Avsnitt
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Dänemark hat in den vergangenen Jahren ein Tempo bei der Elektromobilität vorgelegt, das aus deutscher Perspektive fast unwirklich wirkt. Vor acht Jahren waren weniger als 10.000 E-Autos auf dänischen Straßen unterwegs, heute sind es mehr als 600.000. Jedes fünfte Auto im Land fährt vollelektrisch, es gibt inzwischen mehr Stromer als Diesel-Pkw, und der Branchenverband Mobility Denmark rechnet damit, dass Dänemark die Marke von einer Million E-Autos bereits in den kommenden Jahren überschreitet. Wie konnte das gelingen? Genau dieser Frage gehe ich in der aktuellen Folge des Elektroauto-News-Podcasts gemeinsam mit Ilyas Dogru nach.
Ilyas ist Chefberater und Verbraucherökonom beim FDM, dem dänischen Pendant zum ADAC. Seit acht Jahren beobachtet und kommentiert er den dänischen Markt rund um Elektromobilität, Steuerpolitik und Ladeinfrastruktur. Wir treffen uns für das Gespräch in Kopenhagen und fahren anschließend gemeinsam zu mehreren Ladepunkten, um nicht nur über den dänischen Markt zu reden, sondern ihn direkt zu sehen.
Im Gespräch arbeiten wir die Bausteine des dänischen Erfolgs heraus. Wir sprechen über die Zulassungssteuer, die fossile Pkw mit bis zu 150 Prozent belegt und Stromer im Gegenzug spürbar entlastet. Wir schauen auf die Stromsteuer-Erstattung beim Heimladen, die das Fahren zusätzlich verbilligt. Wir diskutieren den dänischen Lademarkt mit über 60.000 öffentlichen Ladepunkten, mehr als 7000 Schnellladern und Marktpreisen von rund 47 Cent ad hoc – und werfen einen Blick zurück auf eine Zeit, die Ilyas selbst als Wilden Westen bezeichnet, bevor klare Regulierung Ordnung in den Markt brachte.
Zentral ist unser Gespräch über die digitale Infrastruktur. Jeder dänische Haushalt verfügt über einen Smart Meter, dynamische Tarife sind Standard, und das Heimladen lässt sich automatisiert in günstige Zeitfenster verschieben. Genau hier sieht Ilyas die größte deutsche Schwäche – und er sagt es offen. Zum Schluss schauen wir auf die Baustellen, die auch Dänemark noch bewältigen muss: das Recht auf Laden in Mehrfamilienhäusern, die anstehende politische Entscheidung zur künftigen E-Auto-Besteuerung und den Sprung zum bidirektionalen Laden, mit dem das E-Auto zur mobilen Batterie für das Stromnetz wird.
Eine Folge mit vielen konkreten Zahlen, klaren Einordnungen und einem ehrlichen Blick darauf, was Deutschland aus dem dänischen Vorgehen mitnehmen kann. Viel Spaß beim Hören. -
In dieser Folge spreche ich mit Brigitte Zelger, Mitinhaberin des Green Luxury Hotel Pfösl im Südtiroler Eggental. Das Pfösl gehört zu den wenigen Hotels in der Region, die nach dem GSTC-Standard zertifiziert sind – einer der anspruchsvollsten Nachhaltigkeitsauditierungen in der gesamten Hospitality-Branche. Ich hatte die Möglichkeit, das Gespräch direkt vor Ort zu führen, was nochmal einen ganz anderen Einblick gibt als jedes Remote-Interview.
Wir sprechen darüber, wie das Pfösl seinen CO2-Fußabdruck pro Gast von rund 29 auf etwa 15 Kilogramm gesenkt hat – nicht durch einen einzigen großen Umbau, sondern durch viele kleine Entscheidungen über Jahre. Ein Beispiel, das hängen bleibt: Als das Hotel sein Salatbuffet durch eine frisch servierte Salatbowl ersetzte, sank die Menge an Biomüll innerhalb von drei Wochen auf 30 Prozent des vorherigen Wertes. Kein Invest, keine große Kampagne – nur eine andere Entscheidung in der Küche.
Ein weiterer Schwerpunkt im Gespräch ist das Netzwerk aus regionalen Produzent:innen, das das Pfösl in den vergangenen Jahren aufgebaut hat. Gemüse, Fleisch, Wein, Obst – das Hotel weiß bei jedem Produkt, woher es kommt und wie es angebaut wird. Diese Nähe zu den Lieferant:innen ist keine Kommunikationsstrategie, sondern Teil des täglichen Betriebs. Zuletzt waren verschiedene Erzeuger:innen direkt im Hotel zu Gast und haben den Gästen ihre Produkte vorgestellt.
Wir reden auch über die Arbeitsbedingungen im Betrieb. Das Pfösl hat die Fünf-Tage-Woche eingeführt, arbeitet mit einem jährlichen "Audit Familie und Beruf" und hat eine Führungsebene unterhalb der Inhaberfamilie aufgebaut. In einer Branche mit traditionell hoher Fluktuation ist das kein Selbstläufer.
Und wir sprechen ganz offen über die Kosten: Nachhaltigkeit ist nicht günstig. Brigitte schildert aber auch, wie schnell sich konkrete Einsparungen gezeigt haben – angefangen bei der Mülltrennung bis hin zum Wassermanagement, das monatlich gemessen wird. Was man nicht misst, kann man nicht verändern – das zieht sich als Grundprinzip durch das gesamte Gespräch.
Eine Folge für alle, die wissen wollen, wie Nachhaltigkeit im Alltag eines Familienbetriebs wirklich aussieht – jenseits von Labels und Hochglanzbroschüren. -
Saknas det avsnitt?
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Im aktuellen Podcast spreche ich mit Max Brandt, CEO von strato7 und Autor des Buches "China Speed – Schnelle neue Welt." Max ist kein Unbekannter in der Branche: Als früherer Geschäftsführer von Electric Brands hat er die Gründerjahre der deutschen E-Mobilitätswelt hautnah miterlebt – inklusive der schmerzhaften Erfahrung einer Insolvenz, die er offen anspricht. Heute berät er mit seinem Team am Campus der RWTH Aachen Automobilhersteller, Zulieferer und KMU bei Transformationsprozessen und internationalen Strategiefragen. Und er weiß, wovon er redet: über 150 Mal war er bereits in China vor Ort.
Das Gespräch dreht sich um eine Frage, die mich schon länger beschäftigt: Was genau steckt hinter China Speed – und was können wir in Europa daraus lernen, ohne die eigenen Stärken aus dem Blick zu verlieren? -
In dieser Folge spreche ich mit Dr. Carl Phillip Tüllmann-de Lima, bei GP Joule Connect verantwortlich für den Bereich Commercial Vehicle and Fleet Charging. Charly, wie er in der Branche bekannt ist, gibt einen ehrlichen Einblick in den aktuellen Stand der Ladeinfrastruktur für E-Lkw in Deutschland – mit allen Fortschritten und den Stellen, an denen es noch klemmt.
Wir starten mit der Frage, wie sich die Stimmung in der Speditionswelt verändert hat. Noch vor einem Jahr war Elektromobilität im Schwerlastverkehr für viele ein Reizthema. Heute öffnen sich Türen, die Mautbefreiung zeigt Wirkung und immer mehr Unternehmen rechnen ernsthaft durch, ob der Umstieg für sie funktioniert. Charly beschreibt, wie GP Joule Connect dabei vorgeht: vom Netzantrag über das Ladekonzept bis zur Frage, wie viele Ladepunkte ein Depot tatsächlich braucht.
Dabei wird schnell klar, dass nicht jedes Projekt aufgeht. Charly benennt offen die drei größten Kostentreiber: Netzanschlüsse mit teils sprunghaft steigenden Baukostenzuschüssen, Tiefbauarbeiten bei Neuversiegelung und die nach wie vor hohen Lkw-Preise. In einem konkreten Beispiel aus Nordhessen verdoppelten sich die Netzanschlusskosten innerhalb weniger Monate.
Besonders spannend wird es beim Thema Betrieb und Service. GP Joule Connect hat die eigene Servicemannschaft verdoppelt und setzt auf Redundanz in der Ladeinfrastruktur – vom zusätzlichen Ladepunkt bis zum KI-basierten Monitoring. Charly sagt klar: Wenn die Ladesäule nicht funktioniert, verliert die Branche das Vertrauen der Spediteur:innen.
Darüber hinaus sprechen wir über einen Aspekt, der oft unterschätzt wird: Die Elektrifizierung verändert nicht nur den Antrieb, sondern ganze Betriebsabläufe. Disposition, Fahrer:innen und Facility Management müssen eingebunden werden. Einige Unternehmen stellen bereits Energiemanager:innen ein, die Ladezeiten und Stromkosten optimieren.
Am Ende zieht Charly eine Art Zwischenbilanz. GP Joule führt eine interne Ampel für die wichtigsten Rahmenbedingungen – von der Serienverfügbarkeit der Trucks bis zu den Strompreisen. Fast alles steht auf Grün. Was fehlt: mehr öffentliche Lkw-Ladepunkte auf der Langstrecke und schnellere Rückmeldungen der Netzbetreiber. Ein Gespräch, das zeigt, wie pragmatisch die Branche an dem Thema arbeitet – und wo es politisch noch Nachholbedarf gibt. -
In dieser Folge des Elektroauto-News-Podcasts ist Max Nastold zu Gast, Geschäftsführer von KazenMaier Leasing. Das Unternehmen zählt zu den erfahrensten Full-Service-Leasinggesellschaften im Bereich Elektromobilität in Deutschland — mit einer Praxishistorie, die bis ins Jahr 2011 zurückreicht.
Im Gespräch geht es um die zentralen Themen, die das E-Auto-Leasing aktuell bewegen: Restwerte gebrauchter Elektroautos, die Wirtschaftlichkeit von Elektrofahrzeugen in gewerblichen Flotten und die Frage, wie sinnvoll das neue Förderprogramm der Bundesregierung tatsächlich ist. Nastold argumentiert, dass die Subventionierung von Privatkäufer:innen strukturell am falschen Punkt ansetzt — und erklärt, warum Flotten wie Sozialstationen, Carsharing-Anbieter oder Handwerksbetriebe der deutlich wirkungsvollere Hebel wären.
Ein weiterer Schwerpunkt ist die Restwertentwicklung bei Elektroautos. Die starke Volatilität der vergangenen Jahre flacht laut Nastold ab, bleibt aber ein kritisches Steuerungselement für jede Leasinggesellschaft. Wer Fahrzeuge über unrealistische Restwerte in den Markt drückt, löst kurzfristig Absatz aus — und langfristig Probleme. Das Gegenmodell: konservatives Restwertmanagement, langfristige Partnerschaften und das Verständnis, dass eine Leasinggesellschaft gebrauchte Fahrzeuge produziert, die nach zwei bis drei Jahren in den Gebrauchtwagenmarkt übergehen.
Auch der internationale Wettbewerb ist Thema. Nastold ordnet ein, wie amerikanische und chinesische Hersteller den deutschen Markt einschätzen — und wo sie strategisch falsch liegen. Der deutsche Markt funktioniert zu einem großen Teil über Leasing, nicht über Barkauf. Wer das nicht versteht, wird langfristig scheitern, egal wie stark das Produkt ist. -
In dieser Folge spreche ich mit Prof. Dr.-Ing. Achim Kampker, Leiter des Lehrstuhls PEM an der RWTH Aachen und Projektleiter von FastBat. Kampker ist seit über anderthalb Jahrzehnten in der Elektromobilitätsforschung aktiv – bekannt durch den StreetScooter, arbeitet er heute an einem Vorhaben, das strukturell anders ansetzt als viele Batterieprojekte zuvor.
FastBat steht für "Cluster Fast Battery Customization" und wird mit 50 Millionen Euro aus dem Transformationsfonds Rheinisches Revier gefördert. Die Kernidee: Kein weiteres Massenproduktionsprojekt, das mit Asien konkurrieren will, sondern ein vollständiges Ökosystem für maßgeschneiderte Batteriezellen und -module – für Drohnen, stationäre Speicher, Dual-Use-Anwendungen und kritische Infrastruktur. Also genau dort, wo Standardzellen nicht passen und wo europäische Stärken tatsächlich zum Tragen kommen können.
Im Gespräch erklärt Kampker, warum dieser Nischenansatz strategisch sinnvoll ist und kein Umweg: Wer individuelle Leistungsprofile, unabhängige Lieferketten oder extreme Haltbarkeitsanforderungen braucht, zahlt für eine maßgeschneiderte Batterie nicht mehr, weil sie aus Deutschland kommt – sondern weil sie einen Mehrwert liefert, der sich rechnet. Das ist ein anderes Argument als das, das in der Öffentlichkeit meistens geführt wird.
Wir sprechen auch über Geschwindigkeit. Europa liegt beim Entwicklungstempo aktuell deutlich hinter Asien. Kampker beschreibt, wie KI-gestützte Methoden gezielt eingesetzt werden sollen, um Elektrodenentwicklung zu beschleunigen und Testprozeduren abzukürzen – ohne zu behaupten, dass KI die Arbeit alleine macht. Dazu kommt ein konsequent kreislauforientierter Produktionsprozess: direktes Recycling von Ausschuss, Lasertrocknung statt Heißluft, Energieeffizienz als Konstruktionsprinzip.
Ein eigenes Thema ist der geografische Kontext. FastBat entsteht bewusst im Rheinischen Revier – in einer Region, die lange von Braunkohle geprägt war. Kampker zieht eine Analogie, die mehr ist als Rhetorik: Energie wurde früher in Kohle gespeichert und verbrannt, künftig wird sie in Batterien gespeichert. Die Region soll zum Batteriefeld Europas werden, durch räumliche Clusterbildung und die Vernetzung von Forschung, Industrie und Investoren.
Am Ende richtet Kampker klare Erwartungen an beide Seiten: die Politik beim Bürokratieabbau und die Industrie beim Mut zu Risiken. FastBat hat sich messbare Ziele gesetzt – Startups, Produkte, Arbeitsplätze. In fünf Jahren wird man sehen, ob sie eingelöst wurden. -
Wie alltagstauglich ist ein Elektroauto wirklich – besonders für Menschen, die beruflich viel unterwegs sind? In dieser Podcast-Folge spreche ich mit Marco Strese über seine Erfahrungen nach rund zwei Jahren Elektromobilität. Marco arbeitet im Außendienst und fährt täglich viele Kilometer. Damit gehört er zu einer Gruppe von Autofahrern, für die Reichweite, Ladeinfrastruktur und Zuverlässigkeit besonders wichtig sind.
Im Gespräch werfen wir einen Blick darauf, wie sich sein Alltag mit dem Elektroauto entwickelt hat. Marco berichtet, warum er nach seinem Umstieg vom Verbrenner weiterhin überzeugt elektrisch fährt und welche Veränderungen er beim Reisen, Laden und Planen von Strecken erlebt hat. Besonders interessant: Seine Erfahrungen auf der Langstrecke zeigen, dass Schnellladen heute oft nur kurze Zwischenstopps erfordert.
Ein Thema ist auch die häufig diskutierte Reichweitenangst. Aus Sicht des Vielfahrers spielt sie im Alltag kaum noch eine Rolle. Stattdessen beschreibt Marco, wie sich das Fahrverhalten mit einem Elektroauto verändert und warum Ladepausen heute oft besser in längere Fahrten integriert werden können.
Neben den positiven Erfahrungen sprechen wir auch über Herausforderungen. Dazu gehören Softwareprobleme bei seinem Audi A6 e-tron, die anfangs für Frust sorgten. Gleichzeitig zeigt das Beispiel, wie stark moderne Autos von Software abhängig sind – unabhängig davon, ob sie elektrisch oder mit Verbrennungsmotor unterwegs sind.
Darüber hinaus gibt Marco drei konkrete Tipps für Menschen, die über den Umstieg auf ein Elektroauto nachdenken. Dabei geht es unter anderem um die Wahl des passenden Modells, das eigene Fahrprofil und die Bedeutung einer Probefahrt im Alltag.
Der Podcast bietet damit einen praxisnahen Einblick in den Alltag eines Elektroautofahrers, der regelmäßig auf Langstrecken unterwegs ist. Themen wie Ladeinfrastruktur, Schnellladen, Wallbox zu Hause, Dienstwagenregelungen und Energieunabhängigkeit spielen dabei ebenso eine Rolle wie persönliche Erfahrungen und Learnings aus mehreren Jahren Elektromobilität.
Wer wissen möchte, wie sich Elektromobilität im Alltag eines Vielfahrers tatsächlich anfühlt, bekommt in dieser Folge einen authentischen Einblick aus der Praxis. -
Im aktuellen Podcast spreche ich mit Max Lion Scherer, COO von Monta, im Headquarter des dänischen Software-Anbieters in Kopenhagen. Max ist seit etwas über fünf Jahren an Bord, also fast seit Gründung. Gemeinsam mit Casper hat er eine Plattform aufgebaut, die heute zu den jüngsten und gleichzeitig dynamischsten Marktteilnehmern im europäischen Lademanagement zählt.
Wir sprechen darüber, wie Monta sich positioniert: als reiner Software-Anbieter, der das Charge-Point-Management für Betreiber von Ladeinfrastruktur abdeckt – von der Endkundenanwendung über Tarifgestaltung und Flottenlösungen bis hin zur Zahlungsabwicklung und Roaming. Max erklärt, warum die zentrale These des Gesprächs lautet: Hardware ist nicht das Problem, Software ist die Lösung. Wer als Betreiber Geld verdienen will, muss bei den operativen Kosten ansetzen, und genau hier sieht er den Hebel der Plattform.
Ein wichtiger Teil des Gesprächs dreht sich um das schwierige Jahr 2025, in dem Monta knapp ein Fünftel der Belegschaft entlassen musste. Max ordnet diesen Schritt offen ein und beschreibt, wie das Unternehmen den Markt überschätzt hat – und warum die Entwicklung jetzt wieder nach oben zeigt. 120 Prozent Wachstum bei den Ladevorgängen im vergangenen Jahr sind ein deutliches Signal.
Besonders intensiv wird es beim Thema Künstliche Intelligenz. Monta setzt KI an drei Stellen ein: im Chatbot, im Voice-Support am Telefon und im Network Operations Center Agent für die Fehleranalyse. Der Voice-Agent nimmt innerhalb einer Sekunde ab, löst nach rund zwei Minuten das Anliegen und beantwortet je nach Betreiber 70 bis 80 Prozent aller Anrufe – in 13 Sprachen. Auch die vorausschauende Wartung rückt damit näher, ein Schlüsselelement für Depot- und Flottenladen.
Außerdem geht es um den Vergleich der Märkte: Dänemark liegt bei über 90 Prozent E-Anteil bei Neuzulassungen, Deutschland bei vier Prozent in der Flotte. Über 70 Prozent des aktuellen Wachstums von Monta kommen aus Migrationen bestehender Betreiber von anderen Plattformen, fast 100.000 Ladepunkte wurden bereits übernommen. Max wirft am Ende einen Blick auf die nächsten drei bis fünf Jahre und benennt klar, was Betreiber leisten müssen, damit öffentliches Laden für die Masse funktioniert. -
In dieser Podcast-Folge von Elektroauto-News spreche ich mit Mark Hoelling, Gründer von eScotee und Fachberater für Mikromobilität sowie Mobilitätsmarketing, über einen Bereich der Elektromobilität, der häufig unterschätzt wird: die sogenannte kleine E-Mobilität. Gemeint sind E-Bikes, Lastenräder, E-Scooter, elektrische Motorroller, Microcars und gewerbliche Spezialfahrzeuge – also alles, was kleiner ist als ein Auto und lokal emissionsfrei unterwegs ist.
Die Zahlen zeigen deutlich, welche Relevanz dieser Markt bereits hat: Rund 17,5 Millionen E-Bikes fahren aktuell auf Deutschlands Straßen. Hinzu kommen etwa 1,3 Millionen Lastenräder, überwiegend elektrisch, sowie rund 1,5 Millionen E-Scooter. Demgegenüber stehen gut zwei Millionen Elektro-Pkw. In Stückzahlen ist Mikromobilität damit längst der größte Teil der E-Mobilität. Genau hier setzt unser Gespräch an: Warum wird dieser Bereich in der öffentlichen Debatte dennoch oft als Randthema behandelt?
Ein Schwerpunkt der Folge liegt auf der Frage, wie Mikromobilität erfolgreich vermarktet werden kann. Mark beschreibt das zentrale Problem vieler Anbieter: Sie müssen nicht nur ihr Produkt erklären, sondern zunächst eine ganze Fahrzeugkategorie im Bewusstsein der Menschen verankern. Stichwort „Mental Availability“ – also die mentale Verfügbarkeit einer Mobilitätsoption im entscheidenden Moment. Nur was im Kopf präsent ist, wird auch in Betracht gezogen.
Mit seinem Ansatz des „Pooled Category Marketing“ verfolgt Mark eine kooperative Strategie. Statt isoliert um Marktanteile zu kämpfen, schließen sich Hersteller für gemeinsame Kampagnen und Events zusammen. Ein Beispiel sind die „New Mobility Days“ in Hamburg, bei denen Showrooms von Elektroauto-Marken temporär auch kleine elektrische Fahrzeuge präsentieren. Ziel ist es, Sichtbarkeit für die gesamte Kategorie zu schaffen und neue Zielgruppen zu erreichen.
Darüber hinaus diskutieren wir Themen wie Reichweitenangst, Ladeinfrastruktur und die Wirkung von Kaufprämien. Marks These: Reichweitenangst ist häufig Infrastrukturangst – und diese sei in weiten Teilen Westeuropas faktisch unbegründet. Statt immer neuer Förderprogramme plädiert er für gezielte Kommunikationsstrategien, die bestehende Infrastruktur und gesunkene Fahrzeugpreise transparenter machen.
Ein weiteres Thema ist die „Wahl zum Autoersatz des Jahres“, eine groß angelegte Befragung mit über 10.000 Teilnehmenden, die aufzeigt, warum Menschen ihr Auto ganz oder teilweise ersetzen möchten. Ergänzt wird das durch den geplanten Kleinanzeigen-Marktplatz für neue und gebrauchte Mikromobilitätsfahrzeuge – ein Schritt hin zu mehr Markttransparenz und Professionalisierung.
Zum Abschluss werfen wir noch einen Blick auf den Pkw-Markt: Preisparität zwischen Elektroauto und Verbrenner rückt näher, Batteriekosten sinken, Technologien wie LFP- und Natrium-Ionen-Batterien gewinnen an Bedeutung. Die zentrale Frage bleibt: Wann kippt der Markt endgültig?
Wenn dich Themen rund um Elektromobilität, Mikromobilität, Autoersatz und Marktstrategien beschäftigen, ist diese Folge eine fundierte Einordnung mit klarer Perspektive aus Praxis und Marketing. -
In dieser Podcast-Folge von Elektroauto-News spreche ich mit Gianfranco Pizzuto über die Entwicklung der Elektromobilität seit ihren frühen Anfängen – und darüber, warum sich E-Mobilität am Ende nicht ideologisch, sondern wirtschaftlich durchsetzt.
Gianfranco ist seit 2007 unternehmerisch in der Branche aktiv. Er war früh bei Fisker Automotive in Kalifornien beteiligt, investierte eigenes Kapital und begleitete den Weg des Fisker Karma bis zur Produktion in Finnland. Nach technischen Problemen und der Insolvenz des Batterieherstellers folgte die Chapter-11-Phase – ein Einschnitt, aber kein Ausstieg aus der Elektromobilität.
Wir sprechen über diese Pionierzeit, über fehlende Ladeinfrastruktur, Prototypen mit Verlängerungskabeln im Kofferraum und über die wirtschaftlichen Risiken einer jungen Industrie. Anschließend geht es um seinen Grauimport des elektrischen Fiat 500 nach Deutschland, Österreich, Italien und in die Schweiz – inklusive eigener Batterieentwicklung und Schnellladesystem. Ein Projekt, das zeigt, wie schnell sich der Markt weiterentwickelt.
Heute ist Gianfranco als Chief Sales Officer bei XYTE Mobility aktiv und baut ein Vertriebsnetz für einen dreirädrigen, vollelektrischen L5e-Scooter mit Sicherheitszelle auf. Wir diskutieren, warum Elektromobilität nicht einfach den Verbrenner ersetzt, sondern Mobilität neu strukturiert: kleinere Fahrzeuge, weniger Besitz, mehr urbane Lösungen. Themen wie Mikromobilität, Pendlerkonzepte und Flächeneffizienz spielen dabei eine zentrale Rolle.
Ein weiterer Schwerpunkt der Folge: Strompreise, Photovoltaik, bidirektionales Laden und die Frage, warum Ladeinfrastruktur und Energiepreise entscheidend für die Akzeptanz von Elektroautos sind. Wenn an Schnellladesäulen bis zu ein Euro pro Kilowattstunde verlangt wird, während erneuerbarer Strom für wenige Cent produziert werden kann, entsteht ein strukturelles Problem.
Diese Episode richtet sich an alle, die sich für Elektromobilität, Ladeinfrastruktur, Energiepolitik, urbane Mobilitätskonzepte und die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der Transformation interessieren.
Wenn du Fragen zur E-Mobilität hast oder Themenvorschläge einbringen möchtest, schreib mir gerne. Und wenn dir der Podcast gefällt, freue ich mich über eine Bewertung auf deiner bevorzugten Plattform. -
In dieser Podcast-Folge spreche ich mit Georg Bruce Salinas über einen Perspektivwechsel, der exemplarisch für viele Entwicklungen in der Elektromobilität steht. Georg ist seit fast 20 Jahren in der Automobilbranche aktiv. Seine Stationen reichen vom klassischen Autohandel unter anderem bei Volvo über den Wechsel zu Nio bis hin zur Tätigkeit im Bereich Ladeinfrastruktur. Seine berufliche Reise zeigt, wie sich Sichtweisen auf Elektroautos, Ladeinfrastruktur und Beratung im Autohaus verändern können.
Zu Beginn seiner Laufbahn standen Leistung, Verbrennungsmotoren und klassische Sportmodelle im Mittelpunkt. Elektromobilität spielte für ihn lange keine Rolle. Reichweitenangst, Zweifel an der Batterieproduktion und typische Stammtischargumente begleiteten auch seine eigene Haltung. Der Wendepunkt kam im Autohaus. Kunden fragten nach Ladeleistung, Wärmepumpe und Batterietechnik – und wussten teilweise mehr als der Verkäufer. Dieses Ungleichgewicht machte deutlich, wie groß der Schulungsbedarf im Autohandel war und teilweise noch ist.
Ein zentrales Thema der Folge ist daher die Qualifizierung im Vertrieb. Warum fällt es vielen Verkäufern schwer, Elektroautos überzeugend zu erklären? Welche Rolle spielen Hersteller, wenn es um Schulungen und Produktwissen geht? Und was bedeutet es für die Elektromobilität, wenn Beratung am Point of Sale unsicher oder halbherzig erfolgt? Georg schildert, warum Überzeugung und Fachwissen entscheidend sind, um Kunden kompetent durch Themen wie Ladeleistung, Reichweite und Alltagstauglichkeit zu führen.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Thema Ladeinfrastruktur. Nach seiner Zeit bei Nio wechselte Georg in ein Unternehmen mit Fokus auf AC-Ladelösungen. Dabei geht es nicht um Schnellladen an der Autobahn, sondern um Ladepunkte dort, wo Autos ohnehin stehen – im Hotel, im Parkhaus, beim Einkaufen oder am Arbeitsplatz. Die zentrale These: Wenn ein Elektroauto während des Aufenthalts lädt, sinkt die effektive Ladezeit im Alltag gegen Null. AC-Laden wird in der öffentlichen Debatte häufig unterschätzt, obwohl es für viele Nutzer ohne eigene Wallbox entscheidend ist.
Im Gespräch geht es außerdem um sachliche Aufklärung statt Polarisierung, um realistische Einordnung von Fahrprofilen und um die Frage, wie Elektromobilität im Alltag tatsächlich funktioniert. Diese Episode richtet sich an alle, die sich für Elektromobilität, Autohandel, Vertrieb, Ladeinfrastruktur und die Zukunft des elektrischen Fahrens interessieren.
Jetzt direkt reinhören und die gesamte Folge entdecken. -
In dieser Podcast-Folge von Elektroauto-News spreche ich mit Inna Wettstein-Schneigelberger über erfolgreichen Vertrieb von Zukunftstechnologien im Kontext von Elektromobilität, Energiewende und digitaler Transformation. Seit rund 18 Jahren begleitet sie Unternehmen dabei, innovative Technologien wie Brennstoffzellen, elektrische Nutzfahrzeuge oder Energiemanagement-Lösungen marktfähig zu positionieren – lange bevor CO₂-Neutralität und Nachhaltigkeit breite Aufmerksamkeit erhielten.
Im Mittelpunkt des Gesprächs steht eine zentrale Frage: Wie gelingt es, Elektromobilität und andere Zukunftstechnologien nicht über technische Features, sondern über echten Kundennutzen zu verkaufen? Statt über bidirektionales Laden, Ladeleistung oder Software-Tools zu argumentieren, geht es um betriebswirtschaftliche Vorteile, Effizienzsteigerung, Kostenkontrolle und neue Geschäftsmodelle. Gerade bei E-Lkw und elektrischen Nutzfahrzeugen zeigt sich, dass der reine Anschaffungspreis zu kurz greift. Entscheidend ist das gesamte Ökosystem aus Photovoltaik, Ladeinfrastruktur, Energiemanagement und digitalen Services.
Wir sprechen darüber, warum der Vertrieb in der Automotive-Branche neu gedacht werden muss. Internationale Konkurrenz, steigender Kostendruck und die Digitalisierung verändern Märkte grundlegend. Unternehmen stehen vor der Herausforderung, aus einer Vielzahl an Tools, KI-Anwendungen und Automatisierungslösungen die richtigen Prioritäten zu setzen. Inna zeigt, warum ein schrittweises Vorgehen mit Pilotprojekten, klarer Zieldefinition und interner Einbindung der Organisation entscheidend ist, um Elektromobilität erfolgreich zu implementieren.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf neuen Geschäftsmodellen im Transport- und Logistiksektor. Speditionen entwickeln sich zu Energieanbietern, OEMs erweitern ihr Portfolio um Software, Beratung und datenbasierte Optimierung. Die Wertschöpfung verschiebt sich von reiner Hardware hin zu integrierten 360-Grad-Lösungen.
Diese Podcast-Folge richtet sich an Entscheider aus Automotive, Logistik, Energie und Industrie, die Elektromobilität strategisch verstehen und wirtschaftlich nutzen wollen. Es geht um Transformation, Vertrieb, Geschäftsmodelle und die Frage, wie Unternehmen langfristig wettbewerbsfähig bleiben. -
In dieser Podcast-Folge von Elektroauto-News.net spreche ich mit Wolfgang Huber über Elektromobilität im Autohandel, Flottenmanagement und die wirtschaftlichen Herausforderungen beim Umstieg auf das E-Auto. Wolfgang bringt über 30 Jahre Erfahrung im Automobilhandel mit und ist heute als selbstständiger Berater für Elektromobilität und alternative Antriebe tätig. Zuvor verantwortete er den Flottenbereich eines großen Autohauses und begleitete dort die Umstellung von Dienstwagen auf vollelektrische Modelle.
Im Gespräch wird deutlich, warum die Einführung von Elektroautos im Handel lange mit Unsicherheit verbunden war. Themen wie Restwerte, Leasingrückläufer, Batteriemiete und fehlende Vertriebsstrukturen erschwerten den Einstieg. Wolfgang beschreibt offen, dass er der Elektromobilität zunächst skeptisch gegenüberstand. Erst die eigene Erfahrung mit einem elektrischen Dienstwagen im Jahr 2018 änderte seine Perspektive grundlegend. Die anfängliche Reichweitenangst wich praktischer Erkenntnis – ein Punkt, der bis heute in vielen Unternehmen relevant ist.
Ein Schwerpunkt der Folge liegt auf dem Flottenbereich. Wir sprechen über Total Cost of Ownership, Ladeinfrastruktur im Unternehmen, Mitarbeiterakzeptanz sowie über die Besonderheiten leichter Nutzfahrzeuge bis 3,5 Tonnen. Gerade hier entscheidet ein durchdachtes Mobilitätskonzept darüber, ob sich ein Elektro-Transporter wirtschaftlich rechnet. Neben Anschaffungskosten spielen Reichweite, Nutzlast, Energiepreise und Serviceprozesse eine zentrale Rolle.
Darüber hinaus beleuchten wir strategische Fragen rund um den Autohandel: Warum fehlt es vielerorts an struktureller Beratungskompetenz für E-Autos? Welche Risiken entstehen bei der Zweitvermarktung gebrauchter Elektrofahrzeuge? Und weshalb benötigen Autohäuser eigene Kompetenzzentren für Elektromobilität, um Restwerte und Leasingrückläufer professionell zu managen?
Ein weiterer Aspekt ist die Sektorenkopplung. Elektromobilität endet nicht beim Fahrzeug. Photovoltaik, Batteriespeicher, Ladeinfrastruktur und perspektivisch Vehicle-to-Grid eröffnen Unternehmen neue Möglichkeiten im Energiemanagement. Das Elektroauto wird damit Teil eines integrierten Energiesystems.
Die Folge richtet sich an Autohändler, Flottenverantwortliche, Unternehmer sowie Entscheider, die Elektromobilität strategisch und wirtschaftlich einordnen wollen. Jetzt reinhören und mehr über Chancen, Risiken und konkrete Lösungsansätze im Flotten- und Handelsumfeld erfahren. -
In dieser Podcast-Folge geht es um ein Thema, das in der Diskussion rund um Elektromobilität oft zu kurz kommt: E-Transporter im Handwerk. Während batterieelektrische Pkw längst zum Straßenbild gehören, verläuft die Umstellung im gewerblichen Bereich deutlich langsamer. Gemeinsam mit Tim Bittorf, Gebietsverkauf Transporter & Vans für Mercedes-Benz im Raum Hannover, ordne ich ein, woran das liegt – und warum die Technik häufig weiter ist als die Strukturen in den Betrieben.
Ein zentrales Ergebnis des Gesprächs: Die Alltagstauglichkeit moderner E-Transporter ist in vielen Fällen längst gegeben. Viele Handwerksbetriebe legen zwischen 10.000 und 20.000 Kilometer pro Jahr zurück. Selbst bei konservativer Betrachtung der Reichweite sind damit Jahreslaufleistungen möglich, die den realen Bedarf deutlich abdecken. Modelle wie eVito, eSprinter oder EQV zeigen, dass Reichweite und Ladeleistung heute kein grundsätzliches Ausschlusskriterium mehr sind.
Trotzdem bleibt die Zurückhaltung spürbar. Der Grund liegt weniger in der Fahrzeugtechnik, sondern im betrieblichen Umfeld. Ladeinfrastruktur, Zugang zu Wallboxen, Photovoltaik-Anlagen oder zentrale Ladehubs spielen eine entscheidende Rolle. Gerade im klassischen Handwerksbetrieb mit mehreren Mitarbeitenden stellt sich die Frage: Wer lädt wo? Und wie lässt sich das organisatorisch abbilden? Hinzu kommen rechtliche Aspekte wie 4,25-Tonnen-Zulassungen, Tempolimits oder Mautregelungen, die im Beratungsprozess berücksichtigt werden müssen.
Ein weiterer Schwerpunkt der Folge ist die Wirtschaftlichkeit. Über die Vollkostenrechnung – inklusive Steuerbefreiung, THG-Quote und Betriebskosten – lassen sich elektrische Transporter sachlich bewerten. Gleichzeitig steigt der Beratungsaufwand im Vertrieb, da Elektromobilität erklärungsintensiver ist als ein klassischer Diesel.
Auch die Rolle von Software und Vernetzung wird beleuchtet. Intelligente Navigationssysteme, Restreichweiten-Prognosen, Anzeige freier Ladesäulen und Ladeplanung mit Sicherheitspuffer erhöhen die Planungssicherheit im Alltag. Mit neuen, von Grund auf elektrisch entwickelten Plattformen wie dem kommenden VLE dürfte sich dieser Vorteil weiter verstärken.
Die Folge bietet eine fundierte Einordnung für Handwerksbetriebe, Flottenverantwortliche und alle, die sich mit elektrischen Transportern, Ladeinfrastruktur und der Transformation gewerblicher Mobilität beschäftigen. -
In dieser Podcast-Folge von Elektroauto News geht es um ein zentrales Thema der Elektromobilität: Vertrauen im Lademarkt. Mein Gast ist Matthias Speicher, vielen bekannt als „Speicher elektrisiert“. Über vier Jahre hat er eine der größten unabhängigen Skoda EV Communities Europas aufgebaut und dabei tausende Rückmeldungen aus dem Alltag von Elektroautofahrern ausgewertet. Heute analysiert er die strategischen Schwächen der Ladeinfrastruktur in Deutschland.
Im Fokus steht die Frage: Warum entsteht trotz Milliardeninvestitionen in Ladeinfrastruktur so wenig Vertrauen? Matthias’ These ist klar: Strom ist Commodity, Laden ist Service. Wer nur Kilowattstunden verkauft, verkennt die eigentliche Herausforderung. Entscheidend ist nicht die Ladeleistung, sondern wie zuverlässig, zugänglich und konsistent der Ladevorgang funktioniert.
Wir sprechen über das sogenannte Ladeerlebnis – und warum dieser Begriff aus seiner Sicht irreführend ist. Laden ist keine freiwillige Tätigkeit, sondern eine notwendige Unterbrechung. Je weniger Friktion, desto besser. Kleine Fehler wie falsche Preisanzeigen, abbrechende Ladevorgänge oder nicht verfügbare Belege führen nicht zur Eskalation, sondern zu schleichender Erosion des Vertrauens.
Matthias stellt sein Trust-Friction-Modell vor: Vertrauen entsteht aus Zuverlässigkeit, Preisgerechtigkeit, Zugänglichkeit und Erwartungskonsistenz. Diese Faktoren wirken zusammen. Ein günstiger Preis allein reicht nicht aus, wenn Technik oder Prozesse nicht stabil sind.
Außerdem diskutieren wir strategische Fragen für Ladeanbieter: Differenzierung oder Low Cost? Warum Real Estate Denken allein keine nachhaltige Strategie ist. Welche Rolle Destination Charging spielt und warum Deutschland im internationalen Vergleich strukturelle Herausforderungen hat.
Ein weiterer Schwerpunkt: Wie entwickeln sich Ladestrategien in den kommenden drei bis fünf Jahren? Welche Bedeutung haben Abomodelle, Mischkalkulation und Planbarkeit für unterschiedliche Nutzergruppen? Und welche Rolle spielen Digitalisierung, personalisierte Präferenzen und KI im künftigen Lademarkt?
Diese Episode liefert eine fundierte Einordnung der aktuellen Entwicklungen in der Ladeinfrastruktur und zeigt, warum Vertrauen zum entscheidenden Wettbewerbsfaktor wird. -
Elektro-Lkw sind technisch einsatzbereit – doch über ihren Erfolg entscheidet am Ende nicht die Reichweite, sondern die Wirtschaftlichkeit. Genau darum geht es in dieser Folge.
Ich spreche mit Michael Clarke, Co-Founder von eTrucker, darüber, warum Ladepreise zur entscheidenden Stellschraube werden, wieso 40 Cent pro Kilowattstunde zur kritischen Marke im Vergleich zum Diesel werden können und weshalb perfekte Routenplanung in der Praxis kaum existiert. Es geht um reale Herausforderungen im Fernverkehr: belegte Ladepunkte, Lenkzeiten, falsche Tarife – und die Frage, wie Speditionen trotzdem planbar und kalkulierbar unterwegs sein können.
Wir diskutieren, warum bilaterale Ladevereinbarungen zwischen Spediteur und Ladestationsbetreiber neue Spielräume eröffnen, wie sich 100 Euro Unterschied pro Ladevorgang vermeiden lassen und welche Rolle Daten, Transparenz und Reporting für die Flotte spielen. Außerdem schauen wir uns an, wie eTrucker mit App, Chip und Management-Tool versucht, genau diese Lücke zwischen Technik und Wirtschaftlichkeit zu schließen.
Wenn dich interessiert, was E-Lkw im Alltag wirklich bremst – und welche Hebel Unternehmen konkret nutzen können –, dann ist diese Folge für dich. -
In dieser Podcast-Folge spreche ich mit Daniel Jimenez Schuster, Managing Partner und Mitgründer von iLiMarkets. Daniel ist seit mehr als zwanzig Jahren in der globalen Lithiumindustrie tätig und hat in dieser Zeit unter anderem in führenden Positionen bei SQM gearbeitet. Sein Blick auf Elektromobilität, Batterien und Industriepolitik ist geprägt von Marktdaten, praktischer Erfahrung und einem tiefen Verständnis der gesamten Batterie-Wertschöpfungskette.
Im Zentrum unseres Gesprächs steht eine These, die der öffentlichen Debatte widerspricht: Lithium ist nicht das eigentliche Kernproblem der europäischen Energiewende. Während Politik und Öffentlichkeit stark auf Rohstoffe und Versorgungssicherheit fokussieren, sieht Daniel den entscheidenden Engpass an anderer Stelle. Wettbewerbsfähige Batteriezellfertigung fehle in Europa weitgehend. Ohne diese industrielle Basis entstehe weder ein stabiler Bedarf an Kathodenmaterialien noch an Lithiumchemikalien. Sein Leitsatz dazu lautet: Das Upstream folgt dem Downstream.
Ein weiterer Schwerpunkt ist die Rolle Chinas im globalen Batteriemarkt. Daniel erklärt, warum China heute eine dominante Stellung innehat und wie Skalierung, Lernkurven und frühe Technologieentscheidungen – insbesondere zugunsten von LFP-Zellen – zu erheblichen Kostenvorteilen geführt haben. Europa und die USA hätten dagegen lange auf andere Zellchemien gesetzt und dadurch mehrere Jahre verloren. Viele aktuell geplante Zellprojekte müssten deshalb neu ausgerichtet werden.
Auch industriepolitische Maßnahmen wie Förderprogramme, der Aufbau europäischer Lithiumförderung oder der Critical Raw Materials Act werden kritisch eingeordnet. Daniel argumentiert, dass Europa keinen strukturellen Vorteil im Bergbau habe und öffentliche Mittel besser in Technologie, Industrie und Zellproduktion investiert wären. Rohstoffautarkie allein schaffe keine Wettbewerbsfähigkeit.
Ein eigenes Kapitel widmet sich der Direct Lithium Extraction. Diese Technologie wird häufig als nachhaltige Lösung für Europa dargestellt, etwa im Oberrheingraben. Daniel ordnet Chancen und Grenzen realistisch ein und erklärt, warum DLE langfristig relevant sein kann, kurzfristig jedoch kaum ein kostengünstiger Gamechanger ist.
Abschließend sprechen wir über Partnerschaften mit China, steigende Lithiumpreise und die Frage, wie Europa industrielle Souveränität erreichen kann. Die zentrale Erkenntnis dieser Folge: Nicht der Rohstoff entscheidet über die Zukunft der Elektromobilität, sondern Know-how, Skalierung und industrielle Umsetzung.
Nun aber genug der Einordnung – lasst uns direkt in das Gespräch einsteigen. -
Anfang März war ich im Stellantis Headquarter in Rüsselsheim und habe mit Luigi Saia, Brand Director Jeep Germany, über ein Jahr gesprochen, das für die Marke klar als Umbruch einzuordnen ist. 2025 war für Jeep in Deutschland kein klassisches Elektro-Jahr, sondern vor allem ein Übergangsjahr: Der alte Compass lief aus, die neue Generation kam verzögert – dazwischen entstand eine spürbare Lücke. Trotzdem gelang es, das Händlernetz zu stabilisieren und das Volumen um 16 Prozent zu steigern – bewusst ohne zusätzliche Vermietergeschäfte.
Beim Thema Elektromobilität zeigt sich ein differenziertes Bild. Zwar hatten 71,7 Prozent der Neuzulassungen einen alternativen Antrieb, doch der reine Elektro-Anteil lag bei nur 3,8 Prozent. Das war kein Zufall, sondern eine bewusste Entscheidung. Jeep wollte BEV nicht „um jeden Preis“ in den Markt drücken, sondern wirtschaftlich sauber agieren.
Der zentrale Hebel für 2026 ist der neue Jeep Compass auf STLA-Medium-Plattform. Er ist Volumenträger im wichtigen C-SUV-Segment und soll den Elektro-Anteil deutlich steigern. Jeep hält sich beim Antriebsmix flexibel – Mildhybrid, Plug-in-Hybrid oder rein elektrisch, je nach Nachfrage. Ziel für Deutschland: 15 bis 20 Prozent Elektro-Anteil, perspektivisch sogar bis zu 25 Prozent. Der Auftragseingang im Februar mit 25 Prozent rein elektrisch zeigt, dass Bewegung im Markt ist.
Parallel wird das Portfolio in Europa neu sortiert. Wrangler und Grand Cherokee entfallen aufgrund regulatorischer Rahmenbedingungen. Mit dem rein elektrischen Wagoneer S und dem kommenden Recon will Jeep seine Offroad-DNA ins Elektrozeitalter übertragen. Produktionstechnisch wäre Melfi in der Lage, stark auf Elektro zu skalieren – entscheidend bleibt jedoch die europäische Nachfrage.
Für 2026 steht damit ein klarer Plan: Marktanteil wieder auf 0,5 Prozent steigern und den Elektro-Anteil spürbar ausbauen. Jeep setzt nicht auf einen radikalen Schnitt, sondern auf einen kontrollierten Transformationskurs – flexibel, markentreu und mit klaren Zielmarken.
Und damit steigen wir direkt in das Gespräch ein. -
In dieser Podcast-Folge spreche ich mit Daniel Herzig, Geschäftsführer von BHFM Technologies, über eines der sensibelsten Themen der Elektromobilität: die Instandsetzung von Hochvoltbatterien nach Ablauf der Garantie. BHFM ist auf After-Sales-Services rund um Hochvoltbatterien und Wasserstofftechnik spezialisiert und verfolgt konsequent den Ansatz Reparieren statt Austauschen.
Daniel erklärt, wie BHFM arbeitet – von der Instandsetzung einzelner Batteriemodule über Serviceeinsätze im Feld bis hin zu Schulungen für Werkstätten. Das Unternehmen betreut sowohl große Batteriehersteller, deren Systeme vor allem in Nutzfahrzeugen und Bussen eingesetzt werden, als auch zunehmend Privatkund:innen. Gerade bei Elektroautos, die aus der Garantie laufen, häufen sich Anfragen. Häufig steht nach der Diagnose beim Händler ein Kostenvoranschlag von rund 22.000 Euro für einen Batterietausch im Raum.
Genau hier setzt BHFM an. Statt kompletter Austauschlösungen werden gezielt Module, Schütze oder Sicherungen repariert oder ersetzt. In vielen Fällen liegen die Kosten deutlich niedriger, oft im vierstelligen Bereich. Daniel beschreibt diesen Moment als typischen Einstieg: Kund:innen melden sich frustriert – und stellen fest, dass Reparatur technisch möglich und wirtschaftlich sinnvoll ist.
Ein zentraler Punkt ist dabei Qualität und Sicherheit. Jede instand gesetzte Batterie durchläuft umfassende Prüfungen, darunter Dichtigkeits-, Isolations- und Funktionstests, vergleichbar mit den Abläufen bei Batterieherstellern. Kund:innen erhalten ein vollständiges Testprotokoll und damit Sicherheit für den weiteren Betrieb ihres Elektroautos.
Besonders spannend ist die Ersatzteilstrategie. Da neue Module für ältere Elektroautos oft schwer verfügbar sind, setzt BHFM auf Batterien aus dem Feld oder aus Unfallfahrzeugen. Die Module werden ausgebaut, intensiv geprüft und mit vergleichbarem Alterungszustand wieder eingesetzt. Das schont nicht nur Kosten, sondern ist auch entscheidend für einen funktionierenden Gebrauchtwagenmarkt bei Elektroautos.
Auch Themen wie Hochvoltsicherheit, Lagerung in speziell entwickelten Containersystemen, Recycling und kurze Lieferwege kommen im Gespräch zur Sprache. Im Nutzfahrzeugbereich steht zusätzlich die Geschwindigkeit im Fokus, denn Stillstand kostet dort unmittelbar Geld.
Nun aber genug der Einordnung – lasst uns direkt in das Gespräch einsteigen. -
Recycling gilt oft als Königsweg im Umgang mit gebrauchten Batterien. Doch ist das wirklich immer die beste Lösung? In dieser Podcast-Folge geht es um die Frage, warum Second-Life-Anwendungen für Batterien aus Elektroautos in vielen Fällen sinnvoller sein können als ein frühzeitiges Recycling.
Dr. Nam Truong, Co-Founder und CEO von Stabl Energy, erklärt, warum Batterien heute deutlich länger halten als ursprünglich prognostiziert und weshalb der Markt für Second-Life-Batterien noch vor strukturellen Herausforderungen steht. Wir sprechen über begrenzte Recyclingkapazitäten in Europa, regulatorische Vorgaben, wirtschaftliche Zielkonflikte und die technische Komplexität der Batteriealterung.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf industriellen Batteriespeichern: Welche Rolle spielen modulare Speicherlösungen, wie lassen sich gebrauchte Batterien zuverlässig weiterverwenden und warum können Second-Life-Konzepte zur Stabilisierung von Stromnetzen beitragen? Zudem ordnen wir ein, warum Recyclingquoten langfristig möglicherweise angepasst werden müssen und welche Bedeutung Batteriespeicher für die Energiewende haben.
Die Folge richtet sich an alle, die sich mit Elektromobilität, Batteriespeichern, Kreislaufwirtschaft und der Zukunft des Energiesystems beschäftigen – praxisnah, kritisch und fundiert. - Visa fler