklarheiten gibt es bei den Sanktionen gegen den Iran und bie der Freigabe eingefrorener iranischer Gelder.
Trump befindet sich in einer schwierigen Lage. Der Deal stellt zunĂ€chst eher den Zustand vor dem Krieg wieder her. Beim Atomprogramm muss Trump erst wieder das Niveau des Obama-Abkommens erreichen. Es ist fraglich, ob er das politisch als âSiegâ verkaufen kann
Die Umsetzung wird nicht einfach. Beide Seiten halten Druckmittel zurĂŒck. Die USA die Sanktionen und Iran der Atomverhandlungen. Schon kleine VerstöĂe könnten das Abkommen kippen
Die Achillesferse ist der Libanon. Israel bleibt dort militÀrisch prÀsent. Die Hisbollah sieht israelische Truppen als legitime Ziele. Das Eskalationsrisiko bleibt damit hoch. Allerdings kontrolliert der Iran die Hisbollah, wÀhrend es fraglich bleibt, ob Trump seinen israelischen Alliierten einbremsen kann. Teile der israelischen Regierung lehnen das Abkommen offen ab. Netanjahu könnte den Deal aktiv unterlaufen
Das wird zu Spannungen zwischen Trump und Netanjahu fĂŒhren. Trump ist auf Israels Verhalten angewiesen, hat aber begrenzten Einfluss auf Netanjahu. Der entwickelt sich zunehmend zur politischen Belastung fĂŒr Trump.
Fazit: Das Abkommen ist ein fragiler Zwischenstand. Entscheidend wird sein, ob es im Libanon hĂ€lt â dort könnte sich entscheiden, ob der Deal Bestand hat oder scheitert.
Musik: Nour Ashour
Produktion: Felix Tappeimer
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Karim El-Gawhary eröffnet die Folge âIm Schatten des Irankriegesâ mit dem Hinweis, dass der Krieg gegen Iran, die Lage am Golf und die Sperre der StraĂe von Hormus die Situation in Gaza aus der öffentlichen Wahrnehmung verdrĂ€ngt haben, obwohl dort weiterhin mehr als zwei Millionen Menschen in einer politisch verursachten Notlage leben. JĂŒrgen Högl vom Ăsterreichischen Roten Kreuz und Marcus Bachmann von Ărzte ohne Grenzen erklĂ€ren, dass sich die Lage auch nach dem vereinbarten Waffenstillstandsplan letzten Oktober nicht verbessert hat. Die israelische Armee kontrolliert groĂe Teile des Gazastreifens, ĂbergĂ€nge bleiben weitgehend geschlossen und Hilfslieferungen liegen weit unter dem Bedarf.
Sie zeigen auf, wie der Fokus auf die âZahl der LKWsâ als Kennziffer die tatsĂ€chliche Versorgungslage verschleiert, da Lastwagen kleiner geworden sind, kommerzielle Waren mitgezĂ€hlt werden und viele humanitĂ€r essenzielle GĂŒter wegen willkĂŒrlich gehandhabter Verbote an der Grenze scheitern.
Anhand konkreter Beispiele â von Desinfektionsmitteln und Plastikteilen fĂŒr Sauerstoffkonzentratoren ĂŒber Medikamente bis hin zu RollstĂŒhlen und KrĂŒcken â machen die GesprĂ€chspartner deutlich, dass Krankenhaus-Hygiene, Intensivmedizin, Brandverletztenversorgung und Reha-Strukturen strukturell sabotiert werden und dadurch vermeidbare TodesfĂ€lle in groĂer Zahl auftreten.
AusfĂŒhrlich beschrieben werden die Folgen fĂŒr die Zivilbevölkerung: Familien, die entscheiden mĂŒssen, nicht wie viel man isst, sondern wer isst, schwere MangelernĂ€hrung bei Schwangeren und Neugeborenen, ĂŒberfĂŒllte BrutkĂ€sten, prekĂ€re UnterkĂŒnfte, Ratten- und Ungezieferplagen, zusammenbrechende Wasser- und Abwassersysteme sowie improvisierte Latrinen, die die Menschen in einen Teufelskreis aus Krankheit und Verwundbarkeit treiben.
Bachmann und Högl betonen, dass weder das Wasser- noch das Gesundheitssystem technische, sondern vor allem politische Probleme haben: Diesel, Schmieröl, Ersatzteile, Generatoren und Pumpen werden blockiert, wĂ€hrend humanitĂ€re Mindeststandards bei Wasser, MĂŒllentsorgung und SanitĂ€rversorgung klar verfehlt werden und internationale Akteure wie Rotes Kreuz, Ărzte ohne Grenzen und UNRWA an KapazitĂ€tsgrenzen stoĂen.
Im GesprĂ€ch reflektieren die GĂ€ste ihre persönliche Frustration darĂŒber, mit voll beladenen Hilfskonvois âvor verschlossenen TĂŒrenâ zu stehen, und warnen vor einer globalen âDehumanisierungâ der PalĂ€stinenserinnen und PalĂ€stinenser in Gaza, die sie als menschengemachte Katastrophe beschreiben, deren Beendigung und deren humanitĂ€re Linderung durch politisches Handeln â auch seitens der EU, Ăsterreichs und regionaler Nachbarn â jederzeit möglich wĂ€re.
Musik: Nour Ashour
Produktion: Felix Tappeimer
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Was wird passieren, wenn die österreichische Doppelmoral in Sachen Völkerrecht nun auch verstĂ€rkt auf internationaler BĂŒhne sichtbar wird? Dieser Frage geht Karim El-Gawhary in dieser Folge nach, nachdem Ăsterreich einen Sitz im UN-Sicherheitstat erhalten hat. Das Messen im Völkerrecht mit zweierlei MaĂ, ob in Israel, Gaza, dem Libanon oder auch bei amerikanisch-israelischen Krieg gegen den Iran, ist in der österreichischen AuĂenpolitik das gleiche, das Deutschland seine internationale GlaubwĂŒrdigkeit und seinen Sitz im UN-Sicherheitsrat gekostet hat. Der einzige Unterschied ist, argumentiert El-Gawhary, dass das kleine Ăsterreich mit seiner Doppelmoral bisher im deutschen Windschatten global weniger wahrgenommen wurde.
Aber der österreichische Sitz im UN-Sicherheitsrat wird das Ă€ndern. Und nicht nur das: Die israelische Regierung, glaubt El-Gawhary, wird versuchen, das kleine Ăsterreich als einen der wenigen verbliebenen VerbĂŒndeten im Sicherheitsrat unter Druck zu setzten und zu instrumentalisieren.
Aber der österreichische Sitz im UN-Sicherheitsrat wird auch die internationale Wahrnehmung der österreichischen AuĂenpolitik mit seinen Doppelstandards sicherlich vergröĂern. Und nicht nur das: Die israelische Regierung wird versuchen, das kleine Ăsterreich als einen der wenigen verbliebenen VerbĂŒndeten im Sicherheitsrat unter Druck zu setzten und zu instrumentalisieren.
Musik: Nour Ashour
Produktion: Felix Tappeimer
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Karim El-Gawhary beschreibt in dieser Episode ein neues Eskalationsniveau im Iran-Israel-Konflikt: Nach israelischen Angriffen auf Beirut greift der Iran nun direkt Israel mit Raketen an, woraufhin Israel wiederum Ziele im Iran bombardiert. Zentral ist die Strategie Irans, die libanesische und iranische Front untrennbar miteinander zu verbinden: Nur wenn der Krieg im Libanon endet, sollen auch im Iran die Waffen schweigen und ein Abkommen mit den USA möglich werden. Aus Sicht Teherans ist der aktuelle Waffengang ein bewusster Test, ob Trump in der Lage und willens ist, Netanjahu im Libanon zu stoppen, oder ob Israel weiterhin jeden Ausgleich zwischen Washington und Teheran sabotieren kann.
Gelingt es Trump nicht, Israel im Libanon zu bremsen, droht laut El-Gawhary eine weitere Eskalation â von möglichen iranischen Aktionen an der Meerenge Bab el-Mandab bis hin zu Angriffen auf Ălanlagen und Pipelines am Golf, die derzeit die Sperrung der StraĂe von Hormuz umgehen. El-Gawhary schlieĂt mit der EinschĂ€tzung, dass Trump an einem entscheidenden Kreuzweg steht: Entweder investiert er ernsthaft politisches Kapital, um den Krieg im Libanon zu stoppen, oder er riskiert langfristig eine noch tiefere Verstrickung der USA in einen direkten Krieg mit dem Iran.
Musik: Nour Ashour
Produktion: Felix Tappeimer
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Im zweiten Teil des GesprĂ€chs von Karim El-Gawhary mit seinem Vater Magdi El-Gawhary geht es wieder um die persönliche Familiengeschichte rund um das Olympia-Attentat von 1972 und dessen Nachwirkungen in Deutschland und Ăgypten. Magdi El-Gawhary schildert die traumatische Nacht-und-Nebel-Aktion, seine Jahre fern der Familie und den langen Rechtsstreit, der erst nach Jahrzehnten in ein garantiertes Aufenthaltsrecht und spĂ€ter die EinbĂŒrgerung mĂŒndet.
Im GesprÀch geht es auch darum, warum die Idee die Geiseln und TÀter nach Kairo auszufliegen und dort zu trennen gescheitert ist. Die Geiseln hÀtten gerettet werden können, aber die israelische Staatsdoktrin nicht mit Terroristen zu verhandeln und das Ziel der deutschen Politik, die Olympischen Spiele um jeden Preis fortzusetzen, hÀtten das verhindert, argumentiert Magdi.
Er erzĂ€hlt auch von spĂ€teren Begegnungen mit einem damaligen jungen Polizisten, der bei der gescheiterten Befreiungsaktion am Flughafen von FĂŒrstenfeldbruck dabei war, einem Treffen mit der PLO-FĂŒhrungsperson Abu Iyad, der als Drahtzieher des Anschlags galt, sowie mit Ankie Spitzer, der Sprecherin der Angehörigen der damals getöteten israelischen Athleten. Kritisch diskutiert werden die dilettantische deutsche Sicherheitsplanung, ungeklĂ€rte Fragen rund um die Fehlinformation ĂŒber angeblich befreite Geiseln, sowie die unzureichende Aufarbeitung des Anschlags sowie die verbliebenen Fragen, die bis heute ungeklĂ€rt sind.
Die Folge thematisiert auĂerdem, wie das Olympia-Attentat und die Ausweisung des Vaters die Kindheit von Karim El-Gawhary prĂ€gten, wie seine frĂŒhen Begegnungen mit Journalisten dazu fĂŒhrten, selbst diesen Beruf zu ergreifen. Zum Schluss reflektieren beide, wie das StĂŒck Zeitgeschichte und dessen Folgen sich mit ihrer privaten Biografie und Familiengeschichte verschrĂ€nkt haben.
Links zur Folge:
#1 Interview mit meinem Vater: Ăber das Attentat von MĂŒnchen 1972, Teil 1
Kamera: Aiman Atef
Musik: Nour Ashour
Produktion: Felix Tappeimer
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Karim El-Gawhary nimmt die Hörerinnen und Hörer mit nach Libanon und beschreibt, wie die israelische Armee mit massiven Angriffen und einem Vormarsch bis zur Kreuzritterburg Beaufort einen gefĂ€hrlichen Kurs fĂ€hrt, der stark an die Besatzung des SĂŒdlibanon von 1982 bis 2000 erinnert. Er legt dar, dass Israels politische Rechnung nur aufgehen könnte, wenn die schwache libanesische Regierung die Hisbollah entwaffnet â ein Szenario, das er als unrealistisch und potenziell bĂŒrgerkriegsgefĂ€hrdend bewertet. Zugleich erklĂ€rt El-Gawhary, wie die erneute PrĂ€senz israelischer Truppen der Hisbollah als âSchutzmachtâ der schiitischen Bevölkerung neue LegitimitĂ€t und ein riesiges Rekrutierungspotenzial verschafft. Auf diplomatischer Ebene zeigt er, wie der Iran die Verhandlungen mit den USA aussetzt, solange kein echter Waffenstillstand im Libanon erreicht ist, und wie Donald Trumps Versuche, einen fragilen Waffenstillstand zu vermitteln, an den RealitĂ€ten vor Ort zu scheitern drohen. Am Ende warnt El-Gawhary mit Verweis auf den israelischen Kolumnisten Gideon Levy vor einem dramatischen Moment, in dem sich entscheidet, ob Israel in einen umfassenden Libanonkrieg und damit in eine erneute Eskalation mit Iran und im gesamten Nahen Osten steuert.
Musik: Nour Ashour
Produktion: Felix Tappeimer
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Ein sehr persönliches GesprÀch mit dem eigenen Vater Magdi, der bei Olympia-Anschlag 1972 zwischen den deutschen Behörden und den palÀstinensischen AttentÀtern vermittelt hat. Das GesprÀch zwischen Vater und Sohn beleuchtet nicht nur die dramatischen Ereignisse rund um den Anschlag, sondern auch dessen langfristige Auswirkungen auf die Familie und wirft kritische Fragen zur offiziellen Aufarbeitung auf.
Am 5. September 1972 ĂŒberfiel ein palĂ€stinensisches Kommando der Organisation âSchwarzer Septemberâ das israelische Quartier im Olympiadorf MĂŒnchen und nahmen elf Athleten als Geiseln, zwei wurden sofort erschossen. Der damals 31-jĂ€hrige Magdi El-Gawhary wurde als Nahost-Experte vom AuswĂ€rtigen Amt als Vermittler eingesetzt und fĂŒhrte GesprĂ€che mit dem FĂŒhrer Issa, um eine friedliche Lösung zu erreichen. Gemeinsam mit arabischen Diplomaten entwickelte er einen Ausreiseplan nach Ăgypten, doch stattdessen endete die Geiselnahme in einer katastrophal gescheiterten Befreiungsaktion am Flughafen FĂŒrstenfeldbruck mit 17 Toten. Trotz Dankesschreibens des AuswĂ€rtigen Amts wurde Magdi zwei Wochen spĂ€ter in einer Nacht-und-Nebel-Aktion ausgewiesen und verbrachte zweieinhalb Jahre im Ă€gyptischen Exil. Nach einem zehnjĂ€hrigen Rechtsstreit erhielt er ein garantiertes Aufenthaltsrecht, erst 20 Jahre nach der Ausweisung wurde er eingebĂŒrgert.
Kamera: Aiman Atef
Musik: Nour Ashour
Produktion: Felix Tappeimer